Fastenprogramm

Für Petra kurz notiert: Wie ich ab morgen faste.

  • kein Alkohol
  • keine Süßigkeiten
  • weniger Fleisch
  • regelmäßigeres Gebet

Ich werde es – diversen Terminen geschuldet – etwas weniger streng halten als in der Fastenzeit. Am kommenden Hochfest wird ohnehin nicht gefastet. (Gebetet aber schon.)

Irgendwie böse

Der Spiegel 49/2006 (Ausriss)

Relativ durchsichtig, wie diese Spiegel-Geschichte entstanden sein dürfte. Denn da gibt es einen ehemaligen erzbischöflichen Pressesprecher, der vor kurzem sein Amt verlor.

Opus Dei ist mir auch nicht unbedingt sympathisch. Für das Hamburger Nachrichtenmagazin allerdings scheint es zu den stillschweigenden Voraussetzungen zu gehören, dass das „Werk Gottes“ irgendwie böse – hier: konservativ (die Guten sind „liberal“) ist.

Denn warum das so sein sollte, wird in der relativ langen Story so gut wie gar nicht erläutert, von ein paar Anekdoten abgesehen, die nicht viel mehr als eine gewisse kulturelle Differenz zwischen Spiegel und Opus Dei belegen.

Der Rest der Geschichte ist trivial: Da gibt es ein Netzwerk, das an Einfluss gewinnt. So what?

Der sein Leben für uns hingab

Aus gegebenem Anlass.

Lieber wollen wir bei unverständigen und dummen, bei überheblichen Menschen, bei Prahlern, die sich ihrer Rede rühmen, Anstoß erregen als bei Gott. Dem Herrn Jesus, der sein Leben für uns hingab, wollen wir Ehrfurcht erweisen, unsere Vorsteher achten, die Alten ehren, die Jungen in der Zucht der Furcht Gottes erziehen und unsere Frauen zum Guten anleiten.

Klemens I. (+101). Aus dem Brief an die Korinther (zit. nach Lektionar zum Stundenbuch II/8, Montag der 30. Woche).

Bedenkt, Geliebte, wie der Herr uns immer wieder zu verstehen gibt, daß einst eine Auferstehung kommen wird, zu deren Erstling er den Herrn Jesus Christus gemacht hat, indem er ihn von den Toten erweckte.

Klemens I. (+101). Aus dem Brief an die Korinther (zit. nach Lektionar zum Stundenbuch II/8, Dienstag der 30. Woche).

Weiber zu Hyänen

Der Spiegel 48/2006 (Ausriss)

Noch einmal der Spiegel dieser Woche. In der Autorenzeile unter dieser plumpen Schmähung steht selbstverständlich der Name einer Frau. Liebe Frauen, so wird das nie was mit der Emanzipation.

Völkerverständigung

Der Papst ist zu Gast in der Türkei. Wie es aussieht: eine große Reise in Sachen Völkerverständigung. Es ist im Grunde das zweite Mal, dass der Papst bei Türken zu Besuch ist, nach dem Weltjugendtag hier in Köln.

Benedikt XVI. hat gesagt: Er wünscht der Türkei viel Glück bei den Beitrittsverhandlungen mit der EU. Die EU auch.

Harald Schmidt, 29. November 2006

Tätige Teilnahme 1.0

Papst Pius XII., auch schon Liturgiereformer des zwanzigsten Jahrhunderts, stellt 1947 in seiner Enzyklika „Mediator Dei“ lapidar fest, was Neben- und was Hauptsache ist:

Von der Wahrheit und vom geraden Wege der Vernunft weichen auch jene ab, die von irrigen Ansichten verleitet jene Nebensachen so hoch einschätzen, daß sie sich zur Behauptung versteigen, ohne sie könne die heilige Handlung das ihr gesteckte Ziel nicht erreichen. Eine nicht geringe Zahl der Gläubigen ist ja nicht einmal imstande, sich des „Römischen Meßbuches“ zu bedienen, selbst wenn es in ihre Muttersprache übersetzt ist; es sind auch nicht alle fähig, die liturgischen Riten und Formeln recht und gebührend zu verstehen. Geist, Charakter und Anlage der Menschen sind so verschieden und mannigfaltig, daß nicht alle in gleicher Weise beeinflußt und geleitet werden können durch gemeinsam verrichtete Gebete, Gesänge und heilige Handlungen. Außerdem sind die seelischen Bedürfnisse und Anliegen nicht bei allen dieselben, noch bleiben sie bei jedem einzelnen immer die gleichen. Wer möchte darum aus einem solchen Vorurteil heraus behaupten, daß all diese Christen nicht am eucharistischen Opfer teilnehmen noch dessen Segnungen erfahren können? Sie können es fürwahr auf andere Weise, die manchen leichter fällt, z. B. durch frommes Nachdenken über die Geheimnisse Jesu Christi oder durch andere Andachtsübungen und mit anderen Gebeten, die, obgleich in der Form verschieden von den heiligen Riten, ihrem Wesen nach doch damit übereinstimmen.

Das Konzil hat dann natürlich diese überholte Sichtweise der tätigen Teilnahme vollständig geändert. Ist ja klar.

Fasten im Advent

Advent ist im Dezember. Stimmt natürlich, greift aber zu kurz. Fragen wir deshalb eine Institution, die sich mit sowas auskennt:

During this time the faithful are admonished

  • to prepare themselves worthily to celebrate the anniversary of the Lord’s coming into the world as the incarnate God of love,
  • thus to make their souls fitting abodes for the Redeemer coming in Holy Communion and through grace, and
  • thereby to make themselves ready for His final coming as judge, at death and at the end of the world.

Große und schöne Ziele, aber wenig konkret unterfüttert. Wie wäre es mit der altbewährten Methode des Fastens, um diesen Zielen etwas näher zu kommen?

Ähnliche Gedanken beschäftigen gerade den Beisassen im Kirchlein, und er befindet sich damit in bester Tradition. Auch wenn diese in neuerer Zeit etwas verschüttet wurde.

Hermeneutik der Diskontinuität

Gestern vor 125 Jahren wurde Papst Johannes XXIII. geboren. Im Kalenderblatt von Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur pflegte Peter Hertel aus diesem Anlass liebgewonnene Legenden.

Johannes XXIII. starb Pfingsten 1963. Nach seinem Tode gewannen jene Unglückspropheten, die Johannes XXIII. in die Schranken gewiesen hatte, wieder die Oberhand. Die Restauration hielt Einzug im Vatikan.

Falls es noch ein Beispiel gebraucht hätte für jene Hermeneutik der Diskontinuität und des Bruches

Leicht wie die Spatzen

Kein Interview mit Harald Schmidt, das ohne die Erwähnung des Namens Ratzinger auskommt. So auch in der Zeit:

ZEIT: Welches ist das wichtigste der Zehn Gebote?

Schmidt: Du sollst nicht töten.

ZEIT: Welches kommt dann?

Schmidt: Ehrlich gesagt, ich habe die zehn gar nicht abrufbereit. Im Zweifelsfalle: Du sollst Vater und Mutter ehren.

ZEIT: Sie haben das getan?

Schmidt: Ja, habe ich, tue ich immer noch.

ZEIT: Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Schmidt: Ja. Im guten alten Ratzinger-Sinn: »Da werden wir leicht wie die Spatzen…« Das ist für mich hundertprozentig eine Sache, an die ich glaube.

ZEIT: Und: Kommen Sie eher nach oben oder eher nach unten?

Schmidt: Da bin ich mir nicht so sicher.

ZEIT: Ihre Begabung, andere Leute zu beleidigen, könnte da von Nachteil sein.

Schmidt: Stimmt, andererseits, wenn der Herr fragt: Was hast du aus deinen Talenten gemacht?, kann ich sagen: alles, alles. Ich wüsste nicht, was ich hätte brachliegen lassen.

Vatikanischer Geldautomat

Der Spiegel 48/2006 (Ausschnitt)

Viel interessanter ist, was Henryk M. Broder über seinen Besuch beim päpstlichen Chefhistoriker berichtet. Und über den Geldautomaten mit lateinischer Benutzerführung.