Oculi

Dominica III in Quadragesima [zit. nach Missale Romanum 2002]

Collecta
Deus, ómnium misericordiárum et totíus bonitátis auctor,
qui peccatórum remédia in ieiúniis,
oratiónibus et eleemósynis demonstrásti,
hanc humilitátis nostræ confessiónem propítius intuére,
ut, qui inclinámur consciéntia nostra,
tua semper misericórdia sublevémur.
Per Dóminum.

Fr. John Zuhlsdorf übersetzt:

O God, author of all merciful gestures and all goodness,
who pointed out the remedies of sins in fasts, prayers, and acts of almsgiving,
look propitiously on this testimony of our humility,
so that we who are flagging in our conscience
may be sustained by your mercy always.

ICEL [zit. nach Zuhlsdorf, a.a.O.]

Father,
you have taught us to overcome our sins
by prayer, fasting and works of mercy.
When we are discouraged by our weakness,
give us confidence in your love.

Dritter Fastensonntag [zit. nach Schott]

Tagesgebet
Gott, unser Vater,
du bist der Quell des Erbarmens und der Güte,
wir stehen als Sünder vor dir,
und unser Gewissen klagt uns an.
Sieh auf unsere Not und lass uns Vergebung finden
durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Dominica Tertia in Quadragesima [zit. nach Missale Romanum ca. 1950]

Oratio.
Quǽsumus, omnípotens Deus,
vota humílium réspice:
atque, ad defensiónem nostram,
déxteram tuæ majestátis exténde.
Per Dóminum nostrum.

Nicht unmittelbar zu Gott

Die Meinung, der Einzelne stehe unmittelbar zu Gott, irrt. So konnte man erst denken, als man vergessen hatte, was es heißt, unter der unmittelbaren Wucht des Heiligen Gottes zu stehen, und an Stelle dieser Erschütterung das „religiöse Erlebnis“ getreten war. Da begann man zu behaupten, jeder könne und müsse es haben. In Wahrheit ist es dem Menschen nicht gemäß, unmittelbar zu Gott zu stehen. Gott ist heilig und redet durch seine Boten. Wer nicht bereit ist, den Boten anzunehmen, sondern den Herrn selbst hören will, zeigt damit, daß er nicht weiß – oder nicht wahr haben will – wer Gott ist, und wer er selbst. . Wir können das Gemeinte auch so ausdrücken: Gott hat das Wesen und das Heil des Menschen auf den Glauben gestellt. Dieser Glaube aber scheint mit seiner Reinheit und Härte erst herauszukommen, wenn er dem Boten gegenüber geleistet wird. Wer also Gott selbst zu hören verlangt, würde damit zeigen, daß er im Grunde nicht glauben, sondern wissen; nicht gehorchen, sondern auf eigener Erfahrung stehen will.

Romano Guardini: Der Herr, 4. VI.

Ein typischer Tag

Stöckchen und dergleichen Brauchtum sind normalerweise meine Sache nicht. Bruder Bernd wünscht sich nun eine Beschreibung meines typischen Tages. Dem Wunsch komme ich gern nach.

5.50
Der Wecker klingelt. Wenn ich es schaffe, stehe ich sofort auf.

6.00
Laudes am großen Tisch in der um diese Jahreszeit noch dunklen Küche.

6.30
Bis Sommer 2006 bin ich um diese Zeit meistens eine halbe Stunde gelaufen, meine Runde über die Deiche. Im August hatte ich mir dann das rechte Sprunggelenk gebrochen und durfte monatelang nicht mehr laufen. Gehen schon, aber laufen nicht.

Außerdem beginnt die Schule für meinen Ältesten seit diesem Schuljahr schon um 8.00 Uhr. Das hat unseren familiären Zeitplan um eine halbe Stunde vorverlegt.

Also Frühstück machen für die Familie, die nach und nach verschlafen eintrudelt. Im Radio läuft der Deutschlandfunk. Zur Morgenandacht rauscht meist gerade das Kaffeewasser.

7.10
Ins Bad. Rasieren, Duschen, Zähneputzen. Sachen packen, Frühstückstisch abräumen (falls das nicht meine Frau macht). An drei Tagen bringe ich meinen Jüngsten in den Kindergarten. Dort können wir frühestens um

8.00
eintreffen. Danach ins Auto und ab zur Arbeit. Auf dem Weg zwei bis drei Gesätze vom Rosenkranz. Je nach Verkehrslage sitze ich ab

9.00 bis 9.30
am Schreibtisch. Arbeit.

13.00
Mittagessen mit den Kollegen oder geschäftlich.

14.00
Arbeit.

18.30 bis 19.00
Feierabend. Ab nach Hause, wo ich etwa um

19.30 bis 20.00
eintreffe. Selten früher. Im Auto die übrigen Gesätze des Rosenkranzes. Früher war ich regelmäßig um 19.00 in der Messe der Karmeliterinnen auf Finkenwerder. Schon länger nicht mehr.

Kinder ins Bett bringen, Geschichte vorlesen, beten. Abendessen, falls nicht schon vorher geschehen.

20.00
Theoretisch Tagesschau. Davon bleibt oft nicht viel übrig. Mittwochs fängt um diese Zeit die Chorprobe an. Oder andere Abendtermine, an anderen Wochentagen: Firmkatecheten, Taufelternabend, Scholaprobe, Berufliches.

20.15
Falls nichts dergleichen ist, dann Küche aufräumen. Spülmaschine aus- und einräumen.

20.30
Vesper, meistens im Arbeitszimmer. Wenn Abendtermine anstehen, dann erst entsprechend später, selten auch gar nicht.

20.45
Am heimischen Schreibtisch. Irgendwas ist immer: Papierkram, Bloggen, Lesen, Zeit für mich.

22.45
Mittwochs und donnerstags gern Harald Schmidt.

23.15
Zähneputzen, Lesehore, noch etwas Lesen und dann Komplet (die fällt in letzter Zeit häufiger aus).

24.00
Licht aus. An Müdigkeit mangelt es mir nicht.

Irgendwo im Morgenprogramm werde ich demnächst wieder mein Laufpensum installieren. Ich kann ohnehin nur mit zehn Minuten anfangen und es dann langsam steigern.

Familienleben findet praktisch nur sonnabends und sonntags statt.

Lebenslügen

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – wie eine tibetanische Gebetsmühle klappern die Beschwörungen aus dem Munde von Politikern aller Parteien. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine der großen Lebenslügen der meisten westlichen Gesellschaften.

Familie und Beruf sind unter den Bedingungen der spätkapitalistischen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft eher ein Antagonismus als eine Symbiose. Sie sind nicht miteinander vereinbar. Berufstätigkeit geht auf Kosten der Familie und umgekehrt.

Daran kann auch verbesserte außerhäusliche Kinderbetreuung nichts ändern. Denn die steht genauso im Gegensatz zur Familie wie der Beruf. Sie macht Berufstätigkeit möglich, nicht Familie. Eine Familie ist nur dann auf zusätzliche Kinderbetreuung angewiesen, wenn alle Bezugspersonen gleichzeitig einem Beruf nachgehen oder aus anderen Gründen abwesend sind.

Es ist kein Zufall, dass seit Anfang der siebziger Jahre gleichzeitig die Geburtenrate gesunken ist und die Erwerbstätigkeit zugenommen hat. 1970 waren in Westdeutschland 26,589 Millionen Menschen erwerbstätig und leisteten durchschnittlich 1.966,4 Arbeitsstunden pro Jahr. Das entspricht bei 46 Arbeitswochen pro Jahr genau 42,75 Stunden pro Woche und Arbeitnehmer.

1991 leisteten 31,261 Millionen Erwerbstätige in Westdeutschland durchschnittlich 1.558,8 Stunden, also 33,9 Stunden pro Woche. Die Gesamtsumme der Arbeitsstunden sank von 52,285 (1970) auf 48,730 Milliarden (1991). Immer mehr Menschen leisten immer weniger Stunden. Im vierten Quartal 2006 waren in Deutschland 39,716 Millionen Menschen erwerbstätig, 1991 waren es 38,621.

Die zunehmende Erwerbstätigkeit wird seit den 70er Jahren von kontinuierlich angewachsener Arbeitslosigkeit begleitet. Arbeitslos ist, wer arbeitswillig ist, aber keine Stelle findet. Demnach würde in Deutschland sogar mehr als jeder zweite Bürger, vom Säugling bis zum Greis, einem Beruf nachgehen, wenn es dafür nur Beschäftigung genug gäbe.

Vor die freie Wahl zwischen Familie und Beruf gestellt, entscheiden sich also seit mehr als einer Generation immer mehr Menschen für den Beruf und damit gegen eine Familie. Tendenziell steigt so das Arbeitskräfteangebot auf dem Arbeitsmarkt, und sofern die Nachfrage dem nicht Schritt hält, sinkt tendenziell der Preis – die Reallöhne schrumpfen.

Die gesamte Lohnsumme, ein erheblicher Teil des Bruttosozialprodukts, wird zudem unter immer mehr Köpfen aufgeteilt. Der einzelne Arbeitnehmer erhält einen kleineren Teil der Lohnsumme als zuvor. Solange die Wirtschaft wächst und die Löhne steigen, fällt dieser Prozess der schleichenden Umverteilung nicht ins Gewicht.

Kritisch wird es, wenn die Wirtschaft stagniert und mit ihr die Löhne. Denn die Lebenshaltungskosten steigen weiter, mithin schrumpft das ohnehin geringe frei verfügbare (also nicht durch laufende Verpflichtungen und Fixkosten gebundene) Monatseinkommen der meisten Familien oder wird gar negativ – Schulden laufen auf.

Diese säkularen Trends verschlechtern die Situation der Familien. In immer mehr Fällen reicht ein Einkommen nicht aus, um davon eine Familie zu ernähren. Was als höhere Erwerbsneigung begann, wird zum Zwang zur Erwerbstätigkeit.

Auch im Berufsleben entstehen neue Ungleichheiten. Wer keine familiären Rücksichten nehmen muss, kann sich vollständig dem Beruf widmen. Ein neuer Typus des Arbeitnehmers tritt auf: der kinderlose, immer verfügbare Arbeitnehmer, der seine Erfüllung allein im Beruf findet.

Dieser Typus wird immer häufiger. Noch vor zwei Generationen gab es ihn so gut wie gar nicht. Evolutionär betrachtet ist er zwar ein Auslaufmodell, da er keine Nachkommen hat. Doch er beeinträchtigt die Karrierechancen für Eltern.

Gegen die DINKs, Doppelverdiener ohne Kinder, haben Familien wirtschaftlich keine Chance. Selbst wenn beide Eltern in Vollzeit arbeiten, fressen bei Normalverdienern die Kosten der Kinderbetreuung große Teile des zweiten Einkommens auf.

Daran würde sich nur dann etwas ändern, wenn die Kinderbetreuung komplett vom Staat finanziert würde. Doch auch dann müssten diese Kosten aus dem Bruttosozialprodukt bestritten werden, und es ist wenig wahrscheinlich, dass Familien dann keine höhere Steuern zahlen oder nicht auf andere staatliche Leistungen verzichten müssten.

Die höhere Erwerbsneigung untergräbt so die wirtschaftliche Basis der Familie. Familien geraten gegenüber der übrigen Bevölkerung ins Hintertreffen. Die freie Wahl zwischen Familie und Beruf mag frei sein für den, der sie ausübt – sie schafft Unfreiheit für andere.

Historisch gesehen ist diese freie Wahl zwischen Familie und Beruf für breite Bevölkerungsschichten ein neuartiges Phänomen. Erst die Adenauersche Rentenreform vor 50 Jahren hat die wirtschaftliche Abhängigkeit von eigenen Nachkommen gelockert – und damit die Möglichkeit geschaffen, auf Nachkommen zu verzichten.

Und erst die breite Verfügbarkeit von künstlichen Verhütungsmitteln seit den 60er Jahren hat es möglich gemacht, diesen Verzichtswunsch in die Tat umzusetzen und trotzdem nicht ehelos oder enthaltsam zu leben. Beides zusammen hat seit dem Pillenknick eine immer stärkere Unwucht in der Lastenverteilung zwischen den Generationen und innerhalb der einzelnen Generationen geschaffen.

Mit Rentenbeiträgen beteiligen sich alle Erwerbstätigen am Unterhalt für die Eltern- und Großelterngeneration. Der Unterhalt der Kinder bleibt hingegen allein den Eltern überlassen. Eltern verzichten dafür nicht nur auf Erwerbseinkommen, sondern auch auf Rentenansprüche.

Kinderlose erwerben in dieser Zeit Rentenansprüche, die später von den Kindern anderer Leute bedient werden müssen – die selbst meist geringere Rentenansprüche haben, obwohl sie die Kosten jener Kinder überwiegend allein getragen haben.

Dem wäre allenfalls durch massive Umverteilung von Kinderlosen zu Familien entgegenzuwirken. Das jedoch kehrte die heutige Lage vollständig um. Seit fünfzig Jahren wird massiv von Familien zu Kinderlosen umverteilt.

Mit der diskutierten Kürzung von Familienleistungen zugunsten der staatlichen Finanzierung von Kinderkrippen würde sich an diesem Ungleichgewicht überhaupt nichts ändern. Es würde im Gegenteil weiter verschärft.

Die Umverteilung von Familien zu Berufstätigen tritt damit in eine neue Phase: Genommen wird den Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen (und dafür auf Erwerbseinkommen verzichten), gegeben den Eltern, die Betreuungsleistungen in Anspruch nehmen, um Erwerbseinkommen zu erzielen.

Eine gerechte Lösung wäre zum Beispiel ein erheblich höheres Kindergeld, das die Kosten von Krippen, Kindergärten, Horten und Berufsausbildung ausgleichen könnte. Es wäre das fehlende Gegenstück zur Rente und müsste wie die Rente aus Sozialbeiträgen oder aus Steuermitteln finanziert werden. Die Höhe müsste sich am Ziel orientieren, die heutige Umverteilung von Familien zu Kinderlosen zu kompensieren.

Von solchen Zielen allerdings ist die gegenwärtige Familienpolitik weit entfernt. Sie suggeriert das Unmögliche – die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – und vergrößert die wirtschaftliche Benachteiligung von Familien, statt sie zu verringern.

Lakonisch referiert Rudolf Maresch in Telepolis einige Thesen von Norbert Bolz:

Während die Kluft zwischen dem Lebensstil von Eltern und dem von Kinderlosen stetig wächst, schreitet der Zerfallsprozess, den Funktionalisten beschreiben, munter voran. Sein Ende ist am Horizont schon zu beobachten. Ganz nüchtern müsse man daher feststellen, dass Kinderaufzucht und Erziehung nicht mit der modernen Wirtschaft kompatibel sind. Mit Kindern kann der moderne Kapitalismus, außer sie konsumieren, wenig anfangen. Eine Familie zu gründen, ist mittlerweile eine törichte Entscheidung mit ungewissem Ausgang. Wer sich dazu bekennt, handelt ökonomisch dumm, weil er sich unnötige Kosten aufbürdet, die er besser anderweitig ausgibt, aber auch kulturell fahrlässig, weil er sich freiwillig eigener Chancen und persönlicher Bewegungsfreiheit beraubt.

Kinder haben keinen Wert, in sie zu investieren, macht keinen Sinn, sie bleiben unkalkulierbare Fixkosten hinsichtlich Ausbildung, Sozialisation und Beruf. […] Der „Vorsorgestaat“ (Francois Ewald) oder „vorsorgende Sozialstaat“, wie es im SPD-Programm jetzt heißt, lügt sich in die Tasche, und mit ihm all jene Kohorten rotgrüner Besserverdiener, die glauben, den „Kinderschwund“ durch eine „Verstaatlichung der Kinder“ beikommen zu können. Sie in soziale Bewahranstalten zu sperren, wird kaum für Abhilfe sorgen. Sie bieten vielleicht Betreuung, aber keine Hingabe und liebevolle Zuwendung. Und sie bieten Kompensation, um das schlechte Gewissen und Schuldgefühle von Eltern zu betäuben. Was die Gesellschaft im innersten zusammenhält: Handlungen zu begehen ohne Gegenleistung zu erwarten, kann weder vom Markt noch vom Staat organisiert werden.

Dem ist wenig hinzuzufügen.

Liturgisches Suchspiel

Zweiter Fastensonntag. Das Hirtenwort des Bischofs liegt als Broschüre am Eingang aus. Ich nehme ein Exemplar mit.

Der Pfarrer zieht zum feierlichen Orgelvorspiel ein. Er trägt ein Gewand in bräunlich-rötlichen Farben, das von fern einem Teppich aus den siebziger Jahren gleicht. Vor ihm tragen zwei Ministranten den Weihrauch. Der Altar ist mit Blumen geschmückt, die vom Weltgebetstag der Frauen stammen, wie sich später herausstellen wird.

Nach der Eröffnung tritt der Diakonatsanwärter ans Ambo und ruft die Gemeinde zur Besinnung. Auf Kyrie und Vergebungsbitte folgt ein vom Pfarrer frei formuliertes Gebet. Nach der ersten Lesung singt die Gemeinde „Du bist da, wo Menschen leben“.

Der Pfarrer verkündet das Evangelium. Anschließend fragt er die Kinder, was sie auf dem aus China stammenden Hungertuch sehen, mit dem die Kreuzigungsgruppe über dem Tabernakel verhängt ist. Daran schließt sich eine Predigt an.

Danach wird das Apostolische Glaubensbekenntnis gesprochen. Es folgen die Fürbitten und die Kollekte. Den Gesang zur Gabenbereitung singt der Pfarrer kräftig mit, während er die Gaben bereitet. Zur Händewaschung treten die beiden Kommunionhelfer zum Pfarrer an den Altar.

Nach dem Gesang trägt der Pfarrer die Antiphon „Mein Beten steige zu dir auf, wie Weihrauch, Herr, vor deinem Angesicht“ vor. Die Gemeinde wiederholt sie. Der Pfarrer beginnt die Präfation. Nach Sanctus und Wandlung folgen die Akklamation „Wir preisen deinen Tod“ und ein nicht identifzierbares (Kinder[?]-)Hochgebet mit weiteren Akklamationen.

Zum Vater unser bilden die Kinder einen großen Kreis um den Altar. Das Vater unser wird nach einer anderen Melodie gesungen und mit Gebärden begleitet. Der Embolismus entfällt, ein frei formuliertes Friedensgebet und der Friedensgruß schließen sich an. Der Pfarrer geht mit der Hostienschale einmal den Kreis um den Altar entlang, reicht Ministranten und Kommunionhelfern die Kommunion und bezeichnet die Kinder mit einem Kreuzzeichen.

Danach folgen das dreifach gesprochene Lamm Gottes und die Kommunionausteilung. Dazu spielt die Orgel. Nach einem Danklied trägt der Pfarrer ein frei formuliertes Gebet vor, lädt zum Kirchenkaffee und und erteilt den Segen. Ite missa est. Deo gratias. Zum Schlusslied zieht der Priester mit den Ministranten und Kommunionhelfern aus. Es folgt ein kräftiges Orgelnachspiel.

Wer findet alle Fehler?

Reminíscere

Dominica II in Quadragesima [zit. nach Missale Romanum 2002]

Collecta
Deus, qui nobis diléctum Fílium tuum audíre præcepísti,
verbo tuo intérius nos páscere dignéris,
ut, spiritáli purificáto intúitu,
glóriæ tuæ lætémur aspéctu.
Per Dóminum.

Fr. John Zuhlsdorf übersetzt:

O God, who commanded us to listen to your beloved Son,
deign to nourish us interiorly with your word,
so that, once (our) spiritual view has been purified,
we may rejoice in the sight of your glory.

ICEL [zit. nach Zuhlsdorf, a.a.O.]

God our Father,
help us to hear your Son.
Enlighten us with your word,
that we may find the way to your glory.

Zweiter Fastensonntag [zit. nach Schott]

Tagesgebet
Gott, du hast uns geboten,
auf deinen geliebten Sohn zu hören.
Nähre uns mit deinem Wort
und reinige die Augen unseres Geistes,
damit wir fähig werden,
deine Herrlichkeit zu erkennen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Dominica Secunda in Quadragesima [zit. nach Missale Romanum ca. 1950]

Oratio.

Deus, qui cónspicis omni nos
virtúte destítui: intérius
exteriúsque custódi; ut ab ómnibus
adversitátibus muniámur
In córpore, et a pravis cogitatiónibus
mundémur in mente. Per
Dóminum.

Skat im Stundenbuch

Die letzte Fürbitte der heutigen Vesper lautet:

Du läßt keinen im Stich, der auf dich vertraut;
– gib unseren Verstorbenen das ewige Leben.

Der Autor muss Skatspieler gewesen sein.

Tagesgebete

Dominica I in Quadragesima [zit. nach Missale Romanum 2002]

Collecta
Concéde nobis, omnípotens Deus,
ut, per ánnua quadragesimális exercítia sacraménti,
et ad intellegéndum Christi proficiámus arcánum,
et efféctus eius digna conversatióne sectémur.
Per Dóminum.

Fr. John Zuhlsdorf übersetzt:

Almighty God, grant us
that, by means of the annual exercises of the forty-day mystery,
we may both make progress in understanding the mystery of Christ
and by worthy conduct of life imitate its consequences.

ICEL [zit. nach Zuhlsdorf, a.a.O.]

Father,
through our observance of Lent,
help us to understand the meaning
of your Son’s death and resurrection,
and teach us to reflect it in our lives.

Erster Fastensonntag [zit. nach Schott]

Tagesgebet
Allmächtiger Gott,
du schenkst uns die heiligen vierzig Tage
als eine Zeit der Umkehr und der Buße.
Gib uns durch ihre Feier die Gnade,
dass wir in der Erkenntnis Jesu Christi voranschreiten
und die Kraft seiner Erlösungstat
durch ein Leben aus dem Glauben sichtbar machen.
Darum bitten wir durch ihn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Dominica Prima in Quadragesima [zit. nach Missale Romanum ca. 1950]

Oratio.
Deus, qui Ecclésiam tuam
ánnua quadragesimáli
observatióne puríficas: præsta
famíliæ tuæ; ut, quod a te obtinére
abstinéndo nítitur, hoc
bonis opéribus exsequátur. Per
Dóminum.

Wertfragen

Am Ende, wenn die Debattenmaschine einmal stillsteht, bleibt eine ganz einfache Frage: Was ist höher zu bewerten – Familie oder Beruf? Vermutlich ist es ein Zeichen für den sicheren Niedergang einer Gesellschaft, wenn sie Beruf höher bewertet als Familie. Denn nur die Familie kann ihren eigenen Fortbestand und damit den jeder Gesellschaft sichern.

Der Beruf kann der Familie gegenüber nur den zweiten Rang haben. Er trägt durch das damit erwirtschaftete Einkommen zum Fortbestand der Familie bei, aber mehr eben auch nicht. Kein Beruf bringt Kinder hervor. Jedes Berufsleben ist irgendwann zuende, eine Familie besteht fort. Berufliche Positionen können wechseln, Familie braucht Stabilität. Es ist kein Zufall, dass die Geburtenrate unter die Schwelle von 2,1 Kindern pro Frau sinkt, wenn der Beruf höher bewertet wird und die Familie nicht mehr stabil ist.

Die CDU/CSU steht am Scheideweg. Seit ihrer Gründung hatten die Unionsparteien eine klare Wertehierarchie: Die Familie ging vor. Davon ist nicht mehr viel übrig. Gleichen Rang können Familie und Beruf nicht gut haben. Denn Werte sind ja gerade dann wichtig, wenn eine freie, nicht durch Zwänge bestimmte Entscheidung ansteht. Wer zwischen zwei Alternativen wählen kann, wählt die höherwertige.

Insofern ist die Wahlfreiheit, die jetzt allenthalben beschworen wird, nicht viel mehr als ein Popanz. Denn die Doppelverdiener-Ehe mit (kleinen) Kindern ist ein fragiles Modell. Soll ein nennenswertes Familienleben übrigbleiben, dann ist sie allenfalls auf Teilzeitbasis möglich. Zwei Teilzeitjobs reichen indes in den seltensten Fällen aus, um eine Familie zu ernähren (und die höheren Kosten einer doppelten Berufstätigkeit zu bestreiten) – womit das Dilemma hinreichend beschrieben ist.

Es bleibt eine Wertentscheidung zwischen Familie und Beruf, und wer dem Beruf den Vorzug gibt, legt die Lunte an die Familie. Scheidungsquoten und Abtreibungszahlen schreien zum Himmel. Die Einverdiener-Ehe ist hingegen besser als ihr Ruf. Sie verteilt die Lasten zwar nicht gleich, aber jedenfalls nicht ungerecht. Sie ist unter den heutigen Bedingungen des Berufslebens praktikabel und überfordert niemanden. (Und nein, es ist nicht zwingend der Mann, der das Geld nach Hause bringt.)

Kinderkrippen sind ein Notbehelf für jenes Drittel junger Mütter (oder Väter), die schon in den ersten drei Lebensjahren ihrer Kinder zur Arbeit gezwungen sind oder sich frei dafür entscheiden, weil sie den Beruf höher bewerten als die Familie. Der aktuelle Streit, reduziert um allerlei ideologisch motiviertes Getöse, tobt um die Finanzierung dieser im Wesentlichen unumstrittenen gesellschaftlichen Aufgabe.

Bischof Mixa hat mit scharfen Worten die Pläne gegeißelt, zu dieser Finanzierung einseitig die Familien selbst heranzuziehen. Der Präzedenzfall dafür war das Elterngeld, das zu großen Teilen durch die Streichung des Erziehungsgeldes und die Kürzung der Kindergeldbezugsdauer finanziert wird. Die aktuellen Vorschläge der SPD für den Krippenausbau sehen genau das vor: Das Kindergeld soll nicht erhöht und die dadurch freiwerdenden Mittel umgeschichtet werden. Das lehnt Ministerin von der Leyen zwar ab, hat aber keine anderen Vorschläge.

Nun zahlen Normalverdienerfamilien das seit Jahren nicht mehr erhöhte Kindergeld ohnehin schon aus eigener Tasche. Der Fiskus nimmt uns das Geld zunächst über die Steuer weg, um es anschließend durch das Arbeitsamt wieder auszahlen zu lassen. Einfacher wäre es, gleich den Steuerabzug um die Höhe des Kindergeldes zu kürzen.

Aber statt die Familien tatsächlich nach ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu besteuern, nimmt der Staat mehr, als viele Familien entbehren können – nur um das Geld anschließend auf verschlungenen Wegen als Sozialleistung zurückzuzahlen.

Der Hort, den mein schulpflichtiger Sohn besucht, wird von einer Elterninitiative getragen und aus öffentlichen Kassen kaum unterstützt. Für den kirchlichen Kindergarten zahlen wir happige Beiträge. Wahrscheinlich reichen unsere Steuern auch noch, um damit die Schule und öffentliche Zuschüsse für den Kindergarten zu bestreiten.

Uns jetzt noch mehr Geld zu nehmen, um damit Kinderkrippen zu bezahlen, ist weder recht noch billig. Diese Aufgabe muss aus dem allgemeinen Steueraufkommen (plus Beiträgen der Eltern von Krippenkindern) bezahlt werden. Dann tragen auch wir gern unseren Anteil.

Es geht eben nicht um ein paar Grenzfälle, sondern um die gerechte Verteilung der Lasten. Und es geht um Werte (Familie oder Beruf?) und Normen: Ein- oder Doppelverdiener? Fremdbetreuung oder Familie?

Überflüssig

Beisammensein nach dem ökumenischen Gottesdienst zum Aschermittwoch. Dreiviertel der Besucher waren Katholiken, die so letztlich um ihren Messbesuch gebracht waren, aber das ist ein anderes Thema.

Eine Frau mittleren Alters, nennen wir sie Frau B., prahlt mit ihrer Mitgliedschaft in sämtlichen kirchlichen Gremien vom Pfarrgemeinde- bis zum Diözesanrat. Die Netzwerke, so sagt sie, seien da das Wichtigste. Einflussreiche Leute. Man kennt sich.

Netze, ja, erwidert Frau R., die schätze sie auch in der Kirche. Und gefragt, was sie meine, erläutert sie: die Sakramente.

Die hätten doch aber die evangelischen Christen auch, hält Frau B. dagegen. Ja, das stimme wohl, räumt Frau R. ein. Die Katholiken hätten aber mehr Sakramente.

Woraufhin Frau B. kontert: Aber auch mehr überflüssige Sakramente. Welche sie meint, das will sie auch auf Nachfrage nicht erläutern.

Ich kenne da einige überflüssige Gremien.