Papst Benedikt XVI. in seiner heutigen Generalaudienz [Radio Vatikan]
Zeichen der Liebe Gottes
Papst Benedikt XVI. in seiner heutigen Generalaudienz [Radio Vatikan]
Petri Stuhlfeier vermerkt heute mein profaner Abreißkalender, der das protestantische Kirchenjahr abbildet (und damit in groben Zügen das Kirchenjahr vor der Liturgiereform). Eine neckische Übersetzung für das heutige Fest.
Die Zeit vom 13. bis 23. Februar war im heidnischen Rom der Erinnerung an die verstorbenen Angehörigen geweiht. Bei der Feier wurden für die Toten Speisen und ein Stuhl (cathedra) bereitgestellt. Die Christengemeinde gedachte in dieser Zeit des Apostels Petrus, des Vaters ihres Glaubens. Die kirchliche Ablehnung des Totenmahls seit dem 4. Jahrhundert hatte zur Folge, dass man den Stuhl des Petrus nunmehr als Lehrstuhl, als Symbol des Lehramts verstand. Gegenstand des christlichen Festes war aber nicht der Stuhl, sondern die Übernahme des römischen Bischofsstuhls durch den hl. Petrus, oder richtiger: die Berufung des Petrus zum Lehramt in der Kirche. Ein zweites Fest der Kathedra des Petrus wurde seit dem 6. oder 7. Jahrhundert in Gallien am 18. Januar gefeiert. Es wurde dann auch von der römischen Kirche übernommen, aber Papst Johannes XXIII. hat aus beiden Festen wieder ein einziges gemacht und es auf den heutigen Tag festgelegt. [Schott]
Allmächtiger Gott,
das gläubige Bekenntnis des Apostels Petrus
ist der Felsen,
auf den du deine Kirche gegründet hast.
Lass nicht zu,
dass Verwirrung und Stürme
unseren Glauben erschüttern.
Tagesgebet
Ego autem rogavi pro te, ut non deficiat fides tua. Et tu, aliquando conversus, confirma fratres tuos.
Lc 22,32
Nur für die Statistik:
Für das Jahr 2005 ist mit circa 820 000 bis 830 000 Sterbefällen und damit nur einer geringen Veränderung gegenüber 2004 (818 000) zu rechnen. Dagegen dürfte die Zahl der Lebendgeborenen, die 2004 rund 706 000 betragen hatte, deutlich auf etwa 680 000 bis 690 000 zurückgegangen sein. Damit sind 2005 voraussichtlich etwa 140 000 mehr Menschen gestorben als Kinder zur Welt kamen. 2004 hatte dieses Geburtendefizit 113 000 Personen betragen.
Der Wanderungsüberschuss gegenüber dem Ausland dürfte 2005 bei etwa 90 000 bis 100 000 Personen gelegen haben. 2004 waren 83 000 mehr Personen aus dem Ausland nach Deutschland zugezogen als von hier weggezogen. Damit wird 2005 wie bereits 2004 das Geburtendefizit nicht durch den Wanderungsüberschuss ausgeglichen werden können.
Zahl der Abtreibungen im Jahr 2004: 129 650
Ob es den Kolleginnen und Kollegen geht wie mir: Nach bald vier Jahren hat man die wenigen originellen Gedanken, die einem/r durch den Kopf gehen, schon mehr als nur ein paar Mal gebloggt – wozu sich dauernd wiederholen?
Mag sein, aber momentan fehlt mir einfach die Zeit. Oder andere Dinge sind wichtiger. Was gleichbedeutend ist.
1994: Die Ehe ist das Leitbild der Gemeinschaft von Frau und Mann. Sie ist die beste Grundlage für die gemeinsame Verantwortung von Mutter und Vater in der Erziehung der Kinder.2000: Familie ist überall dort, wo Eltern für Kinder und Kinder für Eltern Verantwortung tragen.
„Verabschiedet sich die CDU vom christlichen Menschenbild?“, fragte im Januar die Tagespost:
In der „Mainzer Erklärung“ […] kommt der Begriff „christliches Menschenbild“ nicht mehr vor. Es scheint sogar vordergründig, dass abgerückt wird von einer christlichen Perspektive und Werteverortung der politischen Entscheidungsprozesse.
Heute hingegen betonte Angela Merkel, das christliche Menschenbild bleibe Leitbild der CDU. Und Christoph Böhr erläuterte die Details:
Aus dem christlichen Menschenbild müsse ein zeitgemäßes Gesellschaftsbild folgen.
Wir dürfen gespannt sein.
Es scheint langsam ernst zu werden mit der für den Reformationstag angekündigten Veröffentlichung der Bibelübersetzung in „gerechter Sprache“. In der FAZ vom Wochenende befasst sich Felix Grigat ausführlich mit der Kritik an diesem Projekt.
Ein Hammerschlag gleich im ersten Satz: Demnach „entfernen sich einige Protestanten zusehends vom reformatorischen Schriftprinzip (sola scriptura), wonach die Bibel allein Richtschnur für kirchliche Lehre und Tradition ist.“
So haben sich die 52 Übersetzer […] darauf verpflichtet, neben der historisch-kritischen und literaturwissenschaftlichen Exegese Einsichten der feministischen Theologie, des christlich-jüdischen Dialogs sowie „Wahrnehmungen aus der Sicht von gesellschaftlichen Minderheiten“ zu berücksichtigen.
Kritiker kreiden an, dass „Grundsätze der klassischen Philologie hermeneutischen Interessen untergeordnet würden“.
Der Tübinger Alttestamentler Bernd Janowski sagte, die Neuübersetzung liefere sich an den Zeitgeist aus und sei ein „Dokument des sich selbst aushöhlenden Protestantismus“. Es sei „beschämend“, daß es überhaupt von kirchenleitender Stelle aus protegiert werde.
In der Summe bleibt kein gutes Haar an der Übersetzung, die bereits vor Erscheinen in einschlägigen Blogs massiv kritisiert wird. Übrigens nennt Grigat auch Margot Käßmann unter den Förderern – laut Website hat sie das 5. Buch der Tora mitbezahlt.
Wo ist das Problem? Wenn weder Freiheit noch Sicherheit absolute Werte sind, sondern jeweils in Relation zu anderen Werten stehen, dann ist das doch ein völlig legitimer Tausch.
Doch warum wecken die dänischen Karikaturen auch den Zorn der Einsichtigen? Die Antwort liegt auf der Hand. Sie haben nicht deshalb demonstriert, weil sie sich plötzlich zu Fundamentalisten bekehrt hätten, sondern weil sie fürchten, die kulturelle Modernisierung könne sich am Ende doch als Sackgasse erweisen. Aus ihrem Protest spricht die Angst, dass von den heiligen Bildern der islamischen Tradition nichts mehr übrig bleibt – nur deren Karikatur. Es ist die Angst vor der leeren Freiheit, vor einem Liberalismus, der nur noch eines duldet: das Liberale. Schließlich spricht aus dem Protest der nagende Zweifel, ob es islamischen Gesellschaften gelingt, einen eigenen Weg in die kulturelle Moderne zu finden – oder ob sie sich dem säkularisierenden Sog einer kapitalistischen Konsumkultur unterwerfen müssen, die Gott in Geld und das »Heilige« in Reklame verwandelt.
Es gibt eine paradoxe Gleichzeitigkeit von Säkularisierungstendenzen und Revitalisierungstrends des Religiösen. Der Fundamentalismus-Begriff allerdings stammt aus protestantischen Debatten. Von „Fundamentalismus“ ist erstmals im frühen 20. Jahrhundert in den USA die Rede. Oft wird vergessen, daß wir einen genuin protestantischen Kampfbegriff zur Analyse islamischer Entwicklungen benutzen. Möglicherweise ist das kein sehr kluges Vorgehen.
Das Buch ist ein Hammer und reinste Provokation für katholikale und evangelikale Kirchenohren und -hirne.
Vielversprechend auch die Kurzbeschreibung bei Amazon:
Provozierend und Notwendig. Die kritische Revision christlicher Glaubensaussagen. Eine scharfe Analyse in großer Sympathie. Für einen Glauben, der Leben schafft. Das Unbehagen wächst – aber niemand tut etwas. Die Menschen wenden sich gelangweilt ab. Selbst Pfarrer und Pfarrerinnen glauben kaum, was ihr Amt ihnen zu bekennen aufgibt – doch niemand traut sich, die Wahrheit offen auszusprechen: Die Kirche muss sich von vielen ihrer Glaubensaussagen verabschieden. Es gilt, Neues zu bedenken. Klaus-Peter Jörns unterzieht alle zentralen Glaubensaussagen der Christen einer kritischen Revision. Ob die Bedeutung der Bibel oder Jesus Christus, ob Offenbarungsglaube oder Schöpfungsbericht – alles prüft er mit scharfer Analyse und in großer Sympathie. Sein Ziel: die Neuformulierung eines Glaubens, der Leben schafft.
Und Amazon in seiner großen Weisheit weiß das Buch gleich richtig einzuordnen:
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