Fulminant

Schon wieder ein prominenter Sendeplatz für einen Hirten der Kirche: Karl Kardinal Lehmann in einem bemerkenswerten Interview mit der Zeit. Auszüge, wie gewohnt möglichst sinnverzerrend aus dem Zusammenhang gerissen sorgfältig ausgewählt:

Meine Erfahrungen bei den Katechesten, den Bibelarbeiten, auf dem Weltjugendtag waren fulminant – eine Dreiviertelstunde konzentriertes Zuhören, die Fragen nicht modisch oder geschwätzig, sondern authentisch, auch offen für die Einsichten wissenschaftlicher Theologie. Das ist mehr als bloß Stimmung oder Rausch.

Erfrischende Töne auch zum Lieblingsthema aller Kirchenkritiker:

In der Sexualethik, wo die Kirche nach einem klappernden Schema immer wieder abgefragt wird, wann sie diese oder jene Vorschrift endlich lockert, müssen wir auch einmal mehr Gegenfragen stellen: Sind das wirklich alles segensreiche Liberalisierungen gewesen, was sich da zwischen Mann und Frau verändert hat, oder ist manches auch zum Schaden des Menschen ausgegangen? Wie viel Gewalt und Rücksichtslosigkeit ist in die intimsten Beziehungen und Verhältnisse eingedrungen?

Ausführlich spricht Lehmann über die jüngsten Differenzen mit Vertretern des Protestantismus:

Eine zunächst legitime Suche nach der eigenen Identität kann schnell umkippen, wenn man zu ihrer Sicherung distanzierende oder abwertende Abgrenzungen vornimmt. Profilierung im guten Sinn kann man nur auf einem sehr schmalen Grat erreichen. Denn der ohnehin schmale Grat führt unweigerlich an den Abgründen der Unverbindlichkeit und der Profilsucht vorbei. Bei Bischof Wolfgang Huber habe ich da keine Sorgen, aber es gibt auf allen Seiten Epigonen, die nicht mehr differenzieren können und vielleicht auch nicht wollen.

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Kanzelrede

Was Paul Kirchhof am vergangenen Sonntag gemacht hat, berichtet der Südkurier:

Donaueschingen ist nicht Wittenberg. Und Kirchhof nicht Luther. Aber auch der Heidelberger Professor hat „sieben Thesen“ dabei, als er im Defilee mit dem Fürstenpaar durch das Seitenportal tritt und im Altarraum das Bergpredigt-Motiv stellt. Mit verschränkten Armen verharrt Paul Kirchhof da zu „Besinnungsminuten“, am Boden umlagert von Zuhörern, die keinen Platz mehr in den Bänken bekommen hatten. Quarantäne nach dem schrillen Wahlkampfgetöse draußen, das Kirchhof bis zum Samstag verfolgte, ehe er sich wenigstens den Sonntag Vormittag ganz für einen privaten Tankstopp bei der Familie freigehalten hat.

Privat bleibt es dann auch zuerst noch in Donaueschingen. Im Pfarrhaus war eine behagliche Kaffeetafel gedeckt, die Paul Kirchhof, seine Frau Jutta, Fürstin Maximiliane zu Fürstenberg und Pfarrer Fischer umkränzen. Zuckersüß der Zwetschgenkuchen, leicht bitter aber die Erkenntnis des Rechts- und Steuerwissenschaftlers in vertraulich-privater Runde, in welchen medialen und parteipolitischen Reißwolf er und seine Ideen vom einfachen und gleichermaßen sozialpolitisch-motivierten Steuersystem geraten sind. […]

Auf der Kanzel dann spricht Kirchhof nicht mehr von Steuern. Dafür von der unausweichlichen Notwendigkeit, das Verfassungsrecht auf Freiheit als höchstes Gut mit der moralischen Verantwortlichkeit zum Handeln zu verbinden. Politik-Gestaltung und Absichts-Ethik als Kombi-Präparat für die Probleme unserer Zeit. Die sieben Thesen, die der Reformator 2005 dafür postuliert, sind sein Glaubensbekenntnis für ein gesellschaftliches Gestaltungsmodell, mit dem die „staatsbürgerliche Migräne“ der Depression zu therapieren wäre. Die Freiheit etwa, politisch gestalterisch handeln zu können, verliere die Komponente der Verantwortung, wenn dabei die Folgen ignoriert würden wie etwa der demographische Wandel.

„Freiheit in Toleranz“ dürfe nicht zur Legitimation von Desinteresse werden, sondern sei kraftvoller Auftrag zur Toleranz-Sicherung. „Freiheit und Demokratie“ seien wie Hand und Handschuh, das Staatsvolk, vor Verletzungen geschützt, aber zur Beweglichkeit fähig. Freiheit müsse auch mit dem nachdrücklichen Bekenntnis zu Ehe und Familie einhergehen, um die Zukunft zu bewältigen. „Was wir vor allem brauchen, das sind gut erzogene Kinder. Also müssen wir die Leistungsträger unterstützen, die diese Leistung bringen. Die Familien und Mütter.“

Applaus bricht aus. Und er bestätigt einmal mehr, wie stark in der Person Kirchhof Politik und Ethik reagieren. Denn danach fordert der Heidelberger Gelehrte auch die Freiheit, die sich unsere Kultur nehmen müsse, ihre Jugend „religionsfähig“ zu machen und damit ein Bekenntnis zu unserer Kultur abzugeben.

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Kreuzerhöhung

Das Kreuzfest im September hat seinen Ursprung in Jerusalem; dort war am 13. September 335 die Konstantinische Basilika über dem Heiligen Grab feierlich eingeweiht worden. Der 13. September war auch der Jahrestag der Auffindung des Kreuzes gewesen. Am 14. September, dem Tag nach der Kirchweihe, wurde in der neuen Kirche dem Volk zu ersten Mal das Kreuzesholz gezeigt („erhöht“) und zur Verehrung dargereicht. Später verband man das Fest auch in Verbindung mit der Wiedergewinnung des heiligen Kreuzes durch Kaiser Heraklius im Jahr 628; in einem unglücklichen Krieg war das Kreuz an die Perser verloren gegangen, Heraklius brachte es feierlich an seinen Platz in Jerusalem zurück. [Schott]

Ich aber bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt worden;
nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.
Ich missachte die Gnade Gottes in keiner Weise; denn käme die Gerechtigkeit durch das Gesetz, so wäre Christus vergeblich gestorben.

Ihr unvernünftigen Galater, wer hat euch verblendet? Ist euch Jesus Christus nicht deutlich als der Gekreuzigte vor Augen gestellt worden?
Dies eine möchte ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist durch die Werke des Gesetzes oder durch die Botschaft des Glaubens empfangen?
Seid ihr so unvernünftig? Am Anfang habt ihr auf den Geist vertraut und jetzt erwartet ihr vom Fleisch die Vollendung.
Habt ihr denn so Großes vergeblich erfahren? Sollte es wirklich vergeblich gewesen sein?
Warum gibt euch denn Gott den Geist und bewirkt Wundertaten unter euch? Weil ihr das Gesetz befolgt oder weil ihr die Botschaft des Glaubens angenommen habt?

Von Abraham wird gesagt: Er glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet.
Daran erkennt ihr, dass nur die, die glauben, Abrahams Söhne sind.
Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist; denn es steht in der Schrift: Verflucht ist jeder, der am Pfahl hängt.
Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Heiden durch ihn der Segen Abrahams zuteil wird und wir so aufgrund des Glaubens den verheißenen Geist empfangen.

Ich aber will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.
Denn es kommt nicht darauf an, ob einer beschnitten oder unbeschnitten ist, sondern darauf, dass er neue Schöpfung ist.
Friede und Erbarmen komme über alle, die sich von diesem Grundsatz leiten lassen, und über das Israel Gottes.

Erste Lesung der Lesehore zum Fest Kreuzerhöhung
(Gal 2,19 – 3,7.13-14; 6,14-16)

Religionsfrieden

Kai Bremer in der Frankfurter Rundschau über den Augsburger Religionsfrieden:

„Leopold von Ranke zufolge endet mit dem 1555 in Augsburg verabschiedeten Religionsfrieden das Zeitalter der Reformation. Die hatte in Deutschland nicht nur zu gewaltigen Umwälzungen des religiösen Lebens geführt. Auch das politische Leben wurde in seinen Grundfesten erschüttert, was 1546/47 im Schmalkaldischen Krieg und im so genannten ‚Fürstenkrieg‘ zwischen dem Kaiser und den protestantischen Fürsten gipfelte. Das Reich bedurfte also des Friedens in religiöser wie in politischer Hinsicht.

Ob heute unter den Bedingungen der Massenmedien diesem Ereignis viel Aufmerksamkeit zuteil geworden wäre, muss fraglich bleiben: Kaum ein Prominenter war zugegen – kein einziger Kurfürst und nur wenige wichtige Reichsfürsten hielten sich damals in der Reichsstadt Augsburg auf. Statt dessen prägten Juristen und Diplomaten das geschäftige Treiben. Dessen Ergebnis, der Augsburger Religionsfrieden, der vor 450 Jahren am 25. September 1555 verabschiedet wurde, stieß bei den politischen und intellektuellen Eliten des Reiches nicht auf ungeteilte Zustimmung. Der reformierte Flügel der Protestanten musste ihn kategorisch ablehnen, weil neben der katholischen lediglich die lutherische Religionspartei‘, wie man zu dieser Zeit zu sagen pflegte, anerkannt wurde.

Das Ergebnis war also zwiespältig: Zum Einen wurde der Großteil der deutschen Protestanten durch die juristische Anerkennung im Religionsfrieden legitimiert – sie büßten damit immerhin ihren bis dahin offiziell gültigen Status als ‚Ketzer‘ ein. Damit verrechtlichte der Religionsfrieden gleichzeitig den tiefen Riss, der zwischen Lutherischen und Reformierten sich bereits aufgetan hatte. Wollten sie dem Reichsrecht entsprechen, waren von 1555 an lutherische Landesfürsten aufgefordert, calvinistische und zwinglianische Protestanten als Ketzer zu verfolgen, wobei die härteste Strafe in aller Regel die Verweisung außer Landes blieb.

Zum Anderen akzeptierten auch einflussreiche Katholiken den Religionsfrieden nicht. Denn er erkannte faktisch die Trennung zwischen Staat und Kirche in der Weise an, dass im Reich von nun an zwei Konfessionen offiziell neben einander bestanden, was dem kaiserlichen Prinzip, weltliches Oberhaupt der einen unteilbaren Christenheit zu sein, diametral entgegengesetzt war. Es verwundert deswegen nicht, dass insbesondere die intellektuelle Speerspitze der katholischen Kirche, der eben erst gegründete Jesuitenorden, aber auch prominente katholische Juristen im Umkreis des kaiserlichen Hofs massiv gegen den Religionsfrieden polemisierten.“

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Szientistischer Atheismus

Robert Spaemann im Interview mit der Zeitung Die Presse:

„Es gibt einen kämpferischen szientistischen Atheismus, der sich der Wissenschaft bedient, den würde ich nicht verharmlosen. Manche schreiben der Evolutionstheorie zu große Erklärungskompetenz zu. Es ist ein Irrtum zu glauben, wir hätten verstanden, wer wir sind, wenn wir wissen, wer unsere Vorfahren waren; oder zu glauben, die Existenz einer göttlichen Absicht widerlegt zu haben, wenn wir die Mechanismen der Evolution nachvollziehen können. Ob Gott dahinter steht, ist von Forschungsergebnissen völlig unabhängig.“ [kreuz.net]

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Keine Interkommunion

Frère Wolfgang erläutert die Haltung der Bruderschaft von Taizé:

„Vor der Beerdigung von Frère Roger wurde eine katholische Eucharistiefeier gehalten, wie dies auch an den Sonntagen seit Jahrzehnten üblich ist. Daneben finden in Taizé regelmäßig orthodoxe und evangelische Abendmahlsgottesdienste statt. Wenn in unserer Kirche die Kommunion ausgeteilt wird, gibt es auch die Möglichkeit, an einer genannten Stelle in der Kirche das evangelische Abendmahl zu empfangen, und wird an vielen Stellen klar erkennbar gesegnetes Brot ausgeteilt, das alle empfangen können. Es gibt also keinen zwangsläufigen oder geplanten Kommunionempfang. Interkommunion, also der unterschiedslose wechselseitige Empfang der eucharistischen Gaben bzw. des Abendmahl, wurde und wird in Taizé nicht praktiziert.“ [news.stjosef.at]

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blogg.de schließt christliche Blogs aus hat technische Probleme

Wie dem Bibel-Blog, so auch diesem Notizbuch und anderen Gliedern der Blogozese. Und zwar ohne Vorwarnung – irgendwann funktionierte das Bloggmarklet nicht mehr. Auf mehrfache Nachfragen per Mail hat blogg.de nicht reagiert.

Nachtrag: Auf diesen Beitrag hingegen schon (siehe Kommentar von Nico Lumma). Es habe sich um technische Probleme gehandelt. Fein.

Im Blogverzeichnis enthalten sind hingegen Catholicism Wow (in beiden Varianten), Pax et bonum, vaticarsten.de, das seit über einem Jahr nicht mehr aktualisierte Zeit und Ewigkeit und das alte Blog von Matthias (bei blogg.de).

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Pietistische Maoisten

Der Soziologe Heinz Bude im Interview mit der Welt Gespräch mit der Zeitschrift Ästhetik & Kommunikation (Heft 129/130), in Auszügen abgedruckt in der Welt.

„Ich habe in Berlin dieses ganze Kapital-Kurs-Wesen mitgemacht. In Tübingen war ich der Gruppe internationaler Trotzkisten beigetreten. Und die Trotzkisten waren ja immer schon die FDP der Linken, von wo aus sich das Spektrum gut sortieren ließ. DKPisten rieche ich bis heute auf zehn Meter – wovon es gerade in der publizistischen Welt Westdeutschlands verdammt viele gibt. Die waren schon damals indiskutabel: Leute, die mit glühenden Augen Pablo Neruda lasen oder Peter Weiss‘ „Ästhetik des Widerstandes“. Um Himmels Willen! Wenn Weiss, dann das Auschwitz-Stück oder die frühen Sachen, aber doch nicht die Ästhetik des Widerstandes und diese linke Erbauungsliteratur. Bei den Maoisten waren die Mädchen zwar immer sehr nett – aber insgesamt waren die mir wegen ihres pietistischen Eifers ebenfalls suspekt.“ [Perlentaucher]

Kulturkrieg und Weihrauchhandelsmonopol

Sechs Tage vor der Wahl glossiert Matthias Matussek im Spiegel den Zeitgeist:

Im großen Ganzen […] ist die linke Kritik reaktionär geworden. Sie meldet sich mit der Besitzstandsrhetorik Lafontaines oder gar nicht.

Linke Visionen sind nicht mehr kulturstiftend, wahrscheinlich, weil sie sich zu oft revidieren mussten. Wen reißt heute noch der Internationalismus vom Hocker, wenn er um seinen Arbeitsplatz gegen die Globalisierung kämpft? Wer begeistert sich noch für Multikulti, wenn in den muslimischen Ghettos westlicher Großstädte Frauen verprügelt und Bomben gebastelt werden?

Ja, wem hängt nicht der hedonistische Selbstverwirklichungszirkus der Geschlechter zum Halse raus, wenn der nur noch zertrümmerte Familien, allein gelassene Kinder, soziale Verrohungen anrichtet? Die Welt, sagt Hamlet, ist aus den Fugen.

Ab und zu melden sich noch ein paar Strategen der linken Intelligenz. Sie melden sich nun kurz vor Ende der rot-grünen Ära mit einem beleidigten Türenknallen, und man erschrickt: Huch, waren die etwa die ganze Zeit noch im Zimmer? […]

Ein letzter Abend vor der Wahl. Kanzler Schröder und Angela Merkel fummeln sich in ihrem TV-Duell durch Steuermodelle und Benzinpreise und Kirchhofs Streichlisten. Die Verbesserung Deutschlands: eine Rechenaufgabe.

Doch plötzlich wird die Bilanzprosa durchbrochen von lyrischer Leidenschaft, von Beteuerungen, von nationalen Appellen. Plötzlich geht es nicht um Rechnungen, sondern um Kinderlosigkeit, um Lebensentwürfe, um Staat und Revolution, und darum ging es wahrscheinlich schon lange, ohne dass es den Beteiligten klar geworden wäre.

Plötzlich lodert der Kulturkrieg.

Die „konservativen Sehnsüchte“ (Jürgen Busche), die sich an die Gestalt Kirchhofs knüpfen, haben eine lange Vorgeschichte. Es sollte auffallen, dass es seit Heiner Müllers Aufforderung aus der Wendezeit, die Fress-Etage des KaDeWe zu plündern (SPIEGEL 43/1989), keine einzige linke Polemik gab, die haften geblieben wäre.

Die bemerkenswerten Provokationen waren vielmehr kulturkonservativer Natur und gegen den linken Mainstream gerichtet. Botho Strauß‘ Aufruf zur Askese im „Bocksgesang“, Sloterdijks „Menschenpark“, auch Walsers melancholisch-störrischer Abschied von der Gedenkkultur.

Ab und zu schlägt noch die linke „Pranger-Philologie“ („Süddeutsche Zeitung“) durch, doch solche Anfälle sind selten geworden, und sie können den gewandelten Grundton im Selbstgespräch der Deutschen nicht mehr überdecken. In den Büchern und Interviews Paul Noltes, in den Einwürfen Jürgen Busches, in den Essays Joachim Fests, im neuen Buch des Verfassungsrichters Udo Di Fabio („Die Kultur der Freiheit“) spricht sich ein konservatives Bürgertum aus, ein neues Besinnen auf Familie, auf Kirche, auf Vaterland. […]

An jenem Abend 1990 spielte [Heiner Müller] mir das legendäre Radiostreitgespräch zwischen Gottfried Benn und Johannes R. Becher von 1930 noch einmal vor.

Becher wollte den Dichter als Kämpfer für eine bessere Welt, Benn sprach dagegen, resignativ, unbestechlich: „Die Unteren wollten immer hoch und die Oberen wollten nicht herunter, schaurige Welt, kapitalistische Welt, seit Ägypten den Weihrauchhandel monopolisierte.“ [Der Spiegel]

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