Nachträglich

Same procedure as last Sunday.

Tagesgebet

Heiliger Gott,
du hast uns das Gebot der Liebe
zu dir und zu unserem Nächsten aufgetragen
als die Erfüllung des ganzen Gesetzes.
Gib uns die Kraft,
dieses Gebot treu zu befolgen,
damit wir das ewige Leben erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Gabengebet

Herr, unser Gott,
nimm die Gaben deines Volkes an
und gib, dass wir im Geheimnis
der heiligen Eucharistie empfangen,
was wir im Glauben bekennen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Was soll ich wählen?

Diese Frage des Apostels Paulus aus dem ersten Brief an die Philipper wird passenderweise am heutigen Sonntag in allen katholischen Kirchen vorgetragen (als Teil der zweiten Lesung). Bis zum Moment in der Wahlkabine ist noch Bedenkzeit.

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25. Sonntag im Jahreskreis

Sucht den Herrn, solange er sich finden lässt, ruft ihn an, solange er nahe ist.
Der Ruchlose soll seinen Weg verlassen, der Frevler seine Pläne. Er kehre um zum Herrn, damit er Erbarmen hat in ihm, und zu unserem Gott; denn er ist groß im Verzeihen.
Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege – Spruch des Herrn.
So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken.
Jes 55,6-9

Abrechnung

Daniel Deckers geht heute im Leitartikel der FAZ mit der aktuellen liturgischen Musik im Allgemeinen und deren Manifestation auf dem Weltjugendtag im Besonderen hart ins Gericht:

„Sogenannte neue geistliche Lieder und Verballhornungen der Taize-Gesänge verhinderten bei der abendlichen Vigil, daß durch die Musik eine konzentriert-meditative Atmosphäre entstand. Am Sonntag wurden die für gemeinsamen Gesang geeigneten Bestandteile der Messe einer von Chor und Orchester inszenierten ‚Missa‘ vorbehalten, was einer liturgischen Entmündigung der in die Million gehenden Zahl der Pilger gleichkam.

Obwohl diese Tendenz der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils entgegenläuft, unterscheidet sich das musikalische Geschehen auf dem Weltjugendtag keineswegs von der musikalischen Bilderstürmerei in anderen Gottesdiensten, seien es Eröffnungs- und Schlußgottesdienste auf Katholikentagen oder Erstkommunions- und Firmungsgottesdienste in den Pfarreien. Religiöse Schlager, Versatzstücke aus Musicals und Lieder, die in Anlehnung an den Pop der siebziger und achtziger Jahre entstanden sind, drängen das Repertoire des klassischen Gemeindegesangs von der Gregorianik bis zum Kirchenlied der Romantik zurück. Vor allem die ’neuen geistlichen Lieder‘ werden gegen eine angeblich musikalisch antiquierte und theologisch unverständliche Tradition in Stellung gebracht. Mit Texten, die sich an die Alltagssprache lehnen, gelten sie als Beweis kirchlicher Inkulturation und mit ihrer angeblich zeitgenössischen Tonsprache als Zeichen, daß sich Religion und Moderne nicht ausschließen.

Kritiker dieser Entwicklung haben gegen die gut organisierte Lobby dieser Lieder einen schweren Stand – gleich ob sie wie Benedikt XVI. den ‚Geist der Liturgie‘ beschwören, als Theologen auf zum Teil absonderliche, mitunter jeder christlichen Prägung beraubte Gottesbilder hinweisen, als Sprachwissenschaftler von der Banalität der Texte abgestoßen sind, als Musikwissenschaftler die Trivialität vieler Kompositionen beklagen oder als einfache Gläubige miterleben, wie Gottesdienste zu Events umfunktioniert werden, in denen eine Masse sich selbst feiert.“

Pflichtlektüre!

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Der gleiche Autor gibt heute, ebenfalls auf der ersten Seite, einen Ausblick [1,50 EUR] auf die am Montag beginnende Herbstvollversammlung der deutschen Bischofskonferenz und bewertet die Chancen Karl Kardinal Lehmanns auf eine mögliche Wiederwahl als deren Vorsitzender.

Axel Meyer und Hubert Markl verteidigen [1,50 EUR] die Evolutionstheorie gegen die Irrtümer der Lehre vom „intelligent design“. Und Hans Maier würdigt [1,50 EUR] auf einer ganzen Seite den Augsburger Religionsfrieden als europäische Pionierleistung.

Hildegard von Bingen

Hildegard wurde 1098 in Bermersheim (nördlich Alzey) geboren. Sie war das zehnte Kind des Edelfreien Hildebert und seiner Gattin Mech­tild. Das Mädchen war schwächlich, aber lebhaft und fröhlich, und das blieb sie ihr Leben lang. Schon als Kind sah sie mehr als andere Menschen. Zur Erziehung wurde sie zu Jutta von Spanheim auf den nahe gelegenen Disibodenberg gebracht. Als Jutta, die Meisterin der Klause, 1136 starb, wurde Hildegard ihre Nachfolgerin. 1150 zog sie mit ihren inzwischen zahlreicher gewordenen Nonnen in das von ihr erbaute Kloster Rupertsberg bei Bingen. Um 1165 besiedelte sie das damals leer stehende Kloster Eibingen oberhalb von Rüdesheim. ­- Schon auf dem Disibodenberg hatte sie auf Gottes Geheiß angefan­gen, ihre in wachem Zustand empfangenen Visionen und Einsichten niederzuschreiben. Sie, die sich „ungelehrt“ und „armselig“ nannte, war in Wahrheit eine hoch begabte, ja geniale Frau. Ihr Erstlingswerk nannte sie „Scivias“ – „Wisse die Wege (Gottes)“. Durch ihre Schrif­ten, Briefe, Predigten und Prophezeiungen wurde sie bald eine be­kannte Persönlichkeit. Sie stand in Briefwechsel mit Päpsten und Königen; aber auch arme und einfache Menschen suchten bei ihr Rat und Hilfe. Offenheit für die Fragen und Nöte der Welt und tiefe Gottverbundenheit waren für sie keine Gegensätze. Immer lebte sie im Licht Gottes; ihn fand sie in allen Dingen wieder: in den Steinen, Tie­ren, Menschen. Die Kraft ihrer Schau wurde geformt durch die Heilige Schrift, die Liturgie und die Kirchenväter. In allem aber blieb sie der demütig staunende Mensch. Hildegard starb am 17. September 1179. Sie wurde nie förmlich heilig gesprochen, aber immer als Heilige ver­ehrt. [Schott]

„Gott ist ewig, und Ewigkeit ist Feuer, und das ist Gott.
Und Gott ist kein verborgenes, kein schweigendes Feuer,
sondern ein wirkendes Feuer.“

„Der Heilige Geist ist Leben spendendes Leben,
Beweger des Alls und Wurzel alles geschaffenen Seins.
Er reinigt das All von Unlauterkeit,
er tilgt die Schuld, und er salbt die Wunden.
So ist er leuchtendes Leben, würdig des Lobes,
auferweckend und wieder erweckend das All.“
Hildegard von Bingen

Kornelius und Cyprian

Mehr als ein Jahr nach dem Märtyrertod des Papstes Fabian wurde der Priester Kornelius zu seinem Nachfolger gewählt (251). Damals gab die Frage, ob man die in der Verfolgung abgefallenen Christen wieder zur kirchlichen Gemeinschaft zulassen dürfe, Anlass zu einer Spaltung; Kornelius – darin einig mit dem hl. Cyprian und anderen Bischöfen – vertrat die mildere Praxis, während sein Gegner, der Priester Novatian, dem Papst an Begabung, aber nicht an Heiligkeit überlegen, die Auffassung vertrat, die Kirche könne den Abgefallenen keine Verzeihung gewähren. In einer neuen Verfolgung wurde Kornelius nach Civitavecchia verbannt und starb dort am 14. September 253.

Cyprian war in seiner Zeit der angesehenste Bischof von Nordafrika. Kurz nach 200 geboren, wurde er Lehrer der Rhetorik; um 248 wurde er zum Bischof von Karthago gewählt. Während der Verfolgung des Decius regierte er seine Diözese von einem Versteck aus. Er erwarb sich theologisches Wissen durch das Studium der Heiligen Schrift und der Väter; er selbst hat mehrere Schriften verfasst, darunter eine Erklärung des Vaterunsers. Sein Amt verwaltete er mit Güte und Festigkeit, und er wurde allgemein geliebt und verehrt. In der Frage, ob die von Ketzern gespendete Taufe gültig sei, stellte er sich gegen den Papst Stephan I., der diese Taufen anerkannte. Bevor es aber zu einer Spaltung kam, starb Cyprian in der Verfolgung des Valerian den Märtyrertod am 14. September 258. [Schott]

Ewiger Gott,
du hast deiner Kirche in den heiligen Bischöfen
Kornelius und Cyprian eifrige Hirten geschenkt
und ihnen die Kraft gegeben,
treu bis in den Tod ihren Glauben zu bekennen.
Höre auf ihre Fürsprache
und festige unseren Glauben,
damit wir bereit sind,
für die Einheit der Kirche zu beten und zu arbeiten.
Tagesgebet

Warum Kirchhof provoziert

Welch eine Kombination! Da moderierte der Politikwissenschaftler (und Allroundexperte) Jürgen Falter eine Debatte mit dem Titel „Freiheit, die ich meine …“ und Paul Kirchhof, Karl Kardinal Lehmann, dem Jesuiten Friedhelm Hengsbach, der Vorsitzenden des Nationalen Ethikrates, Kristiane Weber-Hassemer, und Klaus Adam, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Landesbank Rheinland-Pfalz.

Im Bericht der Tagespost steht natürlich Kirchhof im Vordergrund. Und es wird ein kleiner Zipfel der Strategie sichtbar, die offensichtlich mit seiner Finanzministerkandidatur verbunden war.

Wobei […] die Argumentationsweise der beiden Seiten ein erhellendes Licht auf das warf, was in Deutschland zurzeit geschieht – und was erklärt, warum Paul Kirchhof, der Wissenschaftler, der in die Niederungen und die Weite der praktischen Politik wechseln soll, ein so helles Entsetzen unter den professionellen Politikern und den professionellen Wohlfahrtsbürgern auslöst.

Beispiel Familienpolitik: Pater Hengsbach führt den Fall der allein erziehenden Mütter an. Er zeige, wie in den vergangenen Jahren diese Gruppe finanziell und steuerrechtlich von der staatlichen Gesetzgebung und Politik „strukturell“ diskriminiert worden sei. Kristiane Weber-Hassemer ergänzt dies aus ihrer Erfahrung als Strafrichterin im Bereich schwerer Kriminalität: Viele junge Familien könnten gar nicht verantwortlich ihre Freiheit gestalten, weil sie dazu ihrer Herkunft und Ausbildung nach gar nicht die Chance hätten, wie sie eben in diesen Strafrechtsprozessen ständig erfahren habe.

Dagegen Paul Kirchhof: „Ich nehme Sie, Frau Weber-Hassemer, ausdrücklich davon aus, aber ich sage immer: Gebt die Familienpolitik nicht in die Hände von Strafrichtern und Jugendpflegern, die kennen nur die Krise. Wir aber müssen Normativität und Normalität wieder zusammenbringen.“

Will heißen: Nicht die Fälle des Misslingens von Freiheit dürfen zur Norm werden, an der Staat, gesellschaftliche Einrichtungen wie Kirchen oder Unternehmen ihr Handeln ausrichten, sondern Staat, Kirchen oder Unternehmen müssen Maßstäbe der Normalität und des gelingenden Gebrauchs von Freiheit definieren, an denen der Einzelne sich orientieren kann.

„Der Vater, der sich um seine Kinder kümmert, ist eben der Normalfall, und nicht umgekehrt, also muss das auch als Norm für die Gesetzgebung dienen und nicht umgekehrt“, so Kirchhof.

Die Rede dürfe nicht so sehr von Freiheiten handeln, die dem Menschen zustehen, als davon, dass der Mensch seine Freiheitsrechte selbst wahrnehmen muss.

Genau hier liegt der Grund, warum Paul Kirchhof in Deutschland zurzeit entsprechend polarisiert: Die Menschen empfinden es nach Jahren der Bequemlichkeit und sozialpolitischen Wohltaten, mit denen sich die Politik Macht sicherte, als Zumutung, sich selbst an Normen zu messen und auszurichten, die sagen, wie der Einzelne moralisch richtig und gut leben soll. Dass alle gemeinsam gut und in Normalität leben können – was also der Einzelne für die Gemeinschaft tun kann und nicht, was der Staat für den Einzelnen zu tun hat – ist vor diesen Hintergrund für viele eine Provokation.

„Jeder hat das Recht, wie Diogenes in der Tonne zu leben. Wenn jeder wie Diogenes in der Tonne lebt, hat keiner ein Recht verletzt, aber der Staat geht zugrunde“,

illustriert Kirchhof seine provozierende These, dass das Verhältnis von Normalität und Normativität stimmen muss und nicht die Ausnahme zur Norm gemacht werden kann.

Wer so argumentiert wie Kirchhof, muss natürlich ein stabiles Wertefundament haben und auch von anderen einfordern, sich auf eine solche Basis zu stellen. Mit anderen Worten: Er muss nicht nur akzeptieren, sondern offensiv vertreten, dass unser Grundgesetz auf dem Christentum ruht. Und sich gegen jene wenden, die einem mehr oder weniger militanten Laizismus das Wort reden.

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Gedächtnis der Schmerzen Mariens

Die Erinnerung an die Schmerzen Mariens am heutigen Tag ist in Verbindung mit dem Fest Kreuzerhöhung zu verstehen (ebenso wie das frühere Fest der Schmerzen Mariens am Freitag vor dem Palmsonntag). Die Verehrung der „Sieben Schmerzen Mariens“ ist im Mittelalter aufgekommen. In Deutschland wurde das entsprechende Fest vereinzelt (Köln, Erfurt) im 15. Jahrhundert gefeiert. 1667 wurde das Fest dem Servitenorden gestattet; 1814 wurde es von Pius VII. allgemein eingeführt. – Die „Sieben Schmerzen Mariens“, nach den liturgischen Texten: 1. die Weissagung Simeons (Lk 2, 34-35); 2. die Flucht nach Ägypten (Mt 2, 13-15); 3. das dreitägige Suchen nach Jesus bei der Wallfahrt zum Tempel (Lk 2, 41-52); 4. der Weg nach Golgota; 5. die Kreuzigung Jesu; 6. die Abnahme Jesu vom Kreuz; 7. die Grablegung Jesu. [Schott]


Stabat mater dolorosa
iuxta crucem lacrimosa
dum pendebat Filius;

cuius animam gementem
contristatam et dolentem
pertransivit gladius.

O quam tristis et afflicta
fuit illa benedicta
Mater Unigeniti.

Quae moerebat et dolebat
et tremebat, dum videbat
nati poenas incliti.

Quis est homo qui non fleret
Christi matrem si videret
in tanto supplicio?

Quis non posset contristari
piam matrem contemplari
dolentem cum Filio?

Pro peccatis suae gentis
vidit Jesum in tormentis
et flagellis subditum.

Vidit suum dulcem natum
moriendo desolatum
dum emisit spiritum.

Eia mater, fons amoris,
me sentire vim doloris
fac, ut tecum lugeam.

Fac ut ardeat cor meum
in amando Christum Deum
ut sibi complaceam.

Sancta mater, istud agas
crucifixi fige plagas
cordi meo valide.

Tui nati vulnerati,
tam dignitate pro me pati,
poenas mecum divide.

Fac me vere tecum flere,
crucifixo condolere
donec ego vixero.

Juxta crucem tecum stare
et me tibi sociare
in planctu desidero.

Virgo virginum praeclara,
mihi iam non sis amara,
fac me tecum plangere.

Fac ut portem Christi mortem
passionis fac consortem,
et plagas recolere.

Fac me plagis vulnerari,
cruce hac inebriari,
ob amorem Filii.

Flammis orci ne succendar
per te, virgo, fac, defendar
in die judicii.

Fac me cruce custodiri,
morte Christi praemuniri,
consoveri gratia.

Quando corpus morietur,
fac ut animae donetur
Paradisi gloria.
Amen.