Being the Church

„Todd illustrates the huge difference between being the Church and being a denomination. A denomination is free to alter its beliefs, practices, and structures as it deems best; nothing is given. As George Weigel puts it in his book The Truth of Catholicism, a denomination is always in the process of recreating itself:

There is little that is given or secure in a denomination; the denomination is constantly being remade by its members. Christianity as denomination has no distinctive, fixed form, given to it by Christ; it adapts its form, its institutional structures, to the patterns of the age…. In much of American denominational Christianity today, institutional process is more important than binding doctrinal reference points; anything can change. The denominational community’s boundaries are ill defined, even porous, because being nonjudgmental is essential to group maintenance. Religious leadership is equated with bureaucratic managership; bishops and other formally constituted religious leaders are discussion moderators whose job is to keep all opinions in play, rather than authoritative teachers.

A denomination is something we help create by joining it; according to Vatican II, however, the Church is a divinely instituted community into which we are incorporated by the sacraments of initiation (baptism, confirmation, the Eucharist). Denominations have members like voluntary associations or clubs; the Church has members as a human body has arms and legs, fingers and toes. A denomination has moving boundaries, doctrinally and morally; the Church, according to Vatican II, is nourished by creeds and moral convictions that clearly establish its boundaries. The structures of a denomination are something we can alter at will; the Church, according to Vatican II, has a form, or structure, given to it by Christ. Catholicism has bishops and a ministerial priesthood, and Peter’s successor, the Bishop of Rome, not because Catholics today think these are good ways to do things but because Christ wills these for his Church.

Why in the world would the Catholic Church want to become another Episcopal Church? Why would it want to cease to be the Church and become just one more denomination among thousands?“ [Pontifications]

Why did the chicken cross the road?

„The Catholic: She wasn’t sure that advice to stay where she was had been infallible as distinct from calling for mere religious submission.

The Orthodox: Because her side of the road was becoming dangerously susceptible to Latin influence.

The Episcopalian: To demonstrate provisional willingness to meet the stern demands of radical inclusivity.

The Lutheran: There were too many sacraments on her side of the road.

The Calvinist: As a sure sign of predestination.

The Baptist: To look for a more promising way to maintain the verbal inerrancy of Scripture.

The Methodist: To remain chosen but not frozen.

The Non-Denominational Christian: Why not? Which side of the road one’s on means nothing in God’s eyes.

The Unitarian: To overcome one-sidedness.

Michael Liccione“ [Der Pontificator beliebt zu scherzen]

„In Nothingness do we trust“

„As modern men and women—to the degree that we are modern—we believe in nothing. This is not to say, I hasten to add, that we do not believe in anything; I mean, rather, that we hold an unshakable, if often unconscious, faith in the nothing, or in nothingness as such. It is this in which we place our trust, upon which we venture our souls, and onto which we project the values by which we measure the meaningfulness of our lives. Or, to phrase the matter more simply and starkly, our religion is one of very comfortable nihilism.

This may seem a somewhat apocalyptic note to sound, at least without any warning or emollient prelude, but I believe I am saying nothing not almost tediously obvious. We live in an age whose chief moral value has been determined, by overwhelming consensus, to be the absolute liberty of personal volition, the power of each of us to choose what he or she believes, wants, needs, or must possess; our culturally most persuasive models of human freedom are unambiguously voluntarist and, in a rather debased and degraded way, Promethean; the will, we believe, is sovereign because unpremised, free because spontaneous, and this is the highest good.“ [David B. Hart, zit. vom Pontificator]

Medialeistung

Gut 4,2 Millionen Zuschauer erreichten ARD und ZDF am vergangenen Donnerstag mit der parallelen Live-Übertragung der päpstlichen Rheinwallfahrt. „Keineswegs überragend“, wie der Spiegel feststellt. Dennoch war allein die überbordende Medienpräsenz in den letzten zehn Tagen jeden einzelnen Euro wert, den das Projekt Weltjugendtag gekostet haben mag. Als Medialeistung (also TV-, Radio-, Print- und Online-Werbung) eingekauft wäre sie völlig unbezahlbar gewesen. Unerreichbar ohnehin.

Zu den medialen Gewinnern gezählt werden muss auch Cardinal Meisner, dessen PR-Arbeit sonst durchaus zu gewissen Zweifeln Anlass gibt. Er kam sehr souverän und recht sympathisch über den Äther, ohne sich anzubiedern.

Gerade der ökumenische Dialog am Freitag ließ übrigens erkennen, was in diesem Punkt katholische von protestantischen Würdenträgern unterscheidet: Die einen (Lehmann, Meisner, Ratzinger) entfalten ihre mediale Wirkung trotz offensichtlicher Schwächen, die anderen (Huber, aber in Abwesenheit auch Käßmann) müssen offenbar höchst medientauglich auftreten, um mediale Wirkung zu erzielen.

Im Kampf um Aufmerksamkeit braucht die EKD mit allen Wassern gewaschene Medienprofis an ihrer Spitze. Sie kann sich glücklich schätzen (und das meine ich ohne jede Ironie), mit Wolfgang Huber einen solchen gewählt zu haben.

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Triumphierender Katholizismus

Schon seltsam, was zahlreiche Kommentatoren so alles über die Jugendlichen zu wissen glauben, die sich in den letzten Tagen zu Köln versammelt hatten. Am Beispiel der Kleinen Zeitung aus Graz:

„Die jungen Leute lieben den Papst, obwohl sie mit den Dogmen, die er verkündet, nur wenig anfangen können. So sehr der in seiner Heimat einst als ‚Panzerkardinal‘ Verfemte den Jubel als späte Genugtuung empfunden haben muss, so wenig macht Benedikt der Sechzehnte sich Illusionen über die paradoxe Anatomie dieser ‚amour fou‘. Ja, er akzentuierte den Widerspruch sogar, indem er bei der Vigil auf dem Marienfeld allen individuellen Versuchen, sich eine Privatreligion zurechtzubasteln, eine klare Absage erteilte und so die diffuse Gottessehnsucht, die viele vor die Tore Kölns getrieben hatte, gegen den Strich bürstete. Wer Christ sein will, kann das nur innerhalb der Kirche. So lautet die Botschaft des Papstes.“ [Deutschlandfunk/Presseschau]

Der Tages-Anzeiger aus der Schweiz mischt sich den üblichen Cocktail aus Stereotypen, Vorurteilen und bequemen Illusionen zurecht:

Man müsse festhalten, wem der Jubel der Jugendlichen eigentlich gelte: „Einem Mann, der Abtreibung und Kondom ablehnt, der vorehelichen Sex und Homo-Ehen bekämpft und der die evangelischen Kirchen für keine Kirchen hält und der die Glaubensnot in Europa viel häufiger zum Thema macht als den Hunger in der Dritten Welt. Einem Geistlichen auch, der den Jugendtag-Besuchern, sofern sie an seinen Messen teilnahmen, den vollkommenen Ablass versprach. Das sind kaum Inhalte, mit denen man die Jugend von heute begeistert. In der Postmoderne lässt sich aber offenbar auch ein vormoderner Glaube als Heilsbotschaft verkaufen. Oder geht es gar nicht um Glauben? Ist der Weltjugendtag bloss Happening mit hohem Spaßfaktor, der die Inhalte überstrahlt?“ [Tages-Anzeiger]

Ja, vielleicht merkt die Jugend von heute ja nach diesem Kommentar, dass sie nicht begeistert zu sein hat?

Zum versöhnlichen Abschluss noch ein Blick in die Zeitung La Libre Belgique aus Brüssel:

„Die spektakuläre Bekräftigung eines triumphierenden Katholizismus in einem Land, das von agnostischen 68-ern wie Bundeskanzler Schröder von der SPD und dem grünen Außenminister Fischer regiert wird, dürfte das politisch-religiöse Klima zweifellos verändern. Zum ersten Mal seit langem scheinen die deutschen Katholiken wieder den Mut zu haben, ihren Glauben in einer säkularisierten Welt zu bejahen.“

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Rätsel

Technorati fördert große Mengen an Verständnislosigkeit und Irritation in Sachen Weltjugendtag an das Tageslicht, häufig gepaart mit frappierender Ahnungslosigkeit bis hin zur offenen Dummheit, Arroganz und Ignoranz. Ein in jeder Hinsicht durchschnittliches Beispiel:

„Was ist heute eigentlich mit der Jugend los? Ich habe vorhin beim Zappen ein paar Bilder vom Weltjugendtag gesehen, da tun sich ja Abgründe auf. Als ich in dem Alter war, wollte mit der Kirche eigentlich niemand etwas zu tun haben. Sobald man konnte wurde Religion abgewählt und stattdessen “Werte und Normen” gewählt. Gerade der Papst war eine Figur, mit der man nicht sonderlich viel Gutes verbinden wollte. Warum das jetzt auf einmal anders sein soll wird mir ein Rätsel bleiben. Liegt das eventuell daran, dass der aktuelle zufällig aus Deutschland kommt? Das hat dann so ein wenig was von Olympischen Spielen, da ist man ja auch eher für die Sportler des eigenen Landes.

Überhaupt dieses Pilgern nach Köln und da abhängen und zu lustigen Songs schunkeln. Das hat so ein klein wenig von Walldorfschule und Fremdschämen. Ich verstehe es nicht, ist das das moderne Woodstock? Falls ja, habe ich echte Sorgen, was meine Zukunft angeht. Oder muss man katholisch sein, um das zu verstehen?“ [Drama King » Blog Archive » Weltjugendtag: Was geht da ab?]

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Maria Königin

Das Fest wurde von Papst Pius XII. eingeführt zum Abschluss des marianischen Jahres 1954 (Hundertjahrfeier des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis). Der Gedenktag wurde zuerst auf den 31. Mai (Schluss des Marienmonats) festgesetzt; im neuen römischen Kalender wurde er auf den 22. August. den ehemaligen Oktavtag von Mariä Himmelfahrt, verlegt. [Schott]

Gott,
du hast die Mutter deines Sohnes
auch uns zur Mutter gegeben.
Wir ehren sie als unsere Königin
und vertrauen auf ihre Fürsprache.
Lass uns im himmlischen Reich
an der Herrlichkeit deiner Kinder teilhaben.
Tagesgebet

Markenprodukt

Noch einmal beherrscht der Weltjugendtag die Kommentarspalten. Ein paar höchst selektive Notizen [Deutschlandfunk/Presseschau]:

„Wer ins Stadion geht, will in erster Linie ein Fußballspiel sehen und nicht über Sinn und Unsinn der Abseitsregelung diskutieren. Mit dem Weltjugendtag verhält es sich genauso – er war ein Fest des Glaubens, kein Forum für Kritiker der Kirche. […] Die Protestanten als ‚kirchliche Vereinigung‘, seine Warnung vor der Beliebigkeit im Glauben – das ist Joseph Ratzinger, und der gibt in der Sache keinen Rabatt.“ [Südwest Presse]

Der Weltjugendtag hat die Diskursverhältnisse verändert:

„[…] selbst die hartnäckigsten Katholizismus-Kritiker sind über Nacht zu großen Retuschen an ihrem verstaubten Kirchenbild gezwungen. Der bunte Mix aus Gebet, Gesang, Katechese und jugendlichem Überschwang sollte nun endgültig das Klischee von einer ausschließlich auf Gebote und Verbote, auf Moral fixierten Kirche zertrümmert haben.“ [Die Welt]

Doch ganz ohne Klischees kann der gemeine Kommentator nicht.

„Der Wille des Vatikans zur Ökumene gilt derzeit vor allem den orthodoxen Glaubensbrüdern, während die Weichen in der Heimat des Papstes eher auf Re-Konfessionalisierung gestellt zu sein scheinen. Der Erlass zeitlicher Sündenstrafen, welcher den jungen Köln-Wallfahrern vom Heiligen Vater gewährt wurde, passt da ins Bild. Ob Ratzingers Fegefeuer-Rabattaktion im Lande Luthers, an dessen Ablass-Kritik die Reformation sich seinerzeit maßgeblich entzündete, ein ermutigendes ökumenisches Zeichen ist, darf bezweifelt werden. – Doch in Köln ging es ohnehin weniger um Inhalte als um die Einübung kollektiver Rituale. Auf dem Marienfeld feierte die größte Institution der Welt vor allem die Rückkehr zum Markenprodukt: zur Selbsterfahrung der Masse im ideologiefreien Raum.“ [Esslinger Zeitung]

Ein Markenprodukt, in der Tat – nicht zuletzt deshalb, weil niemand auf die wohlfeilen Ratschläge derjenigen gehört hat, die vieles katholische nicht brauchen oder es gleich für anstößig halten.

Anstößig war der Weltjugendtag tatsächlich – weder interreligiös korrekt noch ökumenisch korrekt, schon gar nicht agnostisch korrekt oder politisch korrekt. Er zwang zur Positionierung.

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Herr deine LIIIIIeeeebeeee

„Mag sein, daß ich etwas über die Stränge schlage, aber lieber irritiert und näher an der Realität, als im selbstgestrickten Pulli und Jesuslatschen die Klampfe schwingend immer noch und immer wieder ‚Herr deine LIIIIIeeeebeeee‘ schmettern, als hätten wir 1975.“ [diotima64 bei Credo ut intelligam]

21. Sonntag im Jahreskreis

Ich lege ihm den Schlüssel des Hauses David auf die Schulter. Wenn er öffnet, kann niemand schießen; wenn er schließt, kann niemand öffnen.
Jes 22,22