Hat der Matthias gesagt. Und wo er Recht hat, hat er Recht.
Nur für den Fall, dass es jemand noch nicht wusste.
Hat der Matthias gesagt. Und wo er Recht hat, hat er Recht.
Nur für den Fall, dass es jemand noch nicht wusste.
Die Ironie (griechisch ειρωνεία – altgriechisch eironeía, heute ironía ausgesprochen – wörtlich die Verstellung) ist eine Äußerung, die oft – aber nicht zwingend – das Gegenteil des Gesagten meint, die mit scheinbarer Ernsthaftigkeit den gegnerischen Standpunkt ins Widersprüchliche zieht. Im Gegensatz zum Humor ist Ironie eher kritisch und nicht um Zustimmung bemüht. Ironie wird oft durch Mimik, Gesten oder Betonung zusätzlich unterstrichen und so als solche kenntlich gemacht.
Sokrates lehrte Ironie als Mittel zur Entlarvung vermeintlichen oder anmaßenden Wissens, jedoch nicht mit dem Ziel des Lächerlichmachens. Der Dialogpartner wurde vielmehr durch das scheinbar selbstständige Auffinden eigener Widersprüchlichkeiten in die Lage gebracht, diese zu durchschauen. Ludwig Tieck prägt hingegen den Begriff der Romantischen Ironie.
In der Umgangssprache werden gegenwärtig spöttische Wortbildungen wie Warmduscher gebraucht. In der Selbstironie spiegelt sich eine kritische, spielerische Haltung gegenüber dem eigenen Standpunkt wider.
Ironie ist nur aus dem Kontext heraus verständlich. Zum Beispiel ist die Bezeichnung Warmduscher nur in Regionen verständlich, wo es auch Duschen für die Mehrheit der Menschen gibt. In in einer schriftlichen Mitteilung ist Ironie nicht eindeutig zu erkennen. Der Autor und seine Einstellungen sind unbekannt, ebenso fehlt die Übermittlung der Satzbetonung.
Zeitungen helfen sich damit, Beiträge eindeutig als ironisch zu kennzeichnen (Glosse). Internetnutzer in Mitteilungsforen bemühen Smilies. Die einzige Möglichkeit, Missverständnisse zu vermeiden, ist, in schriftlichen Mitteilungen auf Ironie zu verzichten. [Wikipedia]
Smilies sind für Warmduscher.
Nico Lumma ruft sie aus:
„Im Rahmen der Lumma-Sachlichkeits-Offensive werden die Artikel ab sofort einem Redaktionsbeirat gelesen und diskutiert, bevor sie dann veröffentlicht werden. Man mag sich nicht vorstellen, was passieren würde, wenn gerade in Weblogs einfach so Artikel publiziert werden könnten, die dann vielleicht auch noch flapsig formuliert sind. Nicht auszudenken.
Dem will ich entgegenwirken und künftig dafür sorgen, dass hier nur noch sprachlich geschliffene und inhaltlich ausgewogene Artikel erscheinen. Letztendlich kann man ja auch nicht wollen, dass sich Widerspruch regt oder gar eine Diskussion in den Kommentaren stattfindet. Gerade Weblogs sollten hier ein Exempel statuieren und ich werde mit meiner Sachlichkeits-Offensive einer der Bannerträger der Neuen Sachlichkeit werden. Bitte unterstützt mich in diesem Unterfangen.“
Da bin ich doch gerne dabei.
Klaus Berger spricht [1,50 EUR] heute in der FAZ:
„‚Wenn ein Fall schwierig ist, sollte man das nicht, wie in der Titelseitenankündigung des Artikels von Edo Reents (FAZ vom 27. Oktober), zuerst dem Opfer ankreiden (‚K. Berger verschleiert‘) und nicht seine mangelnde Offenheit und Klarheit beklagen. Denn wenn alle meine Aussagen wahr sind (wofür ich mich verbürge), dann kommt es darauf an, wie man das Mosaik zusammenlegt. Diese Aussagen sind: ‚Ich bin nie aus der katholischen Kirche ausgetreten‘, ‚ich bin Mitglied der Evangelischen Kirche‘, ‚ich bin katholisch nach Herz und Heimat‘, ‚ich bin ökumenisch in der Theologie und habe nie etwas anderes darüber gehört‘. Wenn alles das zugleich wahr ist, gibt es nur eine richtige Lösung: Der Fall ist auf dem sanften Weg des Übertritts geregelt worden.'“ [Perlentaucher]
Halloween und Lutherbonbon gestern bei bild.de:
Die Evangelische Kirche in Deutschland ruft zum Halloween-Boykott auf. Heute, ausgerechnet am Reformationstag, feiern Millionen Kinder das kultige Geister- & Gruselfest.
Margot Käßmann (47), Landesbischöfin von Hannover: „Die Reformation hat uns von Geisterkulten befreit. Da brauchen wir nun keinen Import aus den USA.“
Von was die Reformation uns so alles befreit hat… Danke, Dr. Martinus!
Und wieso „ausgerechnet“ am Reformationstag? Hätte er halt seine Thesen nicht am Vorabend von Allerheiligen (engl. Allhallows Evening) an die Kirche hämmern dürfen.
Gar trefflich weiß die NZZ den Fall Berger zu deuten:
Der Protestantismus hat historisch ein nicht geringes Scherflein dazu beigetragen, dass die Gewissensfreiheit den zentralen Rang erhalten hat, den sie im säkularen Staat einnimmt – wäre es dann nicht befremdlich, wenn es ausgerechnet im Hort der religiösen Subjektivität päpstlicher zugehen müsste als beim Papst? – Vom jetzigen Papst hat Berger geschrieben, dass er den Vorgang «genau» kenne und «sein theologisches nihil obstat gegeben» habe. Die päpstliche Unbedenklichkeitserklärung wäre – in den Augen des Laien – allerdings insofern nicht ganz unbedenklich, als sie sich über das Kirchenrecht hinwegsetzte. Danach nämlich hätte Berger sich mit seinem Übertritt zu einer anderen Konfession automatisch die Exkommunikation zugezogen. [Perlentaucher]
Wozu dient den Heiligen unser Lob, wozu unsere Verherrlichung, wozu dieses ganze Hochfest? Was sollen ihnen irdische Ehren, da doch der Vater im Himmel sie ehrt, wie der wahrhaftige Sohn versprochen hat? Was soll ihnen unser Lobpreis? Die Heiligen brauchen unsere Ehren nicht. Unsere Frömmigkeit gibt ihnen nichts. Offenbar steht es in unserem, nicht in ihrem Interesse, daß wir ihrer gedenken und sie ehren. Ich gestehe, daß mich starkes Verlangen erfaßt, wenn ich das bedenke.
Das aber ist das erste Verlangen, das die Gedächtnisfeier der Heiligen in uns erweckt oder verstärkt: daß wir ihre ersehnte Gemeinschaft erlangen und Mitbürger und Zeitgenossen der seligen Geister sein dürfen, daß wir uns unter die Schar der Urväter, die Reihe der Propheten, die Ratsversammlung der Apostel, das große Heer der Märtyrer, die Schar der Bekenner und die Chöre der Jungfrauen mischen dürfen, daß wir, mit allen Heiligen versammelt, an ihrer Freude Anteil gewinnen. Jene Gemeinde der Erstgeborenen erwartet uns, und wir denken nicht daran. Die Heiligen verlangen nach uns, aber wir unterschätzen es. Die Gerechten warten auf uns, und wir beachten es nicht.
Bernhard von Clairvaux: Aus einer Predigt zum Fest Allerheiligen. Zweite Lesung der Lesehore zum Hochfest Allerheiligen (Auszug).
Mehr zum Hochfest bei fono, im Kompendium, bei St. Dymphna und, ganz wichtig, Ulrich T. G. Hoppe über die Aktualität des Ablasses.
Ein must read: Päpstliche Ereignisse, beschrieben von Andreas Püttmann in der Zeitschrift Die Neue Ordnung:
Der Papst machte durch seinen Stil deutlich: „Nicht die Person soll das Amt überformen, sondern das Amt die Person in Dienst nehmen.“ Daß die „Amtskirche“ unter „kritischen“ deutschen Katholiken schon lange ein pejorativer Kampfbegriff ist, zeigt insofern nur deren Realitätsverlust auf. Vielleicht kann die Begegnung mit der weltkirchlichen Wirklichkeit in Rom und Köln ihnen zu einem Stück mehr Bodenhaftung verhelfen – auf dem Felsen Petri. Zu fürchten steht allerdings, daß bei den meisten die alte deutsche Maxime siegen wird: „Wenn meine Ideen nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen: Pech für die Wirklichkeit.“ [Credo ut intelligam]
Selbst die Welt scheut sich nicht, die Christusgemeinschaft in die Nähe des Fundamentalismus zu rücken, wenn sie über den Austritt von 80 Schwestern aus dem Franziskanerinnen-Kloster im emsländischen Thuine berichtet:
„Viele der ausgetretenen Nonnen stehen der Christusgemeinschaft (CG) nahe – einer fast fundamentalistisch einzustufenden religiösen Gemeinschaft.“ [Die Welt]
Schauen wir mal, was diese Gemeinschaft über sich selbst sagt:
Papst Johannes Paul II. schreibt in seiner Enzyklika Redemptor Hominis, dass sich „der Mensch, der sich bis in die Tiefe hinein verstehen will, sich mit seiner Unruhe, Unsicherheit und auch mit seiner Schwäche und Sündigkeit, mit seinem ganzen Leben und Tode Christus nahen muß. Nur in der Assimilation des Lebens Jesu wird der Mensch sich selber finden.“ Dieser Prozeß ist die Bedeutung des Wortes „Christusgemeinschaft“. Die Mitglieder der „Christusgemeinschaft“ verbindet das Bemühen, sich ständig neu „Christus zu nahen“ und in der „Gemeinschaft mit Christus“ zu leben. Darin finden sie sich selbst und darin entsteht die Gemeinschaft untereinander.
Das geistliche Leben orientiert sich an der Verkündigung und Lehre der katholischen Kirche. Die Dokumente des 2. Vatikanischen Konzils und ihre Auslegung besonders in den Schriften Papst Johannes Paul II. sind die Grundlage der Verkündigung, der Lehre und des Gebetes. Breiten Raum im Leben der Gemeinschaft nimmt die Musik ein. Musik und Gesang führen in den Lobpreis Gottes.
Wenn das Fundamentalismus ist, dann bin ich Fundamentalist.