Modern Mood

„The Catholic Church is the only thing which saves a man from the degrading slavery of being a child of his age. […] We do not really want a religion that is right where we are right. What we want is a religion that is right where we are wrong. In these current fashions it is not really a question of the religion allowing us liberty; but (at the best) of the liberty allowing us a religion. These people merely take the modern mood, with much in it that is amiable and much that is anarchical and much that is merely dull and obvious, and then require any creed to be cut down to fit that mood. But the mood would exist even without the creed. They say they want a religion to be social, when they would be social without any religion. They say they want a religion to be practical, when they would be practical without any religion. They say they want a religion acceptable to science, when they would accept the science even if they did not accept the religion. They say they want a religion like this because they are like this already. They say they want it, when they mean that they could do without it.“

G. K. Chesterton, zitiert vom Pontificator

Simply the Truth

„It is impossible to be just to the Catholic Church. The moment men cease to pull against it they feel a tug towards it. The moment they cease to shout it down they begin to listen to it with pleasure. The moment they try to be fair to it they begin to be fond of it. But when that affection has passed a certain point it begins to take on the tragic and menacing grandeur of a great love affair. The man has exactly the same sense of having committed or compromised himself; of having been in a sense entrapped, even if he is glad to be entrapped. But for a considerable time he is not so much glad as simply terrified.

It may be that this real psychological experience has been misunderstood by stupider people and is responsible for all that remains of the legend that Rome is a mere trap. But that legend misses the whole point of the psychology. It is not the Pope who has set the trap or the priests who have baited it. The whole point of the position is that the trap is simply the truth. The whole point is that the man himself has made his way towards the trap of truth, and not the trap that has run after the man. All steps except the last step he has taken eagerly on his own account, out of interest in the truth; and even the last step, or the last stage, only alarms him because it is so very true.

If I may refer once more to a personal experience, I may say that I for one was never less troubled by doubts than in the last phase, when I was troubled by fears. Before that final delay I had been detached and ready to regard all sorts of doctrines with an open mind. Since that delay has ended in decision, I have had all sorts of changes in mere mood; and I think I sympathise with doubts and difficulties more than I did before. But I had no doubts or difficulties just before. I had only fears; fears of something that had the finality and simplicity of suicide. But the more I thrust the thing into the back of my mind, the more certain I grew of what Thing it was. And by a paradox that does not frighten me now in the least, it may be that I shall never again have such absolute assurance that the thing is true as I had when I made my last effort to deny it.“

G. K. Chesterton, zitiert vom Pontificator

Sieg der Erkenntnis

Die Tagespost zitiert Joseph Card. Ratzinger (aus der Januarausgabe 2000 der italienischen Zeitschrift 30 Giorni):

„Im Christentum ist die Vernünftigkeit Religion geworden und ist nicht mehr ihr Gegner. Damit das geschehen konnte, damit sich das Christentum als Sieg der Entmythologisierung, als Sieg der Erkenntnis und so der Wahrheit verstehen konnte, musste es sich notwendig als universal betrachten und zu allen Völkern gebracht werden: Dies nicht als spezifische Religion, welche die anderen in einer Art von religiösem Imperialismus zurückdrängt, sondern als eine Wahrheit, die den Schein überflüssig macht. Und es ist gerade das, was in der weiten Toleranz der Polytheismen notwendig als untolerierbar, sogar als Feind der Religion, als ‚Atheismus‘ erscheinen musste… Es störte deshalb vor allem die politische Nützlichkeit der Religionen und gefährdete die Grundlagen des Staates, in dem es nicht eine Religion unter anderen, sondern der Sieg der Intelligenz über die Welt der Religionen sein wollte.“

Wohlgemerkt: Hier geht es um das Christentum an sich, nicht etwa um den Katholizismus… Der Artikel, an dessen Beginn das obige Zitat steht, trägt den Titel „Der Papst und die Krise Europas“.

Ökumene der Frommen

Tagespost-Kommentator Guido Horst über eucharistische Gastfreundschaft:

„Wenn ‚Kirche von unten‘ zur eucharistischen Gastfreundschaft aufruft, Katholiken und Protestanten bei Gottesdiensten der anderen Konfession den Empfang des Abendmahls oder der Eucharistie einfordern, dann hat das nichts mit Ökumene zu tun. Es sind Symptome einer Glaubenskrise, deren Auswirkungen von der Gedankenlosigkeit der einen bis zum offenen Ungehorsam der anderen reichen. Aber es gibt auch eine ‚Ökumene der Frommen‘.

Und diese ist zu unterscheiden von der oft falsch verstandenen ‚Ökumene der Masse‘. Als Frère Roger Schütz beim Trauergottesdienst für Johannes Paul II. aus der Hand von Kardinal Ratzinger die Kommunion empfing, wussten beide, was sie tun. Der evangelische Gründer der Gemeinschaft von Taizé glaubt an die Eucharistie, wie das die Katholiken tun. Und Ratzinger wusste, dass der verstorbene Papst Frère Roger immer wieder zur Kommunion eingeladen hatte. Jemand hatte sich und seinen Glauben geprüft, ein anderer hatte gesagt: Komm, sei unser Gast. In dieser Selbstprüfung und Ausdrücklichkeit ist das etwas ganz anderes als das unüberlegte Strömen zum gemeinsamen Abendmahl, wo es vielen mehr um das Gefühl oder den triumphierenden Gestus kirchlichen Ungehorsams geht.

Papst Benedikt XVI. hätte nicht die Ökumene zu einer der vordringlichen Aufgaben seines Pontifikats erklärt, wenn er nicht entschlossen wäre, die ‚Ökumene der Frommen‘ entschieden voranzutreiben.“

Ich möchte nicht den ganzen Kommentar zitieren, aber empfehle, ihn in Gänze nachzulesen. Im letzten Absatz spricht Guido Horst noch knapp den Petrusdienst an…

Was ist Kirche?

fono spricht Klartext. Und andere ebenso:

„Bischof Gerhard Ludwig erklärte, durch die Reformation sei ‚eine ganz andere Kirche‘ entstanden. Zu den Kirchen und Gemeinschaften, die aus der Reformation hervorgingen, gebe es tatsächlich ‚eine gewaltige Kluft, die sich nicht so leicht schließen lässt‘. Der Regensburger Oberhirte betonte den Zusammenhang zwischen der Gemeinschaft mit Christus und der Gemeinschaft mit der Kirche. Diesen Zusammenhang ständig in Frage zu stellen, bedeute die Basis der Wahrheit zu unterlaufen. Außerdem kritisierte Bischof Gerhard Ludwig die in diesem Zusammenhang häufig anzutreffende Haltung der Gleichmacherei. ‚Wenn alles gleich ist, ist es unmöglich zu begründen, warum es einen dreieinigen Gott gibt und wir uns nicht auf die Idee eines allgemeinen Göttlichen einigen‘, so der Regensburger Bischof. Der öffentliche Druck, alles auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu reduzieren, führe zu einer ‚Entkernung des katholischen Glaubens, zersetze seine Grundlagen und mache dadurch die ökumenischen Bemühungen überflüssig‘.“

Antonius von Padua


„Ich will, dass du den Brüdern die heilige Theologie darlegst, jedoch so, dass weder in Dir noch in ihnen der Geist des Gebets ausgelöscht wird, gemäß der Regel, die wir versprochen haben.“
Der hl. Franz von Assisi an Antonius von Padua

11. Sonntag im Jahreskreis


Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter.
Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.
Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.
Mt 9,37 – 10,1

Frei schwebend

«Du willst den Geist Christi haben? So sei im Leib Christi. Du kannst den Geist nicht frei schwebend haben, sondern es ist der Geist des Leibes Christi, und wenn du den Geist willst, wenn du Pneumatiker sein willst, musst du dir zuerst die Verdemütigung des soma widerfahren lassen.»
Augustinus (zit. nach Reinhold Bärenz: Es geht nicht nur ums Geld. Pastoraltheologische Perspektiven zu Kirchenaustritt und Kirchenzugehörigkeit, SKZ 7/1998.)

Lehren

Ephräm der Syrer gilt als Kirchenlehrer. Benedikt XV. hat dies 1920 festgestellt. Kirchenlehrer klingt irgendwie altmodisch, und mancher nimmt die Lehre der Kirche eher als Bedrohung seiner individuellen Freiheit wahr.

Heute morgen fiel mir ein Lied ein, das im katholischen Gesangbuch Gotteslob nur noch ein Schattendasein fristet. Meine Diözese hat es nicht einmal mehr in den Bistumsanhang aufgenommen. Und trotzdem kann ich mich lebhaft daran erinnern, wie dieses Lied bei bestimmten Gelegenheiten im gut besetzten gotischen Dom, der meine Heimatkirche ist, gesungen wurde. Ohne Gesangbuch schmetterten da die Katholiken diese Zeilen, die Orgel brauste dazu, der Organist konnte alle Register ziehen, die er ziehen wollte, ohne den Gesang damit zu übertönen (wie es heute meistens geschieht).

Fest soll mein Taufbund immer stehn,
Ich will die Kirche hören!
Sie soll mich allzeit gläubig sehn
Und folgsam ihren Lehren!
Dank sei dem Herrn, der mich aus Gnad‘
In seine Kirch‘ berufen hat,
Nie will ich von ihr weichen!

Eine Variante, die sich heute mancher nicht mehr zu singen getraut, lautet so:

Fest soll mein Taufbund immer stehn,
Ich will die Kirche hören!
Sie soll mich allzeit gläubig sehn
Und folgsam ihren Lehren!
Dank sei dem Herrn, der mich aus Gnad‘
Zur wahren Kirch‘ berufen hat,
Nie will ich von ihr weichen!

Wenn 700 Menschen aus voller Kehle solche Zeilen singen, ist das ein liturgisches Ereignis, das selbst abgebrühten Kritikern Gänsehaut verursacht. (Wenn auch aus anderen Gründen.)

Vor ein paar Jahren traf ich nach der Osternacht, in der dieses Lied gesungen wurde, einen akademischen Menschen, der mir bekannte, er könne diesen Text nicht ehrlichen Herzens mitsingen: Dass sein Taufbund immer fest stehen solle, sei er zu versprechen nicht in der Lage.

Ich möchte hinzufügen: Wer will denn die Kirche hören? Ist nicht vielmehr die Kirche diejenige, die zu hören hat? Wer möchte allzeit gläubig und folgsam ihren Lehren sein? Modern ist doch, wer seinem eigenen Stern folgt. (Vom Dank für die Berufung zur wahren Kirch‘ einmal ganz zu schweigen…)