Dogma

Dogma (from the Greek, dokein). Original definition and application in classical antiquity: ‘that which seems good.’ As employed in Christian theology, revealed truth ‘that is of God.’

“Philip said, ‘Lord, show us the Father, and we shall be satisfied.’ Jesus said to him, ‘Have I been so long with you, and yet you do not know me, Philip? He who has seen me has seen the Father’.”

“The world is redeemed by the patience of God. It is destroyed by the impatience of Man.” (Benedict XVI)

[…]

According to the biblical narrative of Man’s impatience with God and Man’s inhumanity to Man, things have been out of kilter from time immemorial. The church at least used to understand this. Orthodox Christianity, Eastern and Western alike, Catholic and Protestant alike, when still rooted and grounded in God’s Word Written (Holy Scripture) and God’s Word Incarnate (the Person of Christ) has always understood this. The perennial philosophy of credal Christendom traditionally reflected this. Even classical, pre-modern mathematics presupposed this! Such math was about God, too!

But the “new” math” is not so “new”. When I was an undergraduate at The University of the South (when that Christian liberal arts institution was still residually rooted in the trivium and quadrivium) its Vice Chancellor was Edward McCrady, scion of an old Charleston family, scientist, classicist, Episcopal lay theologian, polymath, who was still holding the line in the face of the 300 year-old process of replacing determinate numerical values with symbolism and its Humpty Dumpty consequences, beginning with René Descartes.

Dr. McCrady was among the truth tellers about the emperor’s “new” or “symbolic” clothes! Those “new clothes” reflect the subjective concept of Number as no longer tied to things out there, no longer descriptive, no longer a way of counting the “many” – the multitude of God-given actualities – no longer reflective of a reality extra nos, outside of ourselves or our own minds, but rather a symbolic “calculus” of self-invention, so that even Zero is now conceived as a Number yet does not, of course, identify any number of things!

Since Descartes, mathematics, like everything else, reflects his dictum Cogito, ergo sum: “I think therefore I am.” Or, as the former Joseph Cardinal Ratzinger often put it: “Reality” has become what Man “simply thought up.” Or again, as the erudite Dr. McCrady, in uncharacteristic lingo, once said about Zero: “There ain’t no such thing.” Or, for that matter, as Flannery O’Connor expostulated about the “symbolic” understanding of Holy Communion: “If it’s symbolic, I say to hell with it!” If so for the sacrament, so also for math!

In contrast to human self-invention, credal Christianity affirms dogma about God the Creator and Man made in God’s image but, because of sin, self-wounded, self-shattered, self-destroying.

Dogma is the opposite of the impatience of Man, of Adam, to make the world over on his own subjective terms, by his own power, by projecting himself, in Man’s not God’s image. Dogma is the opposite of the post-Cartesian impatience to “master” nature, the impatience that leads to the modern world’s cultures of death. Dogma is the opposite of the human impatience that leads to what the new pope has called “the dictatorship of relativism”. Dogma is the opposite of the impatience that wants to say “anything goes” or that there are as many options of salvation as may satisfy the diversity of our multi-cultural longings and lusts. Credo in unum Deum is the opposite of Cogito, ergo sum.

Dogma defines and reflects the patience of God over the long haul, redemption by the One who alone can create ex nihilo and redeem from nihilism, who has the “patience” that expresses itself in the “passion” with which Christ endures the wilderness, sets his face towards Jerusalem, surrenders his own will in the Garden of Gethsemane, carries his Cross on the Via Dolorosa, sheds his blood and implores his Heavenly Father’s forgiveness for his crucifiers, even for us, from that Cross, descends from that Cross to the tomb and thence to the darkness of the place of departed spirits, hell itself, and who there awaits the power of God’s own Spirit to be raised and to return to His Father in Heaven, bearing the marks of his patience and his passion in our human flesh, transfigured and glorified in light eternal.

Serial self-inventor that he was, André Malraux learned the futility of impatience only at long last, at his own lonely death: “It should have been otherwise.” But those who have witnessed the inauguration of Benedict XVI have the advantage of being reminded by the dogma of credal Christianity that salvation is not symbolic, that the Way, the Truth, and the Life are of God in Christ, Crucified and Risen, and that the destruction of the world by Man’s impatience can be, is, and ever shall be “otherwise” for those who receive redemption through the patience and passion of the God-Man, Jesus.

Aus: IN PRAISE OF DOGMA, or: ZERO IS NOT A NUMBER
God’s Math, Man’s Fate, and the New Pope

Based on a sermon by the Very Reverend William N. McKeachie
For Alvin Kimel, Fellow Declarationist of Dogma!

Zitiert vom Pontificator, der übrigens eine neue, mir sehr sympathische Adresse im weltweiten Gewebe hat… [Hervorhebung von mir]

12. Sonntag im Jahreskreis

Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.
Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern.
Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann.
Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters.
Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt.
Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.
Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.
Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.
Mt 10, 26-33

Alleinstellungsmerkmal

Hermann-Josef Zoche ist Augustiner-Pater und Unternehmensberater. Entsprechend klare Vorstellungen hat er von der heutigen Lage der Kirche:

„Das Problem heute sei, ‚dass die eigenen Produktanbieter ein erheblicher Risikofaktor geworden sind‘, meinte Zoche. ‚Sie halten selbst nichts von dem Produkt, sie untergraben die Firmenethik und –philosophie, sie stellen die Autorität der Vorgesetzten in Frage, treten mit selbstgemachten Dumpingpreisen auf und bieten das Produkt unter Preis an, oder sie verlassen die Firma unter dem Applaus derer, die das Produkt eigentlich ‚brauchen“.“ [kath.net]

Yep.

Hermann-Josef Zoche, Bernhard Meuser: Die Jesus AG.

Christus, die offenbare Wahrheit

Drei Punkte sind es, die sich in den zum Teil erhitzten Debatten der letzten Wochen als strittig gezeigt haben:

  1. Gibt es eine Wahrheit und können wir sie erkennen? Oder können wir uns ihr nur annähern – mit der Konsequenz, dass sich auch von widersprüchlichen Aussagen nicht sagen lässt, welche wahr und welche falsch ist?
  2. Wie bestimmt sich das Verhältnis von Schrift und Tradition?
  3. Und was hat die Kirche damit zu tun? Wozu brauchen wir sie überhaupt?

Alle drei Fragen hängen eng miteinander zusammen. Ich glaube nicht nur, dass es eine Wahrheit gibt, die zugleich Weg und Leben ist (Joh 14,16), sondern auch, dass diese Wahrheit sich selbst uns Menschen offenbart hat. Sie hat sich uns gezeigt (und zeigt sich uns noch). Im Unterschied zur Wissenschaft, wo wir uns daran gewöhnt haben, dass alles vermeintliche Wissen nur hypothetisch ist und darauf wartet, durch neue Erkenntnisse widerlegt zu werden, handeln wir hier von einer offenbaren Wahrheit (Christus), die aus eigenem Antrieb auf uns Menschen zugegangen ist, und von einem Wort (Joh 1,1), das wir gehört haben.

Wie kommt die Wahrheit zu uns? Sie muss uns gesagt werden, wir müssen sie hören, wir können sie nicht von alleine finden. Von wem wird sie uns gesagt? Von den Aposteln, die sie selbst empfangen und überliefert haben (1 Kor 15,3), und ihren Nachfolgern. Der Gedanke der Nachfolge ist im Begriff der Überlieferung bereits enthalten. Die Überlieferung (=Tradition) der Wahrheit ist ein höchst aktiver Vorgang. Ihr Zweck und Ziel ist nicht, ein Bündel toter Glaubenssätze zu übermitteln, sondern einen lebendigen Glauben im Heiligen Geist – unter dessen Mitwirkung aus der Überlieferung heraus die Heilige Schrift entstand.

Diese drei Elemente (Geist, Überlieferung und Schrift, alle drei heilig genannt) lassen sich nicht voneinander trennen: Ohne Heiligen Geist ist die Überlieferung tot und bleibt die Schrift unverstanden; ohne Heilige Überlieferung wird der Geist zum leiblosen, flatterhaften Wesen und die Schrift zum toten Buch; ohne Heilige Schrift verliert die Überlieferung ihr Maß und der Geist sein Kind.

Insofern ist es falsch, die Schrift von der Traditition zu trennen (sola scriptura) oder die Gewichte so zu Lasten der Tradition zu verschieben, dass sie auf eine dienende Rolle unterhalb der Schrift reduziert wird. Eher dient die Schrift der Tradition als umgekehrt!

Die Kirche beruht auf allen drei Elementen (Geist, Überlieferung, Schrift). Sie ist am Pfingsttag durch den Heiligen Geist entstanden; sie überliefert im Heiligen Geist die Wahrheit (Christus), die sie selbst empfangen hat; sie hat die Schrift kanonisiert und legt sie im Heiligen Geist aus. Ihre Mittel sind die Sakramente, sie lebt von Leib und Blut Christi, und sie ist selbst ein Sakrament (Leib Christi). Christus selbst baut die Kirche (Mt 16,18), er selbst sendet den Geist der Wahrheit (Joh 15,16). Deshalb ist die Kirche der Wahrheit (Christus) verpflichtet.

Nur daraus erklärt sich auch die Unfehlbarkeit der Kirche: Denn könnte die Kirche sich in der Überlieferung der Wahrheit irren, dann hätten wir tatsächlich keine Möglichkeit, die Wahrheit zu kennen. Dann aber wäre die Offenbarung gescheitert. Die Wahrheit hätte sich uns Menschen zwar gezeigt, aber wir Menschen hätten sie (entgegen der Zusicherung in Mt 28,20) wieder verloren. In dem Falle allerdings wäre das Christentum hinfällig, denn was braucht uns eine Wahrheit zu kümmern, die sich uns nicht offenbart?

Es lässt sich also durchaus sagen, dass falsch ist, was im Gegensatz zur Wahrheit steht. Es muss sogar gesagt werden, wenn wir uns nicht selbst den Boden wegziehen wollen, auf dem wir stehen. Nicht anders haben es die großen Konzilien gehalten, wenn sie erkannte Irrlehren auch als solche bezeichnet und damit verworfen haben.

Hocus-Pocus

„I find it very difficult to take some of the Protestant propositions even seriously. What is any man who has been in the real outer world, for instance, to make of the everlasting cry that Catholic traditions are condemned by the Bible? It indicates a jumble of topsy-turvy tests and tail-foremost arguments, of which I never could at any time see the sense. The ordinary sensible sceptic or pagan is standing in the street (in the supreme character of the man in the street) and he sees a procession go by of the priests of some strange cult, carrying their object of worship under a canopy, some of them wearing high head-dresses and carrying symbolical staffs, others carrying scrolls and sacred records, others carrying sacred images and lighted candles before them, others sacred relics in caskets or cases, and so on. I can understand the spectator saying, ‚This is all hocus-pocus‘; I can even understand him, in moments of irritation, breaking up the procession, throwing down the images, tearing up the scrolls, dancing on the priests and anything else that might express that general view. I can understand his saying, ‚Your croziers are bosh, your candles are bosh, your statues and scrolls and relics and all the rest of it are bosh.‘ But in what conceivable frame of mind does he rush in to select one particular scroll of the scriptures of this one particular group (a scroll which had always belonged to them and been a part of their hocus-pocus, if it was hocus-pocus); why in the world should the man in the street say that one particular scroll was not bosh, but was the one and only truth by which all the other things were to be condemned? Why should it not be as superstitious to worship the scrolls as the statues, of that one particular procession? Why should it not be as reasonable to preserve the statues as the scrolls, by the tenets of that particular creed? To say to the priests, ‚Your statues and scrolls are condemned by our common sense,‘ is sensible. To say, ‚Your statues are condemned by your scrolls, and we are going to worship one part of your procession and wreck the rest,‘ is not sensible from any standpoint, least of all that of the man in the street.“

G. K. Chesterton, zitiert vom Pontificator

Bekenntnis

„Mein Blog ist für mich ein bisschen wie ein Zuchtmittel oder eine gerade Linie: es hält mich am Thema, lässt mich immer wieder neu meine Gedanken und meine Überzeugungen neu formulieren. Dazu braucht es allerdings Material; das gewinne ich mir als jemand, der gerne und viel liest, oft aus Büchern und Artikel, aus Diskussionsforen insgesamt eigentlich selten, gelegentlich kommt es aber doch vor. Dass ich in dem konkreten Fall eine Diskussion in diesem einen Forum reflektiere, ist sicherlich auch darin begründet, dass mein Ausstieg daraus erst einige Tage alt ist; ganz bin ich also sicherlich noch nicht gelöst. Wobei mein Ausstieg sich nicht auf dieses eine Forum beschränkt, ich habe mich auch andernorts (mykath) abgemeldet.

Mein Blog ist nun sicherlich kein Ersatz für solche Diskussionsforen, nicht für mich, und sicherlich nicht für andere. Tatsächlich hatte ich auch schon erwogen es offline zu nehmen; denken kann ich auch, wenn keiner meine Gedanken liest; neben allerlei menschlicher Schwäche, die für das online-Dasein meiner Linie spricht, spricht noch etwas anderes dafür: es hat für mich zwar keinen Diskussions-, dafür aber Bekenntnischarakter. Ich schreibe über Dinge, zu denen ich mich bekenne. Aus diesem Grunde habe ich auch ein Impressum in mein Blog eingefügt; ein Bekenntnis ohne Kenntnis der Person, die es ablegt, erschiene mir leer. Mein Blog ist, wenn Du so willst, passend zum Fest des gestrigen Tages meine ganz persönliche Fronleichnamsprozession. Ich trage meinen Glauben unter den Himmel des Blogmos. Ich bekenne ihn. Ihn zu diskutieren hat für mich seinen Reiz weitgehend verloren. Ich diskutiere schließlich auch nicht mit anderen über die Liebe zu meiner Frau.“

Erich über sein Blog

Bush

Wir alten Europäer geben uns gern Illusionen über die USA hin. Wir verstehen nicht, warum ein George W. Bush zum Präsidenten gewählt und vier Jahre später wiedergewählt wird. Sehr aufschlussreich ist, was dazu der ehemalige ARD-Korrespondent und heutige ZDF-Moderator Claus Kleber zu sagen hat. Aus einer Rezension im Deutschlandfunk:

„Bush stützt sich auf die religiöse Mitte seines Landes. Eine gute Ausgangsbasis, da 80 Prozent der Amerikaner bekennen, an Gott zu glauben, und mehr als 60 Prozent sogar erklären, dass Religion in ihrem Leben eine wichtige Rolle spielt – vier Mal so viel wie in Deutschland. Kleber schreibt dazu:

Diese Zahlen zeigen so deutlich wie die Messgeräte texanischer Ölprospektoren, wo Schätze zu holen sind: Durch das kulturelle Fundament Amerikas zieht sich eine Goldmine, eine Art soziales Edelmetall, das auf die Säuren und Laugen täglicher Nachrichten und Sachdebatten nicht reagiert. Seine Lagerstätten sind am stärksten dort, wo religiöse Werte tief verwurzelt sind.

Bush junior hob das Gold in den Herzen. Der bekennende Evangelikale fand nach Alkoholexzessen und Misserfolgen erst spät auf den rechten Pfad zurück. Mit seiner tief empfundenen Religiosität spricht er die ’neue moralische Mehrheit‘ an. Und die besteht keinesfalls nur aus ungebildeten, rechten Eiferern, wie Kleber betont.

Diese Mitte ist viel religiöser, viel konservativer, als wir uns das von Amerika vorgestellt haben. Amerika war für uns ja immer ein Land der Moderne, und säkular, postreligiös zu sein, ist Teil der Moderne – nicht in Amerika. Amerikaner sind der Ansicht, dass man sehr wohl Hightech und moderne Formen von Business finance verbinden kann mit ganz altmodischen und fraglosen Wertordnungen, und daher kommt Bush.“

Claus Kleber: Amerikas Kreuzzüge. Was die Weltmacht treibt. Verlag C. Bertelsmann, 288 Seiten, 19,90 EUR.