Was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke.
Der Mensch wird seiner Werke wegen gerechtfertigt, nicht durch den Glauben allein.
Wie der Leib ohne den Geist tot ist, so der Glaube ohne die Werke.
Der Mensch wird seiner Werke wegen gerechtfertigt, nicht durch den Glauben allein.
Responsorium aus der Lesehore vom Dienstag der 10. Woche im Jahreskreis
Rheinisch-Katholisches
Ein anderer Peter nimmt einen zweiten Anlauf, sein EchoRomeo erklingen zu lassen. Diesmal: Cardinal Meisner.
Heute traf ich unsere Nachbarn vor dem Haus. Das allein wäre noch keine Meldung wert, aber sie fragten mich, ob ich schon die Westdeutsche Zeitung gelesen hätte. Offensichtlich hat Kardinal Meisner wieder zur «C»-Frage der CDU Stellung genommen. Und laut Nachbarberichten (beide evangelisch) gesagt, die CDU solle endlich auf das «C» in ihrem Namen verzichten. Was christlich sei, befinde in Deutschland ohehin nicht eine Partei, sondern (und jetzt kommt’s!) die Katholische Kirche. Und überhaupt sei die Ökumene, die der Papst meine, weniger auf die Evangelischen als vielmehr auf die Orthodoxen gerichtet.
Nun bin ich einmal gespannt, was er denn nun wirklich gesagt hat.
Lieber Peter, was er wirklich gesagt hat, weiß ich auch nicht. Die Berliner Morgenpost bringt eine stark eingekürzte epd-Meldung:
Kardinal: „C“ streichen
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat die Unionsparteien aufgefordert, das C aus ihren Parteinamen zu streichen. „Was christlich ist, kann nicht die CDU definieren, das machen wir“, sagte der für seine konservativen Positionen bekannte Erzbischof. Meisner bekräftigte den absoluten Wahrheitsanspruch der katholischen Kirche und seine umstrittenen Haltungen in Fragen von Moral und Ökumene. Reformen seiner Kirche lehnt er ab. epd
Vielleicht wird ja meine Bitte um ein Medientraining für Meisner irgendwann erhört.
Nachtrag: Ralf stellt ein paar Überlegungen zur Verantwortung des Hirten im Allgemeinen und Meisners im Besonderen an.
Sakramentales
Zwei der sieben Sakramente bewegen derzeit die Nachbarn. So bringt Peter sehr viel Grundsätzliches zur Eucharistie. Petra hat einen kleinen Leitfaden zur Beichte verfasst.
10. Sonntag im Jahreskreis
Lasst uns streben nach Erkenntnis, nach der Erkenntnis des Herrn. Er kommt so sicher wie das Morgenrot; er kommt zu uns wie der Regen, wie der Frühjahrsregen, der die Erde tränkt.
Was soll ich tun mit dir, Efraim? Was soll ich tun mit dir, Juda? Eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der bald vergeht.
Darum schlage ich drein durch die Propheten, ich töte sie durch die Worte meines Mundes. Dann leuchtet mein Recht auf wie das Licht.
Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer.
Hos 6, 3-6
Unbeflecktes Herz Mariä
Sancta Bloggeria
Bislang unbekannte Heilige bei fono entdeckt. Ich brauche auch so eine Patronin für das Notizbuch…
Heiligstes Herz Jesu

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu danken und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben durch unseren Herrn Jesus Christus. Am Kreuz erhöht, hat er sich für uns dahingegeben aus unendlicher Liebe und alle an sich gezogen. Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche. Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles.
Marktwirtschaft
Wunder verkaufen sich blendend. Der Deutschlandfunk hat heute über christliche Sekten in Nigeria berichtet. Auszug:
„Kunle Songonuga ruft seine Anhänger immer erst abends zur Bibelstunde in sein Wohnzimmer – so haben die Gläubigen Zeit, tagsüber in einen Gottesdienst zu gehen, und abends bestimmte geistliche Fragen in der Bibelstunde noch einmal zu vertiefen. Heute predigt der 34-Jährige darüber, wie Christen zu Wohlstand kommen können. Das Thema ist sein Spezialgebiet: Kunle Songonuga hat sich vor zwei Jahren als ‚Pastor‘ selbstständig gemacht und die ‚Gemeinschaft für die Herrschaft der Gläubigen‘ gegründet. […] Eine theologische Ausbildung hat Kunle nicht – eigentlich ist er diplomierter Betriebswirt. Doch sein Diplom half ihm im Leben nicht weiter:
Ich arbeitete nach dem Studium zuerst als Praktikant im Marketing-Bereich, aber das Unternehmen ging pleite, und ich stand auf der Straße. Also machte ich mich mit einem Business-Center selbstständig, aber weil ständig der Strom ausfiel, konnte ich nicht gewinnbringend arbeiten und die Rechnungen nicht bezahlen. Ich hatte das Gefühl, dass man in Nigeria nicht vorankommen kann und beschloss, meinen Kram zu packen und das Land zu verlassen. Ich wollte irgendwo hin, wo die Dinge funktionierten.
Kunle bemühte sich um ein Visum für die Vereinigten Staaten, doch ihm war klar, dass er kaum Chancen hatte, eine Einreiseerlaubnis zu bekommen.
Da sagte jemand zu mir: ‚Wenn du Christus dein Leben gibst, kannst du sogar ein Visum kriegen.‘ Und ich dachte: ‚Ja, wenn er Gott ist, sollte er das für mich tun können!‘ Und ich bekehrte mich zu Christus.
Inzwischen hat Kunle seine Bemühungen um ein Visum aufgegeben und fühlt sich zum geistlichen Amt berufen. Sein besonderes Augenmerk gilt finanziellen und beruflichen Fragen. Er verspricht seinen Anhängern überraschende Karrieresprünge und plötzlichen finanziellen Segen. Asonzeh Ukah:
Wunder verkaufen sich gut. Wenn ein Pastor keine Wunder vorweisen kann, muss er seinen Laden schließen. Ich habe noch keinen Geistlichen getroffen, der nicht von sich behaupten würde, er könne Wunder vollbringen. Wunder verkaufen sich hier so gut, wie Sex, Pornographie und Kinderschändung in Europa oder Amerika.
Für die Prediger ist das ein einträgliches Geschäft. Sie berufen sich auf einen Vers in der Bibel, wonach jeder Gläubige der Kirche ein Zehntel seines Einkommens geben muss. Zusätzlich sammeln sie Kollekten und bitten außerdem um Spenden. Die erfolgreichsten unter den Pastoren fahren Luxuslimousinen und tragen maßgeschneiderte Anzüge, einer hat es bis zum Privatjet gebracht.“
Schade, dass dieses Geschäftsmodell in Europa wohl nicht so recht funktionieren dürfte…
Ironie
„Frankreich bestand bei der EU-Verfassung darauf, daß Gott nicht erwähnt wird, und ausgerechnet dieses Land beschert uns allen nun ein ‚Nein‘, das viele Christen genau deshalb wollten. Man muß einen ausgeprägten Sinn für Ironie haben, um die Kunde aus Frankreich voll auskosten zu können: Ausgerechnet die Bürger dieses Landes, dessen Machthaber ganz Europa eine gottlose Verfassung aufzwingen wollen, verwarfen nun dieses Dokument.“
Kommentar von Uwe Siemon-Netto
Sichere Erkenntnis
Joseph Kardinal Ratzinger sieht die Probleme schon seit langem. Gerade darum hat er, so scheint mir, im Einverständnis mit Papst Johannes Paul II. „Dominus Jesus“ geschrieben: um den Katholiken bei der Unterscheidung zu helfen zwischen dem, was katholisch ist, und dem, was es nicht ist. Das freilich setzt eine – noch dazu, wie das Dokument betont – „sichere“ Erkenntnis der Wahrheit voraus. Aber gerade deren Möglichkeit wird heute grundsätzlich in Abrede gestellt und dann, wenn sie jemand behauptet, als Anmaßung, also moralisierend, gedeutet. So stand denn auch folgerichtig ganz oben auf der Liste der ersten Angriffe auf den neuen Papst: Wie konnte er in „Dominus Jesus“ behaupten, die katholische Kirche stehe „über“ allen anderen Religionen und die anderen christlichen Gemeinschaften seien keine „Kirchen“ im Vollsinn des Wortes? Ja, sie haben recht, die Kritiker, J. Ratzinger hat das behauptet, aber nicht als „seine persönliche Meinung“, sondern als biblische und darum katholische Wahrheit. Die Kritiker übersehen, dass dieser Vorrang der katholischen Kirche nicht eine Frage der Moral ist, sondern der Logik des Glaubens selbst entspringt, die auch ein Ungläubiger hypothetisch verstehen kann: Wenn Jesus wirklich der Sohn Gottes war, wie könnte eine andere Religion dieser einen Religion, die Gottes Sohn selbst gegründet und mit der er sich identifiziert hat, das Wasser reichen können? Wie könnte sie eine Gemeinschaft, die wesentliche Strukturen bestreitet, als ganz und gar „gleichwertig“ anerkennen können? Aus dem Glauben an die Menschwerdung Gottes und Seinem Willen ergeben sich alle Ansprüche der katholischen Kirche von selbst und haben, wohlbemerkt, nichts mit der persönlichen Haltung, sei es Demut oder Hochmut, von katholischen Christen zu tun. An das Credo der Kirche zu glauben und gleichzeitig zu behaupten, alle Religionen seien in etwa „gleich“, ist nicht nur ein Glaubensmangel, sondern auch ein innerer, logischer Widerspruch.
Weihbischof Andreas Laun über Papst Benedikt XVI.
