Der kümmerliche Mann, der im Hochamt nichts wissen will als seinem Gott den schuldigen Dienst erfüllen; das zusammengeschaffte Weib, das herkommt, um ihrer Last ein wenig erleichtert zu werden; die vielen, die dürren Gemütes sind und von all der Schönheit nichts spüren, wie sie ringsum spricht und tönt und glänzt, sondern nur Kraft suchen für ihre tägliche Mühsal – sie alle wissen mehr vom eigentlichen Wesen der Liturgie als der Kenner, der nach der Tonfülle eines Graduales die strenge Schönheit der Präfation genießt.
Romano Guardini: Vom Geist der Liturgie
Catholica
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Kennt jemand Kirchen, deren Geistliche darauf insistieren...
Kennt jemand Kirchen, deren Geistliche darauf insistieren, dass Sex gar keinen anderen Zweck als den der Fortpflanzung habe? Ich nicht. Der Autor dieses NZZ-Artikels über Sex unter evolutionsbiologischen Aspekten offenbar schon.
Der Perlentaucher diagnostiziert in einem Essay...
Der Perlentaucher diagnostiziert in einem Essay des Soziologen Stanley Kurtz aus Stanford
„recht unheimliche Perspektiven zu kulturellen Veränderungen in alternden Gesellschaften: Entweder sie schrumpfen weiter, oder man entwickelt auf Initiative von Feministinnen künstliche Gebärmütter zur Züchtung von Babys, oder man kehrt zu konservativen Familienwerten zurück, was vom Autor befürwortet zu werden scheint: ‚Säkularismus, Individualismus und Feminismus sind Bestandteile eines sozialen Systems, das sinkende Geburtenziffern begünstigt. Wenn die Welt angesichts dieses Bevölkerungsrückgangs nicht überlebensfähig ist, dann mögen diese kulturellen Trends ebensowenig überlebensfähig sein.'“
Davon ist auf jeden Fall soviel richtig, dass eine Population, die sich nicht reproduzieren kann, über kurz oder lang ausstirbt. Wenn säkulare, individualistisch und feministisch geprägte Gesellschaften nicht in der Lage sind, eine stabile Bevölkerungsentwicklung zu garantieren, dann werden sie in der Tat verschwinden. Demographie ist schon eine fröhliche Wissenschaft.
Gestern eingetroffen: der erste Band der Dogmatik...
Gestern eingetroffen: der erste Band der Dogmatik von Michael Schmaus (Der Glaube der Kirche). Der zweite kommt hoffentlich auch noch. Ich habe die beiden Bände über zvab.com jeweils einzeln bei zwei verschiedenen Antiquariaten bestellt und damit pro Band etwa 10 Euro plus moderater Versandkosten gezahlt. Das ist wohl ein ganz guter Preis für jeweils rund 800 Seiten Dogmatik. Die Bücher stehen bei uns in der Gemeindebibliothek, wo ich den ersten Band bis vor kurzem über längere Zeit ausgeliehen hatte. Für meine Begriffe ein exzellentes Nachschlagewerk. Es ist 1969 erschienen, und Schmaus hat das Werk später noch einmal gründlich überarbeitet, um es dann in vielen Einzelbänden zu veröffentlichen. Diese Version ist auch komplett online. (Aber das schrieb ich bereits.)
Das Statistische Bundesamt hat gestern seine Abtreibungsstatistik...
Das Statistische Bundesamt hat gestern seine Abtreibungsstatistik für 2004 vorgelegt. Demnach sind dem Amt im vergangenen Jahr 129.600 Abtreibungen gemeldet worden, also 1,3 Prozent mehr als 2003. Die Nachrichtenagentur AP setzt diese Zahlen in Relation zu den Vorjahren. Viel interessanter finde ich indes den Vergleich mit den Zahlen der Geburten und Sterbefälle, die das Amt gerade zwei Tage zuvor veröffentlicht hat. Demnach wurden 2004 insgesamt 712.000 lebendgeborene Kinder registriert, 0,5 Prozent weniger als 2003. Es starben 821.000 Menschen, 4,3 Prozent weniger als 2003. Demnach steht also fünfeinhalb Geburten eine Abtreibung gegenüber, und der sogenannte Sterbeüberschuss (wir reden hier auch über Demographie) von rund 110.000 ist geringer als die Zahl der Abtreibungen.
Heute vor sechzig Jahren gründeten 40 franz...
Heute vor sechzig Jahren gründeten 40 französische Bischöfe Pax Christi. Der Deutschlandfunk erinnert daran. Dass es um die gewissermaßen offizielle katholische Friedensbewegung heutzutage so still geworden ist, könnte auch mit dem zu tun haben, was Präsidiumsmitglied Joachim Hoffknecht so formuliert: „Im Großen und Ganzen haben wir heute, was Fragen des Friedens betrifft – und eben auch des gerechten Friedens – ein Einverständnis mit der offiziellen katholischen Kirche.“ Konsens erregt weniger Aufmerksamkeit als Dissens.
Geiz ist geil – jetzt erst begreife ich, was...
Geiz ist geil – jetzt erst begreife ich, was die Genialität dieses Slogans (oder ist es ein Claim?) ausmacht: Er kombiniert zwei der sieben Todsünden, nämlich Geiz und Wollust. Oder jedenfalls spielt er mit der Neuinterpretation des Adjektivs geil, die erst die Möglichkeit eröffnet hat, diesen Spruch auch anders als obszön zu interpretieren.
Zahllose Vorträge, die an der Karl Rahner Akademie...
Zahllose Vorträge, die an der Karl Rahner Akademie Köln (wäre nicht Karl-Rahner-Akademie besser?) gehalten wurden, gibt es auf der Website im Volltext, zum Teil als HTML, zum Teil als PDF. Höchst lobenswert. (Jetzt müsste man nur noch die Zeit haben, wenigstens die interessantesten davon nachzulesen.)
Jetzt weiß ich auch, wo ich den Namen Theodor...
Jetzt weiß ich auch, wo ich den Namen Theodor Haecker – dessen Buch „Was ist der Mensch?“ ich gestern als ausgeschiedenes Bibliotheksexemplar gegen eine kleine Spende im St. Ansgar-Haus erwerben konnte – schon einmal gehört habe: im Deutschlandfunk (was ich seinerzeit im Notizbuch vermerkte).
Einen „schicken Intellektuellen-Atheismus...
Einen „schicken Intellektuellen-Atheismus“, der sich auf Nietzsche beruft, kann sich nur leisten, wer Nietzsches Denken halbiert. Meint Jürgen Werbick in einem Artikel zum 100. Todestag Friedrich Nietzsches (im Jahr 2000).