Predigt von Ulrich T. G. Hoppe am kommenden Sonntag: Everybody is a Missionary – Jeder ist Missionar
Bethlehem
Bethlehem tut sich schwer: Die Stadt ist pleite. Touristen bleiben weg. Ich meine, was dort einfach nach 2000 Jahren fehlt, ist mal wieder ’ne richtig geile Promi-Geburt.
Harald Schmidt, 20. Oktober 2005
Aber du, Betlehem-Efrata, / so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, / der über Israel herrschen soll. Sein Ursprung liegt in ferner Vorzeit, / in längst vergangenen Tagen.
Micha 5,1
Leitkultur
Weil Bernd in den Kommentaren darauf hinweist (ich dachte zuerst, er meinte Thierse) und ich das Thema ohnehin noch aufgreifen wollte: Norbert Lammert, Katholik und neuer zweiter Mann im Staate, im Interview mit der Zeit:
ZEIT: Wo sollen neue kollektive Orientierungen herkommen? Die Gesellschaft ist zwar in den letzten Jahren konservativer geworden, aber der Union fällt es schwer, einen überzeugenden Konservatismus zu artikulieren. Die Diskussion um die »Leitkultur« hat das gezeigt.
Lammert: Ich halte die damalige sehr kurze und voreilig abgebrochene Debatte zum Thema Leitkultur für eine der spannendsten Phasen unter dem Gesichtspunkt einer Beleuchtung der geistigen Verfassung der Nation. Zu den Auffälligkeiten dieser Kurzdebatte gehörte, dass es eine breite, reflexartige Ablehnung des Begriffes gab, obwohl – oder weil – sich in der Debatte herausstellte, dass es eine ebenso breite Zustimmung für das gab, worum es in der Debatte ging. Dass es in jeder Gesellschaft Überzeugungen geben muss, die möglichst breit verankert sind, ist eine Binsenweisheit. Kein politisches System kann seine innere Legitimation ohne solche gemeinsam getragenen Überzeugungen aufrechterhalten – schon gar nicht in schwierigen Zeiten wie heute, in denen nicht Wohlstandszuwächse verteilt, sondern Ansprüche eingesammelt werden müssen. Ohne Leitkultur im Sinne solcher allgemein akzeptierten Orientierungen und Überzeugungen – Sie können meinetwegen auch von Großer Erzählung reden – lassen sich die Lösungen für unsere komplexen Probleme nicht konsensfähig machen. Wir müssen diese Debatte wieder aufgreifen und weiterführen.
Gut gebrüllt, Löwe. „Reflexartige Ablehnung“ – passt doch hervorragend…
Säkularisierung
Führt etwas vom ursprünglichen Thema ab, aber passt trotzdem ins Polemische Lexikon:
Säkularisierung, die: Setzt das Subjekt [das Individuum, den Menschen; vgl. Humanismus] an die Stelle Gottes.
Feierte seine größten Erfolge im 20. Jahrhundert (siehe Neuheidentum, Faschismus, Kommunismus).
Wird deshalb von einzelnen unbedeutenden Außenseitern vorsichtig kritisch bewertet.
Sünde und Semantik
Petra hat gerade die Kommentare zum jüngsten Strang der Debatte mit Geronimo geschlossen, als ich diesen Beitrag schrieb:
Was Du dabei allerdings unterschlägst, ist die kleine, aber nicht ganz unbedeutende Tatsache, dass die Kirche einen glasklaren Begriff von Sünde hat und ebenso klar bestimmte Handlungen als sündhaft lehrt. Daran kommen alle pastoralen Bemühungen und Verrenkungen nicht vorbei.
Für mich ist es nach wie vor ein produktiver wie schmerzlicher Prozess, mich mit dieser Lehre auseinanderzusetzen. Ich kann nur sagen, dass hier Klarheit und Wahrheit wohltun.
Wenn es eine objektive (=vor den Augen Gottes bestehende) Gegebenheit namens Sünde gibt, dann kann die Kirche ihre Lehre über diese Gegebenheit so lange modifizieren, wie sie will – an der Gegebenheit selbst ändert sich daran gerade gar nichts. An der Brauchbarkeit der Lehre hingegen sehr viel, denn sie taugt nur so viel, wie sie mit Gottes Wirklichkeit übereinstimmt. Das eine ist die Semantik, das andere die Realität.
Dein Argument besagt im Grunde, dass die Lehre der Kirche in bestimmten Punkten falsch ist. Oder dass sie zwar richtig ist, aber besser nicht so deutlich ausgesprochen werden sollte. Dieser Meinung kann man sicher sein, aber die Konsequenzen dieser Meinung wollen gründlich bedacht sein.
Nachtrag: Und das sagt Ralf zum Thema.
Oswald von Nell-Breuning
Der Jesuit und Soziallehrer heute im Portrait des Deutschlandfunks. [MP3]
Nicht auf Provokation aus
DIE WELT: Sie wurden über Nacht bekannt durch den Skandal, den Ihr Bild eines in Flüssigkeit getauchten Kruzifixes auslöste. Sie nannten es „Piss Christ“. Sie behaupten, die Reaktionen hätten Sie überrascht. Wie naiv sind Sie?
Serrano: Wirklich, das war keineswegs abzusehen. Ich habe das Bild 1987 gemacht, ein Jahr später wurde es mehrere Monate in Brüssel gezeigt – und nichts passierte. Erst ein weiteres Jahr später in den USA fand eine dieser ultrareligiösen Organisationen zufällig heraus, daß die dortige Schau indirekt mit amerikanischen Bundesgeldern gefördert wurde. Sie haben eine riesige Kampagne gegen die Ausstellung gestartet mit 180 000 Briefen. Nur dadurch wurde „Piss Christ“ ein Skandal.
DIE WELT: Die beste Werbung für Sie, der damalige Preis von 2000 Dollar stieg auf inzwischen 250 000 Dollar.
Serrano: Sicher – auch wenn das nicht deren Absicht war. Ich bin nicht per se auf Provokation aus. Obwohl ich kein praktizierender Christ bin, fühle ich mich von der katholischen Ästhetik sehr angezogen. Ich sammle Möbel und Bilder aus alten Kirchen, vor allem aus der Zeit vor 1700. [Die Welt via Perlentaucher]
Synode beim Spiegel
Norbert Lammert
Der Vorsitz des Bundestagspräsidiums bleibt fest in katholischer Hand. Nach dem streitbaren ZdK-Mitglied Wolfgang Thierse (SPD) hat nun Norbert Lammert (CDU) dieses protokollarisch zweithöchste Amt im Staate inne. Ein konfessionelles Gegengewicht zu den Protestanten Horst Köhler und Angela Merkel (deren Website übrigens noch komplett im Wahlkampfmodus ist)?
Anders als der nominell evangelisch-lutherische Gerhard Schröder wird die Pfarrerstochter Merkel vermutlich ihren etwaigen Amtseid mit der „religiösen Beteuerung“ (Art. 56 Satz 2 GG) leisten. Schröder hatte als erster Kanzler darauf verzichtet, und sein Kabinett tat es überwiegend ihm gleich. Die neue Kabinettsliste ist konfessionell paritätisch besetzt, zuzüglich zweier Ministerkandidaten ohne Bekenntnis.
Technorati Tags: bundestag, katholisch, konfession, protestantisch
Jugendbewegung
Heute im Deutschlandfunk gehört:
„18.10.2005 · 19:15 Uhr
Die erfundene Jugendbewegung
Sing Out und die konservative Revolution
Von Hanno Krieg„

