Hilarius von Poitiers

Hilarius, in Poitiers um 315 geboren, im Mannesalter getauft; um 350 Bischof in seiner Heimatstadt. Er kämpfte gegen die­ arianische Irrlehre (Leugnung der Gottheit Christi), darin dem hl. Athanasius vergleichbar (2. Mai). Von Kaiser Konstantius wurde er nach dem Osten des Reiches verbannt. Dort schrieb er sein Hauptwerk „Über die Dreifaltigkeit“. Nach dem Tod des Konstantius konnte Hilarius wieder nach Poitiers zurückkehren, wo er um 367 starb. Er war ein Kenner der Heiligen Schrift (Erklärungen zu den Psalmen und zum Matthäus­evangelium) und verfasste auch lateinische Hymnen. [Schott]

Das Unsagbare

„Es blieb mir nichts anderes übrig: Mit meinen ungeschickten Worten versuchte ich, die unaussprechlichen Mysterien zu erklären. An die Zufälligkeiten der menschlichen Sprache lieferte ich die Geheimnisse aus, die eigentlich in der gläubigen und ehrfürchtigen Seele verwahrt bleiben müssten.“
Hilarius, Über den Glauben, an die Arianer

I. When I was seeking an employment adequate to the powers of human life and righteous in itself, whether prompted by nature or suggested by the researches of the wise, whereby I might attain to some result worthy of that Divine gift of understanding which has been given us, many things occurred to me which in general esteem were thought to render life both useful and desirable. And especially that which now, as always in the past, is regarded as most to be desired, leisure combined with wealth, came before my mind. The one without the other seemed rather a source of evil than an opportunity for good, for leisure in poverty is felt to be almost an exile from life itself, while wealth possessed amid anxiety is in itself an affliction, rendered the worse by the deeper humiliation which he must suffer who loses, after possessing, the things that most are wished and sought. And yet, though these two embrace the highest and best of the luxuries of life, they seem not far removed from the normal pleasures of the beasts which, as they roam through shady places rich in herbage, enjoy at once their safety from toil and the abundance of their food. For if this be regarded as the best and most perfect conduct of the life of man, it results that one Object is common, though the range of feelings differ, to us and the whole unreasoning animal world, Since all of them, in that bounteous provision and absolute leisure which nature bestows, have full scope for enjoyment without anxiety for possession.
On the Trinity (Book I)

Rules are made to be broken

„Rules are made to be broken“—true. Also true is that breaking rules out of ignorace leads to disaster, while breaking them from knowledge can lead to the truly special. It can also lead to disaster, too. Don’t break rules unless you know them well enough to know when they shouldn’t apply.
Chuq Von Rospach, Usenet article <61635@apple.Apple.COM> (1992) [Wikiquote]

Eskalation

Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.

Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden.

Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.

Mt 18,15-17

No roman-catholic confession (except one)

Nach einer kurzen Odyssee hat Geronimo nun bei twoday eine Pilgerkneipe mit dem programmatisch nicht-lateinischen Namen Pilgrim’s Inn eröffnet. Dort ließ ich mich prompt in eine neuerliche Ökumenedebatte verwickeln. Doch lest selbst:

Es gibt keine römisch-katholische Konfession. Es gibt die protestantischen Confessiones wie die Confessio Augustana, die – da beißt die Maus keinen Faden ab – in Teilen häretisch sind. Heute müssten wir uns indes schon glücklich schätzen, wenn nominelle Protestanten sich wenigstens zu dem bekennen würden, was in diesen Konfessionen bekannt wurde.

Die römisch-katholische Kirche heißt so, weil ihr Patriarch der Bischof von Rom ist. Sie ist nicht „reduziert“. Genauso wenig sind es die orthodoxen Ostkirchen, ebenfalls Kirchen im vollen Wortsinn, aber getrennt von Rom. Ich schlage als Richtschnur die klassischen Glaubensbekenntnisse vor (und wenn es Zweifel gibt, wie sie zu verstehen sind, einen Blick in die einschlägige Kirchenväterliteratur).

Mir ist […] deshalb […] das „ökumenische“ Ziel nicht recht klar. Es wird nicht möglich sein, zugleich an häretischen Bekenntnissen (=Konfessionen) festzuhalten und die Einheit der Christen herzustellen. Man kann natürlich den Gehalt dieser Bekenntnisse auf dem Weg des Formelkompromisses fast beliebig verwässern, aber genau das [hat Geronimo] abgelehnt – wie ich finde, zu Recht.

In der letzten Ökumene-Vorlesung eines Semesters im Rom, so hörte ich vor einiger Zeit, stand ein Student auf und sagte dem Dozenten, dass er sich die Einheit nicht anders als Rückkehr nach Rom denken könne. Dieser Gedanke war das ganze Semester peinlichst vermieden worden – aber der Dozent musste dem Studenten Recht geben, obwohl er die ganze Zeit um den heißen Brei herumgeredet hatte.

Typologie des liturgischen Irrtums

Die folgende Typologie ist fiktiv, aber durchaus typisch für die Irrungen und Wirrungen heutiger Liturgie. Diesmal angeregt durch das Beispiel der im Deutschlandfunk übertragenen Messe aus der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum in Berlin. Zelebrant: Pater Tobias Zimmermann.

  1. Die Messe beginnt nicht im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, sondern mit einer mehr oder weniger frei formulierten Stand-up, in die das Kreuzzeichen nach Art eines running gag eingefügt wird.
  2. Vom Bußakt bleibt nur das Kyrie, mit dem der Herr begrüßt wird. Erbarmen? Versteht eh‘ kein Mensch, was das heißen soll.
  3. An Stelle des Tagesgebetes steht eine freie Variation über das liturgische Tagesthema, angereichert mit allem, worum wir schon immer mal bitten wollten. In der Schlussformel tritt an die Stelle des Herrschers der Schöpfer („der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und Leben schafft“).
  4. Die Fürbitten sind mühsam bis peinlich.
  5. Gabengebet: siehe Tagesgebet. Der Herr ist zugleich Bruder („durch Christus, unseren Bruder und Herrn“).
  6. Das Hochgebet verschlimmbessert der Zelebrant durch Erweiterungen, Ergänzungen oder Straffungen. Die Schlussdoxologie spricht er gemeinsam mit der Gemeinde.
  7. Voller Emphase lädt er zum Vater unser ein. Der Embolismus entfällt, der Priester geht sofort zu einem erweiterten, ergänzten oder gestrafften Friedensgebet über. Spätestens jetzt übernimmt der Moderator die Rolle des Gastgebers beim Mahle. Beim Friedensgruß grüßt möglichst jeder jeden, und ein guter Gastgeber grüßt möglichst viele seiner Gäste persönlich per Handschlag.
  8. Nach dem Agnus Dei zeigt der Gastgeber Christus, das gebrochene Brot, und den Kelch mit Wein, etwas verschämt auch Lamm Gottes genannt. Wenigstens einigen seiner Gäste reicht er als Zeichen des Respekts und der Höflichkeit das eucharistische Brot zuerst, bevor er selbst den Herrn empfängt. Könnte deutlicher zum Ausdruck kommen, dass der Priester an Christi Statt handelt und nicht Empfangender, sondern Geber ist?
  9. Schlussgebet: siehe Gabengebet.
  10. Vor dem Schlusssegen dankt der Gastgeber allen Mitwirkenden und wünscht in einer Art Responsorium einen schönen Sonntag, worauf die Gemeinde antwortet: Danke, gleichfalls! In einer Überleitung betont er dann, dass er um den Segen bittet.
  11. Dennoch erteilt er anschließend den Schlusssegen, wenn auch mit einer variierten Formel, die den Kreis der Gesegneten (nach dem Vorbild von urbi et orbi?) weit über den Kreis der Anwesenden hinaus erweitert („alle, für die wir gebetet haben“, „alle, für die wir Sorge tragen“).
  12. Darauf folgt die Entlassung: Lasst uns gehen in Frieden.

Deo gratias.