Commentarium Catholicum
Et unam, sanctam, catholicam et apostolicam Ecclesiam.

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Kirchlich gebotene Feiertage

Erstaunlich wenige Feiertage sind im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz gemäß c. 1246 § 1 CIC kirchlich geboten. Dies betrifft nur Weihnachten, Neujahr und Himmelfahrt sowie die drei deutschen Bonustage zweiter Weihnachtstag, Oster- und Pfingstmontag.

Erscheinung des Herrn, Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt und Allerheiligen sind nicht in allen Diözesen gebotene Feiertage, so im Bistum Hildesheim nur Fronleichnam und Allerheiligen, beides keine gesetzlichen Feiertage. Und die Hochfeste der Unbefleckten Empfängnis Mariae, des Hl. Josef sowie der Apostel Petrus und Paulus sind in Deutschland sogar nirgends kirchlich gebotene Feiertage.

Canon 1246 CIC lautet wie folgt:

§ 1 Der Sonntag, an dem das österliche Geheimnis gefeiert wird, ist aus apostolischer Tradition in der ganzen Kirche als der gebotene ursprüngliche Feiertag zu halten. Ebenso müssen gehalten werden die Tage der Geburt unseres Herrn Jesus Christus, der Erscheinung des Herrn, der Himmelfahrt und des heiligsten Leibes und Blutes Christi, der heiligen Gottesmutter Maria, ihrer Unbefleckten Empfängnis und ihrer Aufnahme in den Himmel, des heiligen Joseph, der heiligen Apostel Petrus und Paulus und schließlich Allerheiligen.

§ 2 Die Bischofskonferenz kann jedoch, nach vorheriger Genehmigung des Apostolischen Stuhles, einige der gebotenen Feiertage aufheben oder auf einen Sonntag verlegen.


Google übersetzt Latein

Schon seit geraumer Zeit übrigens kann Google Translate auch Latein übersetzen. Der lobenswerte und nicht nur sprachhistorisch wertvolle Service ist allerdings noch im Alpha-Stadium, und das aus guten Gründen. Den Namen dieses bescheidenen Notizbuches übersetzt Google mit Die katholische diesem Kommentar. Schon besser funktioniert die Übersetzung bei der Mutter aller katholischen Blogs deutscher Sprache.


Ein riesiger Verlust an Glauben

Auch wenn sich Markus Lüpertz schon vor den jüngsten offenen Briefen und Memoranden geäußert hat, so lesen sich seine Äußerungen wie ein Kommentar dazu:

Der Kirchenkünstler Markus Lüpertz ist mit der Arbeit der katholischen Kirche unzufrieden. „Wieso laufen die Leute heute zum Islam über oder werden Sektenmitglieder? Weil die Leute ein unheimliches Bedürfnis nach Gott haben.“ Das sagte Lüpertz im Interview mit dem Kölner Domradio. Die Kirche habe in letzter Zeit auf dieses religiöse Bedürfnis nur unzureichend geantwortet.

„Die Kirche vermittelt Gott, und da hat sie einfach ihre Aufgabe in letzter Zeit sehr vernachlässigt. Sie hat sich zu sehr ums Soziale gekümmert.“ Sie habe, so meint der Maler und Bildhauer, „zu sehr an ihren Dogmen rummäkeln lassen, sie hat ihre Rituale vernachlässigt“; eine Kirche, die sich nur noch als Sozialstruktur für arme und alte Leute sehe, verfehle allerdings ihren Auftrag. Nach Ansicht des langjährigen Direktors der bekannten Düsseldorfer Kunstakademie ist auch das kirchliche Engagement für die Kunst zu kurz gekommen: 20 bis 30 Jahre lang habe die Kirche kaum noch Kunst gefördert, doch heute „entdeckt die Kirche die Kunst als guten Partner für die Vermittlung des Geistigen“ wieder.

Parallel zu dem von Lüpertz diagnostizierten Glaubensverlust gibt es auch einen großen Verlust an Bildung: „Das geht Hand in Hand – das sind zwei Dinge, die es zu beklagen und die es zu ändern gilt. Das ist, was mich umtreibt.“


Der Doppel-Deckers

Die gestrige FAZ ordnet den unsäglichen Aufruf jener Gruppe von Theologieprofessoren, die lieber heute als morgen die Abrissbirne gegen ihre eigene Kirche schwingen möchten, nachrichtlich korrekt ein: als Einspalter am unteren Rand von Seite 7. Doch kommentiert Daniel Deckers das Ereignis gleich zweimal im selben Blatt, und entsprechend janusköpfig lesen sich die beiden Texte. Auf Seite 10 spricht er dieses schneidende Verdikt über die Theologenzunft aus:

Es ist wohl bezeichnend für den Zustand der katholischen Theologie in Deutschland, dass in Kompaniestärke angetretene Professorinnen und Professoren den Christinnen und Christen nach den Enthüllungen sexueller Übergriffe von Geistlichen auf Kinder und Jugendliche wieder nichts anderes auftischen als den üblichen Kessel Buntes.

Doch im Leitartikel auf Seite 1 droht er, nicht zum ersten Mal übrigens, mit einer neuen Auflage des Kampagnenjournalismus, wie er sich bereits in Sachen Williamson, Missbrauch und Mixa bewährt hat:

Muss erst das Thema Homosexualität und Priestertum – nicht wieder einmal, sondern erstmals – in seiner ganzen Breite entfaltet werden, damit der vermeintlich fromme Schleier des Nichtwissens als fataler Selbstbetrug entlarvt wird?

Hat Daniel Deckers dazu bereits ein Dossier in der Schublade? Müssen wir uns auf das nächste Sautreiben gefasst machen?


Johannes Paul II. wird seliggesprochen

Und mich freut diese Nachricht. Johannes Paul den Großen hat man ihn seinerzeit nach seinem Ableben genannt, aber das war vielleicht etwas voreilig und konnte sich bis dato nicht durchsetzen. Nun also Seliger Papst Johannes Paul II., demnächst, von jenem Sonntag der Barmherzigkeit an, den er selbst als Fest in den liturgischen Kalender eingefügt hat und an dessen Vorabend er 2005 selbst den Weg zum Haus des Vaters antrat.

Klar scheint mir, dass in den nächsten Monaten vor allem in den deutschen Medien ein heftiges Ringen um die Deutungshoheit über diesen großen Mann Gottes ausbrechen wird. Im Jahr 2005 hatte die plötzliche Wiederkehr der Religion in den Hauptstrom der Diskurse einer weitgehend säkularisierten Gesellschaft die meisten Meinungsführer kalt erwischt. Man war nicht vorbereitet auf diesen plötzlichen Einbruch des Transzendenten in eine Welt, die sich in der Immanenz bequem eingerichtet hat.

Knapp sechs Jahre später sieht das etwas anders aus. Nach der rauhen Wegstrecke des aktuellen Pontifikats sind die Messer allenthalben gut gewetzt. Allerdings könnte auch dieses Jahr etwas anders ausfallen, als es sich die professionellen Meinungsmacher ausrechnen. Ein sich über Monate aufbauender Begeisterungsschub für die bevorstehende Seligsprechung Johannes Pauls, und dann ein Staatsbesuch seines Nachfolgers im Papstamt – steht uns etwa eine Neuauflage jenes monumentalen Jahres 2005 ins Haus?


Commemoratio Baptismi Domini

In der heutigen Vesper kam noch einmal die Antiphon zum Magnificat von Erscheinung des Herrn zum Einsatz:

Tribus miráculis ornátum
diem sanctum cólimus:
hódie stella magos duxit ad præsépium,
hódie vinum ex aqua factum est ad núptias,
hódie in Iordáne a Ioánne Christus baptizári voluit,
ut salváret nos,
allelúia.

Drei Wunder
heiligen diesen Tag:
Heute führte der Stern die Weisen zum Kind in der Krippe.
Heute wurde Wasser zu Wein bei der Hochzeit.
Heute wurde Christus im Jordan getauft,
uns zum Heil.
Halleluja.

Es sind die drei Aspekte der Erscheinung des Herrn vor den Völkern: die Weisen an der Krippe, die Hochzeit zu Kana und die Taufe im Jordan. Letzterer wurde heute gedacht, am Oktavtag von Erscheinung des Herrn, oder nach dem Kalender von 1970 bereits am vergangenen Sonntag.

Die Hochzeit zu Kana folgt am kommenden Sonntag, dem zweiten nach Erscheinung des Herrn. Das Hochfest klingt damit noch einmal nach. Die neue Leseordnung bietet diese Perikope (Joh 2, 1-11) nur im Lesejahr C am zweiten Sonntag im Jahreskreis.


Nicht perfekt

Eine Kampagne der Caritas, die ich gern unterstütze.

Sie spielt auf den neuzeitlichen Perfektionswahn an, der seinen Niederschlag in den Debatten um Präimplantationsdiagnostik und Euthanasie findet. Ich lese sie auch als Mahnung an die Sündhaftigkeit des Menschen, der stets der Umkehr bedarf.


Die Weihnachtszeit dauert vierzig Tage

Und endet nicht etwa mit dem Fest Taufe des Herrn, das wir nach dem neuen Kalender gestern begangen haben und nach dem alten Kalender am Donnerstag, dem 13. Januar, feiern werden, dem Oktavtag der Erscheinung des Herrn. Darauf hat Papst Benedikt XVI. erfreulicherweise am vergangenen Mittwoch in seiner Generalaudienz hingewiesen:

Benedikt XVI. ruft dazu auf, die Weihnachtszeit „von allzuviel Moralismus und Kitsch zu befreien“. Das sagte er an diesem Mittwoch bei seiner Generalaudienz im Vatikan. Er bat die 7.000 Besucher in seiner Audienzhalle, die Weihnachtszeit „intensiv so zu leben, wie die Kirche sie durchführt“. Er erinnerte daran, dass Weihnachten keineswegs vorüber sei: „Die Weihnachtszeit erstreckt sich über vierzig Tage, vom 25. Dezember bis zum 2. Februar – also vom Heiligen Abend bis zur Darstellung Jesu im Tempel.“

„In der Liturgie haben wir den Eintritt des Sohnes Gottes in die Welt geheimnisvoll und zugleich wirklich erfahren. Die Menschwerdung Gottes zu feiern ist nicht bloßes Erinnern an vergangene Ereignisse, sondern macht die Geheimnisse unseres Heils gegenwärtig. In der Liturgie, in der Feier der Sakramente sind sie für uns heute wirksam. „Und das Wort ist Fleisch geworden“, heißt es im Prolog des Johannesevangeliums. Mit der Menschwerdung des göttlichen Wortes geschieht etwas ganz Neues in der Beziehung zwischen Gott und Mensch. Gott wohnt unter den Menschen. Die Menschheit des Sohnes Gottes, sein Fleisch ist Werkzeug des Heils: „Das Fleisch ist der Angelpunkt des Heils“, wie Tertullian sagt.“

Mit Weihnachten breche schon „das Geheimnis unseres Heils an“, so der Papst – ein Geheimnis, das dann „im Leiden, im Tod und in der Auferstehung Jesu Christi gipfelt“.

„Die Krippe ist der Beginn der Hingabe Christi und weist bereits auf das Kreuz hin. So sind Weihnachten und Ostern die zwei untrennbaren Punkte des Glaubens an Jesus Christus, den menschgewordenen Erlöser. In ihm ist Gott im Fleisch erschienen und hat seine Wahrheit in der Geschichte offenbart. Auch heute offenbart sich Gott im Fleisch, d. h. im lebendigen Leib der Kirche und in den Sakramenten als wirksame Zeichen des Heils. Er kommt zu uns und lädt uns ein, uns umwandeln zu lassen, damit wir an seinem göttlichen Leben teilhaben. Hier liegt das Geheimnis von Weihnachten, das auch in uns Wirklichkeit werden soll.“


Zugang zum Papstamt

Unser Verständnis des Amtes und der Kirche unterscheidet sich doch sehr von dem der Katholiken. Auch ich habe im Moment keine Idee, wie ich als Protestant einen positiven Zugang zum Papstamt und dem Anspruch, der damit verbunden ist, finden soll.
Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), kurz vor Weihnachten

Das verstehe ich gut. Den ersten Satz kann ich unterschreiben. Und auch ich habe im Moment keine Idee, wie ich als Katholik einen positiven Zugang zum Amt des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland und dem Anspruch, der damit verbunden ist, finden soll. In der Bibel steht davon nix, das Petrusamt hingegen finde ich dort sehr wohl.


Weihnachten 2010

Eine Woche vor Heiligabend haben wir meinen Schwiegervater zu Grabe getragen. Er starb am 29. November, dem Montag der ersten Adventswoche, nach kurzer, schwerer Krankheit. Seine Trauerfeier stand unter einem Vers aus Psalm 25:

Denn keiner wird zuschanden, der auf dich harret. (Ps 25,3)

Dieser Satz ist ein Teil des Eröffnungsverses der Messe vom 1. Adventssonntag:

Ad te levávi ánimam meam: Deus meus, in te confíde,
non erubéscam: neque irrídeant me inimíci mei:
étenim univérsi, qui te exspéctant, non confundéntur.

Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele. Mein Gott, dir vertraue ich.
Lass mich nicht scheitern, lass meine Feinde nicht triumphieren!
Denn niemand, der auf dich hofft, wird zuschanden.

Dieses Wort steht ganz am Anfang der Adventszeit. Advent heißt Ankunft. Gemeint ist die Ankunft des Herrn, einmal in der Krippe im Stall zu Bethlehem, aber auch die zweite Ankunft am Ende der Zeiten, wenn Christus kommt, um uns alle vor sein Angesicht zu rufen. Mein Schwiegervater ruht nun in der Ewigkeit des Herrn.

Réquiem ætérnam dona eis, Dómine: et lux perpétua lúceat eis.
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen.

Mit dem Eröffnungsvers der Totenmesse in der unsterblichen Vertonung von Mozart begann die Trauerfeier für meinen Schwiegervater am vergangenen Freitag. Mozarts Requiem spricht, ja schreit von der Trauer im Angesicht des Todes, mehr aber noch von der Größe des Herrn. Es verweist uns in aller Deutlichkeit auf den jüngsten Tag, das Ende der Geschichte, die Wiederkunft Christi.

Niemals zuvor wurde mir die doppelte Bedeutung des Advents so klar wie in diesem Jahr. Und auch Weihnachten ist alles andere als das süßliche Konsumfest, zu dem es heute in unseren westlichen Gesellschaften geworden ist. Johann Sebastian Bach hat dem ersten Choral seines Weihnachtsoratoriums “Wie soll ich dich empfangen” nicht zufällig die gleiche Melodie gegeben wie “O Haupt voll Blut und Wunden”. Der Weg von der Krippe zum Kreuz ist kurz.

Im Mai konnte mein Schwiegervater noch bei der Erstkommunion unseres jüngsten Sohnes bei uns sein. Es war ein festlicher Tag, und es war schön, die Familie beisammen zu haben. Leider fehlten meine Neffen mit ihrem Vater.

Einige Wochen zuvor war es zum Bruch zwischen meinem Schwager und meinen Eltern gekommen. Das ist besonders traurig, weil auf diese Weise meine Neffen nach ihrer Mutter, meiner Schwester, auch noch ihre Großeltern verloren haben – und meine Eltern nach ihrer Tochter auch noch zwei ihrer Enkel. Manches Geschehen in unserem Leben macht uns ratlos oder auch fassungslos.

Unser Ältester hat sich kurz vor den Sommerferien beim Fußball am Knie verletzt. Er musste operiert werden und einige Tage im Krankenhaus verbringen. Nach seiner Entlassung habe ich ihn noch ins Ferienlager gebracht, wohin sein Bruder schon eine Woche zuvor gefahren war. Es war ein sehr heißer Tag. Bei der Fußball-WM gewann Deutschland an diesem Tag, es war nebenbei mein Geburtstag, im Viertelfinale mit 4:0 gegen Argentinien.

Außer einer großen Narbe am Knie scheint von der Verletzung nichts zurückgeblieben zu sein. Nach langer Rekonvaleszenz spielt er inzwischen schon wieder Fußball. Manche Verletzungen heilen schneller als andere.

Im November feierte meine Mutter ihren 70. Geburtstag in großer Runde. Es war der letzte warme Herbsttag dieses Jahres, wir konnten sogar draußen sitzen und die Sonne genießen. An jenem Sonntag wurde Sebastian Vettel Weltmeister. Es war ein schöner Tag, getrübt nur durch das Fehlen meiner Neffen und meines Schwagers.

Nun geht das Jahr in gedämpfter Stimmung zuende. Doch in den dunkelsten Tagen des Jahres strahlt neues Licht auf. So bleiben die Hoffnung auf und der Wunsch für ein neues Jahr mit mehr Licht als Dunkel.

Frohe, gesegnete Weihnachten und ein glückliches Jahr 2011!


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