Wortschwall

„Das große Problem des liturgischen Lebens in der heutigen Zeit kommt daher, dass die Feier zuweilen den Charakter des Mysteriums, der den Geist der Anbetung begünstigt, verloren hat. Oft wird man Zeuge eines Wortschwalls von Erklärungen und Kommentaren oder allzu langen und schlecht vorbereiteten Predigten, die wenig Raum lassen für die Kontemplation des gefeierten Mysteriums.“

Max Thurian, zit. von Christoph Haider [kath.net]

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André Glucksmann

„Der Hass ist eine fundamentale menschliche Gegebenheit, er nährt sich selbst, ohne notwendigerweise einen Grund zu brauchen. Für die Gläubigen ist er eine Folge der Erbsünde, für die Psychoanalytiker der Ausbruch des Todestriebes – Eros und Thanatos, Liebe und Tod, bestimmen in ihrer Dualität das menschliche Wesen.“

„Auch die Religion scheint mir nur ein Vorwand. Der französische Soziologe Raymond Aron, der bedeutende Gegenspieler von Jean-Paul Sartre, bezeichnete Hitlerismus und Marxismus als säkulare Religionen. Ich behaupte: Der islamische Fundamentalismus ist eine Säkularisierung der Religion, das heißt eine politische Benutzung der Theologie.“

„Über das Gute, politisch gesprochen das Allgemeinwohl, wurde schon immer gestritten, seit den Griechen im alten Athen. Das ist politischer Pluralismus, der prinzipiell keinen oder wenig Schaden stiftet. Neu ist, dass wir die Existenz des Bösen nicht mehr anerkennen wollen. Wenn es das Böse nicht gibt, ist alles erlaubt: Das ist das Phänomen des gegenwärtigen Nihilismus. Eine Zivilisation gründet sich nicht unbedingt auf das gemeinsam angestrebte Beste, sondern auf die Ausgrenzung, die Tabuisierung des Bösen. Ein Übermaß an Toleranz kann durchaus zur Verkennung des Bösen führen.“ [Spiegel via paxvobis]

André Glucksmann: Hass. Die Rückkehr einer elementaren Gewalt. Verlag Nagel & Kimche, 288 Seiten, 19,90 Euro

Für wen kommen Sie nun?

Und als er schon fertig geredet hatte, siehe, da kam einer von den Zeitungen und trat zu ihm hin und sprach: Seien Sie gegrüßt, Professor. Der Stifter des Weltethos aber sprach zu ihm: Aus Frankfurt seid ihr? Seid ihr nicht ausgezogen gegen mich wie gegen einen Räuber mit Schwertern und Stangen, mich zu fangen? Habt ihr nicht nur auf der sechsten Spalte der sechsten Seite über mein Gipfeltreffen mit dem Papst berichtet und meine Werke durch Gegenrede geschändet? Warum sucht ihr mich hier? Habe ich doch täglich in Tübingen gesessen undgelehrt, und ihr habt mich totgeschwiegen. Und also stellte er die Frage, und wir zitieren ihn wörtlich: „Für wen kommen Sie nun, lieber Freund?“

Prolog eines Artikels [0,85 EUR] von Malte Herwig im Feuilleton der FAZ über Hans Küng in der Frankfurter Paulskirche

Übrigens habe ich gerade eine halbe Stunde lang verschiedene Übersetzungen verglichen – es scheint, als ob der Autor mehrere kombiniert habe.

Apokalyptisch

Es führt kein Weg daran vorbei. Diese völlig zutreffende Feststellung muss ich einfach aus dem Zusammenhang reißen:

„Nun ist man bei Protestanten, jedenfalls diesseits des Atlantiks, nicht weiter verwundert, wenn ihnen nichts mehr heilig ist, schon gar nicht der eigene Glaube.“ [via credo ut intelligam]

Aussterben

Gerald Augustinus bringt die Dinge auf den Punkt:

„Russia currently has 143 million people. If current trends continue, then its population would be cut in half by mid-century.

Russia is the most extreme case of dying out among European states (technically, Russia belongs to Asia east of the Ural mountains). All countries of Europe suffer from drastic reductions of birth rates combined with longer life spans. Thus, the social systems are slowly collapsing, since less and less people have to finance the pensions of more and more retired people. Not surprisingly, the percentage of married people is going down and the divorce rate is going up. So much for yesterday’s ’study‘ of secularism being good for the world.

On the bright side – religious people procreate more, secular ones procreate less and abort more – in the USA that’s called the Roe effect. Liberals extinguish themselves.“

(Hab ich’s Euch nicht gesagt?)

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Hans Küng

Heute morgen im Deutschlandfunk [noch nicht online] über päpstliche PR:

Nein, er hat vorher schon gesagt, wir machen gemeinsam ein Pressecommuniqué, damit das nicht missverstanden wird und das hat er selber dann formuliert und ich habe das in Tübingen bekommen und hatte praktisch nur eine kleine grammatikalische Veränderung und dann konnte es sofort veröffentlicht werden. Es war nichts, was mir irgendwie in dem ganzen Vorgehen missfallen hat.

Do it yourself.

Nachtrag: Küng war auch beim Schwestersender Deutschlandradio Kultur. [MP3 via MatthiasHeil.de]

Michael, Gabriel und Rafael, Erzengel

Das biblische Wort für Engel bedeutet „Bote“: nach Hebr 1, 14 sind die Engel Geister, die im Dienst Gottes stehen und die er denen zu Hilfe schickt, die gerettet werden sollen. Im Alten Testament werden die En­gel auch als „Heilige“ oder als „Söhne Gottes“ bezeichnet. Unter ih­nen werden die Kerubim und die Serafim (Einzahl: Kerub und Seraf) besonders hervorgehoben. Einzelne werden mit Namen genannt: Mi­chael („Wer ist wie Gott?“). Gabriel („Kraft Gottes“ oder „Held Gottes“), Rafael („Gott heilt“). – Das heutige Engelfest ist ursprünglich das Wei­hefest der Kirche des hl. Michael an der Via Salaria in Rom. Mit Mi­chael zusammen werden jetzt auch Gabriel und Rafael gefeiert, die im früheren Kalender eigene Gedenktage hatten (24. März und 24. Okto­ber.) [Schott]

Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften,
aber sie konnten sich nicht halten, und sie verloren ihren Platz im Himmel.
Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt, und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen.
Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten; denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte.
Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes und durch ihr Wort und Zeugnis; sie hielten ihr Leben nicht fest, bis hinein in den Tod.
Darum jubelt, ihr Himmel und alle, die darin wohnen.
Offb 12, 7-12a

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu danken und in der Herrlichkeit der Engel deine Macht und Größe zu preisen. Denn dir gereicht es zur Verherrlichung und zum Lob, wenn wir sie ehren, die du erschaffen hast. An ihrem Glanz und ihrer Würde erkennen wir, wie groß und über alle Geschöpfe erhaben du selber bist. Dich, den ewigen Gott, rühmen sie ohne Ende durch unseren Herrn Jesus Christus.
Präfation

Prophet der Emanzipation

Der Besuch von Hans Küng in der päpstlichen Sommerresidenz hat auch die Blogozese beschäftigt. Eine recht bissige, aber wohl treffende Bemerkung seitens eines namentlich nicht genannten Kommentators bei kreuz.net:

„Küng war ein Prophet der Emanzipation, der vielen in den 60er und 70er Jahren geholfen hat, sich von dem von ihnen als zu eng empfundenen Korsett des Katholizismus und vom Glauben überhaupt zu emanzipieren.

Das ist ein Publikum, das es heute nur noch im Klerus und unter den kirchlichen Lohnempfängern gibt. Die großen Massen, die Küng zu seiner Zeit erfolgreich bezirzt hat, zeigen sich schon lange nicht mehr in den Kirchen.“ [kreuz.net]

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