Der Messias von Händel wird zwar gern zu Weihnachten...

Der Messias von Händel wird zwar gern zu Weihnachten gespielt und gehört, eignet sich aber genauso für andere Hochfeste. Heute abend – Fronleichnam – habe ich den letzten Teil gehört („Ich weiß, daß mein Erlöser lebet“, „Würdig ist das Lamm, das da starb“).

Der Traditionsfaden ist ja noch nicht ganz gerissen...

Der Traditionsfaden ist ja noch nicht ganz gerissen, aber es werden seit Jahrzehnten immer weniger Fasern, die noch halten. Jetzt erst merken die ersten Bistümer (nur an fehlenden Kirchensteuereinnahmen!), dass inzwischen signifikante Anteile von Geburtsjahrgängen nicht mehr getauft sind und daher auch ihre Kinder nicht taufen lassen.

Trotzdem höre ich noch von Firmkursen, die sich explizit nicht einmal mehr an kirchenferne, aber wenigstens getaufte Jugendliche wenden – weil die Arbeit mit denen zu schwierig ist und man in der Firmkatechese lieber mit kirchennahen Jugendlichen kuschelt. Scheint mir ein Fall von Salz zu sein, das seinen Geschmack verloren hat.

Klingt vielleicht brutal und ungerecht, aber so geht es m.E. einfach nicht. Diese Art von Rückzug auf eine sogenannte kleine Herde bringt nix, denn irgendwann ist der Traditionsfaden zu dünn… Von den massiven finanziellen Problemen ganz zu schweigen. Dieser Kurs führt geradewegs ins Off.

Gut, wer das möchte, der soll es sagen. Ich halte diesen Weg für verfehlt. Und zwar nicht um eines bestimmten Milieus, sondern um der Frohen Botschaft willen.

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Die Frankfurter Rundschau über die innerkatholische...

Die Frankfurter Rundschau über die innerkatholische Opposition: „Die Kirchenvolksbewegung ist ein Generationenprojekt, das keine Zukunft hat“, urteilt nüchtern der Freiburger Religionssoziologe Michael Ebertz. Die Älteren hätten noch die Aufbruchstimmung nach dem Zweiten Vatikanischen Reformkonzil und nach der Würzburger Synode der Bistümer in Deutschland erlebt. Das war in den 1960er und 70er Jahren. Viele dieser Katholiken arbeiteten sich noch ganz selbstverständlich an ihrer Kirche ab, das gelte für die heute 20- bis 30-Jährigen nicht mehr.

Außerdem, so Ebertz, habe die Reformbewegung keinerlei Erfolge aufzuweisen: „Keine ihrer Forderungen ist bislang erfüllt worden.“ Die katholische Kirche sei eben eine „ultrastabile Institution“, im Kern nicht zu verändern und auch reformunwillig. Schon allein deshalb sei „Wir sind Kirche“ für junge Leute nicht sonderlich attraktiv: „Warum sich in einer Institution abarbeiten, die sich nicht bewegt?“

Traditionell katholisches Restmilieu: geschlossene...

Traditionell katholisches Restmilieu: geschlossene, kulturell und weltanschaulich weitgehend homogene Bevölkerungsgruppe, in der die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche selbstverständlich ist. Durch Taufe im Säuglingsalter, Erstkommunion im Grundschulalter und Firmung im Mittelstufenalter wird jede neue Generation initiiert. Familien werden durch kirchliche Heirat gegründet. Der regelmäßige Empfang des Bußsakraments ist ebenso üblich wie die Krankensalbung. Das Milieu bringt Ordens- und Priesterberufungen in hinreichender Zahl hervor.

(Hat es hier in der Diaspora mindestens seit der Reformation nicht mehr gegeben, mit Ausnahme der polnischen Einwanderer bzw. aus Polen eingewanderten Deutschen. Existiert in Deutschland praktisch nur noch in entlegenen Regionen und zeigt auch da bereits Auflösungserscheinungen.)

Und noch ein Nachtrag: Hubert Markl, ebenfalls in...

Und noch ein Nachtrag: Hubert Markl, ebenfalls in der FAZ, jedoch vom 24. April 2004, über Erkenntnis (Überschrift: Wer Erkenntnis sucht, sollte erst einmal Erkennen lernen). Er referiert, ausgehend vom heutigen Forschungsstand der Biologie, den state of the art, und teilt einen Seitenhieb auf die Debatte über die neuesten Ergebnisse der Hirnforschung aus, die in den letzten Monaten eben in jenem Feuilleton tobte:

Mit dem Erkennen der Welt geht es uns ähnlich wie mit dem Bewußtsein unserer Freiheit von Willensentscheidungen: Wir sind uns der Befähigungen dazu durch primäre Evidenzerfahrung ganz gewiß und brauchen dafür nicht erst eine Lizenz von einer naturwissenschaftlichen Begründungsagentur. Deshalb können auch weder Naturwissenschaft noch Philosophie solche Evidenzerfahrungen hinwegdisputieren.