Livestream: Der Schornstein auf der Sixtinischen Kapelle
Catholica
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Verantwortung
Welche Rolle spielt der Heilige Geist im Konklave? Dazu schreibt der National Catholic Reporter:
„Joseph Ratzinger […] was asked on Bavarian television in 1997 if the Holy Spirit is responsible for who gets elected pope, and this was his response:
“I would not say so, in the sense that the Holy Spirit picks out the pope. … I would say that the Spirit does not exactly take control of the affair, but rather like a good educator, as it were, leaves us much space, much freedom, without entirely abandoning us. Thus the Spirit’s role should be understood in a much more elastic sense, not that he dictates the candidate for whom one must vote. Probably the only assurance he offers is that the thing cannot be totally ruined.”
Then the clincher: “There are too many contrary instances of popes the Holy Spirit would obviously not have picked.”“
[via Against the Grain/Ratzingerfanclub.com]
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Live auf Phoenix
Livestream: Einzug der Kardinäle ins Konklave zur Allerheiligenlitanei
Update: Jetzt wird der Hymnus Veni creator spiritus gesungen.
Old Europe
Die Kleine Zeitung aus Graz schafft es, das Konklave unter einem etwas anderen Blickwinkel zu sehen:
„Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in Afrika, Amerika, Asien, sie liegt hier, im alten und im buchstäblich demographischen Sinn alt gewordenen und immer älter werdenden Europa. Es ist eine intellektuelle und politische Herausforderung, vor allem aber eine an den Glaubensgeist der Christen. Nicht nur in Ost- und Mitteleuropa, auch in manchem ehemals ‚gut katholischen Land‘ des Westens ist die kirchliche und Glaubenssubstanz bedenklich ausgedünnt. Jetzt nach einem Papst zu rufen, der vordringlich den kirchlichen ‚Reformstau‘ aufzulösen habe, ist ein Rezept der Siebzigerjahre und verkennt die Lage und die Aufgabe.“[via Deutschlandfunk/Presseschau]
Das ist doch der Punkt: Viele Wortmeldungen der letzten Wochen schienen vom Gedanken getragen, jetzt doch bitte dort weiterzumachen, wo Papst Johannes Paul seit 1978 Einhalt geboten hat. Als sei in 27 Jahren nichts geschehen.
Dabei sind gerade die Geißlers und Küngs Vertreter einer Generation, die nun wirklich mehr Probleme hinterlassen als gelöst hat. Das scheint auch ZdK-Präsident Hans-Joachim Meyer inzwischen so zu sehen:
„Das Wort liberal ist etwas, mit dem ich in kirchlichen Fragen schwer umgehen kann. Jeder Papst, jeder Bischof ist in dem Sinne konservativ, als es um die Bewahrung der Glaubensbotschaft geht. Die steht ja nicht zur Verfügung. Liberal, – ich will Menschen, die sich als liberal bezeichnen, jetzt nicht kränken -, aber im innerkirchlichen Bereich hört sich das gelegentlich an so wie Glauben light.“ [DLF-Interview]
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Veni, creator Spiritus
mentes tuorum visita,
imple superna gratia,
quae tu creasti pectora.
Qui diceris Paraclitus,
donum Dei altissimi,
fons vivus, ignis, caritas
et spiritalis unctio.
Tu septiformis munere,
dextrae Dei tu digitus,
tu rite promissum Patris
sermone ditans guttura.
Accende lumen sensibus,
infunde amorem cordibus,
infirma nostri corporis,
virtute firmans perpeti.
Hostem repellas longius
pacemque dones protinus;
ductore sic te praevio
vitemus omne noxium.
Per te sciamus da Patrem
noscamus atque Filium,
te utriusque Spiritum
credamus omni tempore.
Amen.
Kampfhymne
Catholicism Wow – Deutscher Hardcore Katholizismus:
„Auf, auf zum Kampf! (Zum Kampf!)
Zum Kampf sind wir geboren!
Auf, auf zum Kampf! (Zum Kampf!)
Zum Kampf für Gottes Wort!
Den Karol Wojtila, den haben wir verloren,
dem Joseph Ratzinger, dem reichen wir die Hand!“
Der Herr ist mein Hirte

Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.
Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus.
Joh 10,1-3
Richelieu
„Den Mann umgibt der Nimbus richelieuscher Klugheit.“
Karl Otto Hondrich in der heutigen FAZ (nicht frei zugänglich) über Joseph Kardinal Ratzinger
Über 26 Jahre
Ich bin mit Papst Johannes Paul einen weiten Weg gegangen. Als einer, der zur Generation Post-Vaticanum II zählt, kann ich mich an das Dreipäpstejahr 1978 noch gut erinnern. An die Überraschung seiner Wahl, an die zunächst verhaltene, dann wachsende Begeisterung der ersten Jahre, als dieser Papst begann, einiges anders zu machen als seine Vorgänger.
Ich war Kommunionkind, Messdiener, Gruppenleiter, in der Jugendarbeit engagiert – immer hing irgendwo sein Portrait an der Wand. Doch mit den Jahren wuchs der Abstand, nahm ich die Kritik an ihm wahr und machte sie Stück für Stück zu meiner eigenen. Die 80er Jahre waren eine bleierne Zeit: Kohl regierte das Land, der Kalte Krieg bedrohte uns – zwei Kilometer vor der innerdeutschen Grenze – in unmittelbarer Nähe.
Dass der Papst mit seinen Besuchen in Polen schon dem morschen Baum des Ostblocks einen entscheidenden Stoß versetzt hatte, begriffen wir damals nicht. Mitte des Jahrzehnts hatte ich (damals noch junge) Lehrer, die nicht damit rechneten, dass sie den Fall der Mauer noch selbst erleben würden. Johannes Paul II. blieb fern und wurde mir immer fremder.
Auch in der Kirche gab es vor zwanzig Jahren schon apokalyptische Untergangsszenarien: Ein Religionslehrer, Pfarrer und eher konservativ zumal, trug seinen Schülern mitten in einer katholischen Hochburg ungerührt seine Vision einer Kirche der kleinen Herde vor. Und ihn schienen all jene, die auf dem Wege dahin noch verloren gehen sollten, nicht besonders zu kümmern.
Als Jugendliche in der Kirche fragten wir uns, wie das alles weitergehen sollte. Der Papst interessierte damals kaum, höchstens als Schreckgespenst aus einer anderen Welt, die mit der unsrigen wenig zu tun hatte. Als jemand, der uns wenig zu sagen hatte. Oder vielmehr: Der nicht das sagte, was wir hören wollten.
Als 1989 – ich hatte gerade Abitur gemacht – der eiserne Vorhang fiel, war vom Dazutun Johannes Pauls praktisch keine Rede. Es begann eine Zeit rasanter Veränderungen, des Verlusts alter Gewissheiten. Immer noch regierte Kohl und schien so ziemlich alles falsch zu machen, was falsch zu machen war.
In den Jahren des Studiums dann wurde mir die Kirche immer fremder. Andere Themen drängten sich in den Vordergrund. Der Papst war Gegenstand anhaltender Kritik in Publik-Forum, dessen Abonnent ich seit 1989 war, bis heute bin und auch durch jene Jahre eines alltagspraktischen Atheismus blieb.
Erst gegen Ende des vergangenen Jahrzehnts – ich hatte inzwischen den ersten Sohn und wieder lose Kontakte zum Glauben geknüpft – wuchs mit der fortschreitenden Krankheit des Pontifex mein Respekt vor seiner Leistung. Erst in den letzten beiden Jahren (dieses Notizbuch gibt einige Anhaltspunkte) bin ich wieder zum Glauben zurückgekehrt.
Und erst in dieser Zeit fange ich an, das eine oder andere zu begreifen. (Vielleicht sollte ich Publik-Forum abbestellen?)