Über einen Vortrag von Paul Zulehner: „...

Über einen Vortrag von Paul Zulehner: „Zulehner beschreibt einen ‚opulenten Kirchenbetrieb‘, der im Laufe der Zeit entstanden sei, in dem Geld als Segen betrachtet wurde, und die ‚Vernützlichung der Religion‘ und fügt hinzu: ‚Nichts vernichtet Religion so sehr.‘ Die staatlich verordnete Kirchlichkeit zu Zeiten der Kaiserin Maria Theresia, in denen die Menschen keine freie Entscheidung hatten, ist längst Geschichte. Heute tut die Öffentlichkeit nichts mehr für die Kirche. Auch die Kultur hilft nicht. Vielmehr habe sich eine ‚Wellness-Spiritualität‘ in der Gesellschaft breit gemacht, bei der das Evangelium keine Rolle spiele.

Zulehner zeichnet in seiner theologischen Situationsanalyse das Ende einer übernommenen Kirchengestalt und empfiehlt: ‚Die Lösung lautet Aufbruch‘. Dabei verweist er auf Karl Rahners Werk ‚Strukturwandel als Chance und Aufgabe der Kirche‘. Doch statt in die Zukunft zu blicken und zu fragen, was Gottes Lektion für uns in dieser Krise sei, versuche man krampfhaft, den herkömmlichen Betrieb aufrechtzuerhalten. „

Der Gottesdienst, den wir brauchen, wird streng...

Aus einem Vortrag von Fulbert Steffensky:

Der Gottesdienst, den wir brauchen, wird streng sein in seinen Formen. Die Formen unserer Tradition können sich nicht mehr als Diktat für heutige Gottesdienste aufspielen. Daraus ziehen viele Liturgen besonders in den säkularen Großstädten die Konsequenz, die Form überhaupt zu verachten oder schludrig mit ihr umzugehen. Gottesdienst bedeutet Öffentlichkeit, und das Medium der öffentlichen Nähe von Menschen ist die Form. Viele Liturgen und Gemeinden wollen aber weniger die Öffentlichkeit und damit die Strenge des Gottesdienstes, sondern die Privatheit, Wärme und Intimität der Gemeinde. Die Form fordert Menschen nicht jeden Augenblick die volle Existenz ab. Das betende und singende Subjekt kann mehr werden, als es ist, wenn es sich in die Formen birgt, die allen gehören und die durch den Glauben der Lebenden und der Toten getragen werden.

Christoph Dieckmann in der Zeit 14/2004 unter der...

Christoph Dieckmann in der Zeit 14/2004 unter der Überschrift Nachbeben einer Barbarei: „Geschichtsfremde Barbaren!, grimmt Erich Loest. 40 Jahre ist dieses Land seines Christentums beraubt worden. Ob man nun heute Christ ist oder nicht – ich bin es nicht, aber unsere gesamte Kultur und Zivilisation steht darauf. DDR-Misserzogene, die sagen, wir brauchen weder Religion noch Kirche, haben für mich kein Stimmrecht in dieser Sache.“