Preiswürdig

An dummen und realitätsfernen Klischees über die Teilnehmer des Weltjugendtages herrscht kein Mangel. Den Preis für den dümmsten Kommentar erhält jedoch nach einstimmigem Votum der Jury das flämische Blatt De Morgen:

„Man kann sich fragen, ob all die Jugendlichen auch große Fans des neuen Papstes sind. Plastischer ausgedrückt: Wie viele der jungen Mädchen und Frauen, die ihm bei seiner Abendmahlfeier zujubeln werden, haben an dem Tag wohl die Pille geschluckt, bevor sie die Hostie zu sich nehmen?“ [Deutschlandfunk/Presseschau]

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Hymnus

Tod und Vergehen
waltet in allem,
steht über Menschen,
Pflanzen und Tieren,
Sternbild und Zeit.

Du hast ins Leben
alles gerufen.
Herr, deine Schöpfung
neigt sich zum Tode:
Hole sie heim.

Schenke im Ende
auch die Vollendung.
Nicht in die Leere
falle die Vielfalt
irdischen Seins.

Herr, deine Pläne
bleiben uns dunkel.
Doch singen Lob wir
dir, dem dreieinen,
ewigen Gott. Amen.

Hymnus der Komplet vom Dienstag

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Miegel/Biedenkopf

Kurt Biedenkopf hält heute in einem FAZ-Interview (1,50 EUR) fest, dass das demografische Problem nicht erst gestern entdeckt wurde:

„1977 habe ich, zusammen mit Meinhard Miegel, das ‚Institut für Wirtschaft und Gesellschaft‘ in Bonn gegründet. Wir waren überzeugt, dass die enormen Probleme, die sich schon damals auf unser Land zubewegten, wissenschaftlich untersucht und politisch bewusst gemacht werden mussten. Neben den Folgen des Geburtenrückgangs ging es uns um die Folgen der schnell ansteigenden Staatsverschuldung, der Fehlentwicklungen im Arbeitsmarkt und der expandierenden Ansprüche an das Sozialsystem. Für uns stand bereits Ende der siebziger Jahre fest, dass es angesichts der demografischen Entwicklung nicht möglich sein würde, das durch Umlage finanzierte Alterssicherungssystem beizubehalten.“ [Perlentaucher]

Und wir hatten Miegel/Biedenkopf bereits in den späten achtziger Jahren im Gemeinschaftskundeunterricht der Oberstufe. 25 Jahre bis zur Wahrnehmungsschwelle.

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Quelle

Ganz im Gegensatz zu vielen deutschen Zeitungen (aktuelles Beispiel siehe hier) trifft La Croix aus Paris ins Schwarze:

„Benedikt XVI. spricht anders zur Jugend als sein gewaltiger Vorgänger. Und Benedikt findet Worte, die Kardinal Ratzinger kaum benutzen konnte. Wesentliche Aussage: Die katholische Kirche ist jung! Aber es geht nicht nur darum, dass es der Kirche gelingt, alle zwei, drei Jahre die junge Generation der fünf Kontinente zu mobilisieren. Die Jugend kommt aus dem Glauben, der immer wieder neu aus Gottes Herzen entspringt. Diesen Glauben als frische Quelle zu entdecken und nicht als einen seit 2000 Jahren immer wieder aufgewärmten, modrigen Bodensatz, das ist das Ziel des 20. Weltjugendtages.“ [Deutschlandfunk/Presseschau]

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Bischöfin Huber

Amüsante Fehlleistung beim Deutschlandfunk:

Wolfgang Heuer: In Köln geht dieser Tage fast nichts mehr. Die Stadt ist voller junger Gläubiger, denn heute wird der Weltjugendtag eröffnet. 400.000 Jugendliche werden zunächst erwartet. Wenn der Papst kommt Ende der Woche, sollen es mindestens 800.000 sein. Was ist, was bedeutet dieses Ereignis eigentlich? Ist es ein christlicher Aufbruch junger Menschen, ein Zeichen der Hoffnung vielleicht nicht allein für die katholische, sondern auch für die evangelische Kirche? Am Telefon jetzt der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland. Guten Morgen Bischof Huber.

Christine Huber: Guten Morgen Frau Heuer.“

Mehr zum Huber-Interview später.