Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz

Das Rosenkranzgebet in seiner heutigen Form wurde seit dem 15. Jahrhundert vor allem von den Dominikanern und den Jesuiten verbreitet. Das Rosenkranzfest gilt nicht dem Rosenkranz selbst, sondern der „Rosenkranzkönigin“, der Jungfrau Maria. Das Fest wurde von dem Dominikanerpapst Pius V. 1572 zur Erinnerung an den Sieg über die Türken in der Seeschlacht bei Lepanto (7. Oktober 1571) eingeführt. Nach dem Sieg über die Türken bei Peterwardein (Ungarn) am 5. August 1716 wurde das Fest auf Bitten Karls VI. auf die ganze Kirche ausgedehnt. [Schott]

rosenkranzkoenigin.jpg Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Sohnschaft erlangen.
Kurzlesung der Vesper (Gal 4,4-5)

Anderswo
paxvobis über das Rosenkranzfest

Christenclub

Auch wenn ich hier gelegentlich hart mit meiner Landesbischöfin ins Gericht gehe: Wo sie Recht hat, hat sie Recht. So konterte sie jetzt das Diktum des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, die EU müsse die Türkei aufnehmen, wenn sie beweisen wolle, dass sie kein „Christenclub“ sei:

„Europa ist im positiven Sinn ein Christenclub. Vielleicht hat uns Ministerpräsident Erdogan ja mit diesem Begriff einen positiven Anstoß gegeben.“ [IDEA]

Mit Popkultur kennt sie sich aus.

„Insofern sollten wir vielleicht ein Plakat oder ein T-Shirt entwerfen mit der Aufschrift ‚Ich bin Mitglied im Christenclub‘. Ich würde es tragen“, so die Bischöfin. Der Geist von Europa sei geprägt von den Erfahrungen und Werten des christlichen Glaubens: „von Nächstenliebe, den Zehn Geboten, von Gleichheit und Freiheit.“ Diesen Geist gelte es zu erhalten, „nicht in Abschottung, aber mit Selbstbewußtsein“.

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Kardinal Graf von Galen

Die Seligsprechung des früheren Bischofs von Münster, Kardinal Clemens August von Galen, am Sonntag beschäftigt das Feuilleton schon seit einiger Zeit. Heute ein Interview mit dem Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf:

„DIE WELT: Welches Signal soll von der Seligsprechung ausgehen?

Wolf: Diese Frage zu beantworten ist nicht Sache des Historikers. Er hat offene Fragen an die Geschichte zu stellen. Nur soviel: Ein Seliger kann natürlich kein Heros sein. Nach katholischem Verständnis ist der Selige gerade nicht der perfekte Mensch ohne Fehl und Tadel. Bei Galen gibt es freilich einen entscheidenden Punkt, der heißt Zivilcourage. Galen hat sich überwunden und bei der Verletzung von Menschenrechten geredet. Wenn das die Botschaft der Seligsprechung ist – Christen fehlt oft Zivilcourage -, dann ist das eine gute Botschaft. Galen hat nicht geredet beim Thema Juden, das bleibt ein Mangel. Aber er hat geredet in der Frage der Euthanasie. Er denkt natürlich von den Werten her: Wo hat Politik ihre Mitte? Eine ganz aktuelle Diskussion. An diesem Punkt wächst Galen, der mittelmäßig begabte Prediger, über sich hinaus. Er kämpft auch gegen das durchaus katholische Obrigkeitsdenken. Wenn das die Botschaft ist, dann ist es eine gute Botschaft. Man macht den Seligen nicht kleiner, indem man seine Schattenseiten zur Kenntnis nimmt. Ein Seliger ist Mensch, und nicht Gott.“ [Die Welt via Perlentaucher]

Völlig überschätzt

Bevölkerungsforscher Herwig Birg – der demographisch interessierte Stammleser kennt ihn bereits – im Interview:

„DIE WELT: Niedrige Geburtenraten, die nicht zur Bestandserhaltung reichen, plagen fast alle Industriestaaten. Was war dafür ausschlaggebend? Die Pille oder der Kapitalismus?

Birg: Die Pille wird völlig überschätzt. Sie war nur Mittel, ein Ziel zu erreichen, das man ohnehin hatte – nämlich keine Kinder zu haben. Die Pille ist also nicht ursächlich, sondern bestenfalls verstärkend. Und der Kapitalismus? Der Ökonom Joseph Schumpeter sprach von der Selbstausbeutung des Kapitalismus in demographischer Hinsicht. Wenn der Wohlstand wächst, sinkt die Geburtenrate, weil in entwickelten Ländern wie Deutschland Kinder für die Eltern häufig einen Wohlstandsverlust bedeuten. Diese Selbstausbeutung nach innen ist inzwischen gepaart mit der demographischen Ausbeutung anderer Länder. Hier tritt ein neuer Kolonialismus zutage: Wir wollen die Besten importieren und profitieren von Menschen, die anderswo eine Lücke hinterlassen. Das ist desaströs.“ [Die Welt]

Herwig Birg: Die ausgefallene Generation. Was die Demographie über unsere Zukunft sagt. Verlag C.H. Beck, München, 158 Seiten, 16,90 Euro.

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Wo bleibt das Positive?

Hier! Der demographische Wandel mag ein Problem sein, aber die steigende Lebenserwartung eher nicht. Meint Thomas Fricke in der FTD:

„Wenn wir immer länger im Diesseits verweilen, hat das Land am Ende immer mehr Alte, die krank werden und teuer behandelt werden müssen. Sollte man meinen. Nur lassen neue Studien jetzt auf das Gegenteil schließen: auf erstaunlich mäßige Kosten und enormen Nutzen, den jedes gewonnene Lebensjahr bringt. Das könnte einen gewichtigen Teil deutscher Untergangsfantasien ad absurdum führen. Womöglich müssen wir zu unserem Glück ja viel mehr Geld für teure Medizin und erhöhte Lebenschancen ausgeben – nicht weniger.“

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Ende der Reformation

Anglikanische Traditionalisten planen die Rückkehr nach Rom. Primas John Hepworth hat den Auftrag erhalten, einen Plan dafür zu entwickeln.

„Es gibt keine trennenden Lehrunterschiede zwischen uns und Rom, die uns hindern würden, miteinander in voller Gemeinschaft zu stehen“, erklärte der anglikanische Erzbischof in einem Interview mit einer Tageszeitung.

„Die Zeit scheint für die ‘Traditionelle Anglikanische Gemeinschaft’ zu arbeiten. Wir könnten die 27. kirchliche Gruppe werden, die in Gemeinschaft mit Rom tritt – die erste, die von der Reformation berührt wurde.“

„Meine weite Hoffnung ist, das Ende der Reformation des 16. Jahrhunderts zu sehen“, erklärte der anglikanische Bischof. [kreuz.net]

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Anbetung

Welt-Korrespondent Paul Badde aus Anlass der Weltbischofssynode, mit der das Jahr der Eucharistie endet.

„Die katholische Kirche betet keine Heiligen an. Sie betet auch nicht Maria an, die von Katholiken und Orthodoxen in Ost und West seit dem Konzil von Ephesus im Jahr 431 als Gottesmutter verehrt wird. Sie betet aber tatsächlich dieses Stück Brot an, von dem nach der Lehre der katholischen Kirche geglaubt wird, dass es sich im Akt der Wandlung in jeder katholischen Messe bleibend in den Leib Christi verwandelt hat.

Große Denker und Heilige von Johannes vom Kreuz in Spanien bis zu Edith Stein in Deutschland hätten sich für diesen Glauben die Haut abziehen lassen. Offenkundig ist das aber nicht nur von anderen Konfessionen und Religionen, sondern auch von immer Katholiken kaum noch nach zu vollziehen. Dennoch bleibt es Herzstück des katholischen Glaubens.“ [kath.net]

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Verba ultima

Peter Glotz‘ handschriftliche Gliederungspunkte am Schluss seines letzten Manuscripts:

„Die Verkennung der Macht des Nationalstaats. Das großmäulige Verspielen der europäischen Option. Gegen Kohls ökonomischen Kurs der Wiedervereinigung. Das Leben im Krankenhaus. Das unwürdige Leben. Das Vorleben eines Sterbens unter Leiden durch Johannes Paul II. Aber ich bin nicht der Papst. Ich muss nicht symbolisch sterben. Der begleitete Tod.“ [Spiegel Online via Mario Sixtus]

Klärungsprozesse

Noch vor der Wahl Joseph Kardinal Ratzingers zum Papst hatte ich vermutet, dass seine Person in der hiesigen Kirche längst überfällige Klärungsprozesse in Gang setzen würde. Nun scheint es, als ob ein solcher Prozess noch viel schneller und heftiger als erwartet begonnen habe – allerdings im Verhältnis der Kirche zu den kirchlichen Gemeinschaften reformatorischer Provenienz. Mit Ereignissen wie dem seltsam begründeten Ausstieg aus der Einheitsübersetzung und den Interventionen der Landesbischöfin von Hannover brechen Konflikte auf, die lange Zeit unter dem Teppich gehalten werden konnten. Gut so.

Franz von Assisi


Altissime, omnipotens, bone domine,
tuae sunt laudes, gloria, honor er omnis benedictio,
tibi soli referendae sunt
et nullus homo dignus est te nominare.

Lauderis, domine deus meus, propter omnes creaturas tuas
et specialiter propter honorabilem fratrem nostrum solem,
qui diescere facit et nos illuminat per lucem;
pulcher est et radians et magni splendoris
et tui, domine, symbolum praefert.

Laudetur dominus meus propter sororem lunam et stellas,
quas in caelo creavit claras et bellas.
Laudetur dominus meus propter fratrem ventum,
aerem, nubem, serenitatem et propter omnia tempora,
per quae omnibus creaturis ministrat alimentum.

Laudetur dominus meus propter sororem aquam,
quae est multum utilis, humilis, pretiosa et casta.
laudetur dominus meus propter fratrem ignem,
per quem noctem illuminat;
ille roseus est, rutilus, invictus et acer.

Laudetur dominus meus propter nostram matrem terram,
quae nos sustentat et alit
et producit varios fructus
et varicolores flores et herbas.

Lauderis, mi domine, propter illos,
qui pro tuo amore offensas dimittunt
et patienter sustinent tribulationem et infirmitatem.
Beati illi, qui in pace sustinuerunt,
quia a te, altissime, coronabuntur.

Lauderis, mi domine, propter sororem nostram mortem,
quam nullus vivens potest evadere.
Vae illis, qui moriuntur in peccato mortali!
Beati illi, qui in hora mortis suae inveniunt se
conformes tuae sanctissimae voluntati,
mors enim secunda non poterit eis nocere.

Laudate et benedicite dominum meum, gratificamini
et servite illi, omnes creaturae, cum magna humilitate!

Anderswo
Pax et bonum: Der größte Heilige für mich
vaticarsten.de: Eine Woche in Assisi