Derzeit steht erst einmal nur eine Pastoral vor...

Derzeit steht erst einmal nur eine Pastoral vor dem Ende, die auf die Ressourcen einer Volkskirche – vor allem ein hohes Kirchensteueraufkommen – angewiesen war, aber sich de facto nur um kleine Herden zu kümmern bereit war und auch kümmern konnte.

Den Hirten kann man schon den Vorwurf machen, diese nun wirklich absehbare kirchendemographische Entwicklung nicht rechtzeitig erkannt und den Apparat noch zu einer Zeit erweitert zu haben, als diese Sackgasse schon hätte gesehen werden können.

Kleines Einmaleins der Kirchensteuer: Eltern, die nicht getauft sind, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ihre Kinder nicht taufen lassen. Man konnte also schon vor dreißig Jahren aus der simplen Gemeindestatistik erkennen, dass irgendwann die Kirchensteuerzahler fehlen werden.

Fazit: Aus dem Kirchensteueraufkommen von ein paar hundert Leuten kann kein Apparat mit Pfarrer, Kaplan, Pastoral- und Gemeindereferentin, Pfarrsekretärin, Küster, Organist, Rendant etc. pp. bezahlt werden. (Das ging noch nie.) Von diakonischen Aufgaben ganz zu schweigen.

Paul Zulehner zitiert Karl Rahner in einem Beitrag...

Paul Zulehner zitiert Karl Rahner in einem Beitrag zu dessen 100. Geburtstag unter dem Titel Karl Rahner und die Praktische Theologie: „Ich habe nie oder sehr wenig Theologie um der Theologie willen betrieben –als l’art pour l’art! (…) Kurz und gut, sowohl aus meinem persönlichen Interesse wie aber auch aus einem solchen Verständnis für pastorale Bedürfnisse heraus, hoffe ich oder meine ich, dass meine Theologie nie so reine l’art pour l’art war, wie das vor meiner Zeit in der wissenschaftlichen Theologie, zumindest in der Dogmatik üblich war.“

Adolf Theobald schreibt in der FAZ unter der Ü...

Adolf Theobald schreibt in der FAZ unter der Überschrift Der Geist ist heilig, die Kassen sind leer über Kirchenzeitungen: „Sie schreiben alle über dasselbe: über Gott und die Welt. Und fast allen geht es gleich schlecht. Die vierundzwanzig Bistumszeitungen sind ein ehrwürdiger, traditionsreicher Zweig der deutschen Presse, darunter so manch hundertjähriges Blatt. Fast ebenso lange überlegt der deutsche Episkopat, aus den vierundzwanzig nur ein einziges zu machen. Ohne Erfolg. Aber im Jahre des Herrn 2004 kommt die Causa in Bewegung.“

Zu Theologie gehört eine Reflexionsleistung...

Zu Theologie gehört eine Reflexionsleistung, die nicht zuletzt der Weiterentwicklung der Lehre selbst dient.

Ich halte die Eingrenzung auf offizielle Lehre und die oftmals geforderte innerkirchliche Einhegung der Theologie, den Abschied von der Universität zugunsten kirchlicher Hochschulen für brandgefährlich. Sie ist geeignet, der intellektuellen Marginalisierung christlichen Gedankenguts Vorschub zu leisten.

Es scheint mir nämlich eher eine Schwäche der gegenwärtigen Theologie zu sein, dass sie vielen anderen Disziplinen nichts mehr zu sagen hat. Sie müsste aber alle relevanten Erkenntnisse aus anderen Disziplinen rezipieren und ins Verhältnis zu ihren eigenen Erkenntnissen setzen, um auf der Höhe der Zeit zu sein.

Nur so kann sie nämlich auf die wichtigen Fragen der Gegenwart Antworten geben. (Denn es kann einer Theologie nicht genügen, stets die gleichen Formeln zu wiederholen.)

Sünde und Vergebung: Man möchte sich als...

Sünde und Vergebung: Man möchte sich als moderner Mensch prinzipiell nicht mehr so leicht damit abfinden, ein Sünder zu sein, wie es früheren Generationen vielleicht ganz selbstverständlich war.

Wir sprechen hier zwar über sonntägliche Eucharistie und die Pflicht zum Besuch einer solchen Feier, aber hinter den Fragen nach der Sündhaftigkeit etwaiger Versäumnisse steht all das, was zum flächendeckenden Zusammenbruch der Praxis des Bußsakraments geführt hat. Und das ist eine Krise im Selbstverständnis des Christen.

Wer (wie ich) meint, nicht so besonders viel oder allenfalls lässlich zu sündigen, der hat auch keinen Bedarf, häufiger das Sakrament der Versöhnung zu empfangen. Und es reicht nicht, sich sozusagen theoretisch von diesem Gedanken zu verabschieden – das wäre dann ja ziemlich einfach.

Bei der sonntäglichen Messfeier liegen die Dinge noch komplizierter, denn da geht es gar nicht vorrangig um mich. Verdammt*, es wird immer schwieriger mit dem Christentum…

* (nicht fluchen?)