Bibel. Lesen!

Es war damals im Paulus-Jahr, als ich begann, die gesamte Bibel zu lesen. Immer ein Kapitel pro Tag. Das dauert. In diesem Tempo: Jahre.

Nach einiger Zeit begann ich, jeweils einen Vers (oder einen Teil davon) aus meinem Kapitel des Tages zu twittern. Die Suche nach dem Twittervers des Tages ist noch einmal eine ganz besondere Art der Bibelmeditation.

Inzwischen bin ich einmal mit der gesamten Bibel durch, habe das Neue Testament ein zweites Mal gelesen, diesmal in der richtigen Reihenfolge, und mit dem Alten Testament begonnen, diesmal ganz vorne.

Der aktuelle Plan lautet, die Bibel einmal von vorne bis hinten zu lesen, in der richtigen Reihenfolge. Wie es danach weitergeht, weiß ich noch nicht. Das hat aber auch noch ein paar Jahre Zeit, denn derzeit verweile ich lesend beim Buch Genesis.

Bei der zweiten Lektüre fällt mir nun auf, wie sehr die Bibel bei aller Heterogenität doch eine organische Einheit bildet. Sie ist ein lebendiges Buch, ein Buch des lebendigen Gottes.

Von Anfang an handelt die Bibel vom Werben Gottes um sein Volk, die Nachfahren Abrahams, das Volk Israel, aus dem Jesus Christus hervorging, der Erlöser der Welt, durch den schließlich alle Menschen zu Kindern Abrahams werden. Und von der Abwendung des Menschen von Gott, der Zuwendung zu anderen Göttern, die doch nur Götzen sind.

Was also in unseren Tagen geschieht, die Abkehr vom Gott unserer Väter, die Zuwendung zu allerlei Götzen, das findet sich bereits auf den ersten Seiten der Bibel. Das ist überhaupt nichts Neues.

Überaus spannend zu lesen ist, wie sich der Spannungsbogen von der Urgeschichte bis zur Apokalypse aufbaut. Die Bibel ist das großartigste Stück Weltliteratur, das ich kenne. Wer sie noch nicht gelesen hat, der sollte das unbedingt nachholen.

Weihnachten 2012

2012 war ein Jahr, auf das ich mit einer gewissen Zufriedenheit zurückblicken kann. Ich denke an einen wunderbaren Sommerurlaub im Allgäu, der uns viel schönes Wetter, eine entspannte Zeit und eindrucksvolle Berge gebracht hat.

Der Höhepunkt war der Aufstieg auf den Hochgrat, den höchsten Berg des Allgäuer Voralpenlandes. Wir haben immerhin rund 1.000 Meter Höhenunterschied (netto) überwunden, den Abstieg nicht gerechnet. Für uns Flachlandbewohner ist das schon eine ganze Menge.

Mein Vater hat im März seinen 80. Geburtstag gefeiert. Ich bin froh und dankbar, dass er bei guter Gesundheit ist, nach wie vor ein aktives Leben führen und seine Enkelkinder aufwachsen sehen kann.

Unser Jüngster hat in seinem zweiten Gymnasialjahr schon mehr zu kämpfen als bisher. Es scheint aber, dass es mehr die Nerven seiner Eltern als seine eigenen sind, die er damit strapaziert. Mit seinem Tenorhorn macht er gute Fortschritte. Im Bläserchor hier an der Lühe spielt er jetzt auch schon mal bei den Erwachsenen mit.

Im Sommer bin ich in die Ausbildung zum Diakon aufgenommen worden, ein weiterer Schritt ist damit getan. Diese Ausbildung wird bis 2015 dauern, was noch weit entfernt klingt, aber bei genauerer Betrachtung doch schon recht bald ist.

Es wird nun bereits konkreter. Wir haben uns zum Beispiel mit der Seelsorge für Alte, Kranke und Zuwanderer befasst und im Herbst eine Woche lang intensiv das seelsorgliche Gespräch geübt. Ich merke, wie ich neu gefordert bin. Und zugleich nehme ich etwas für meinen Beruf mit.

Es wird sich um eine nebenberufliche und ehrenamtliche Aufgabe handeln, auf die ich mich vorbereite. Einerseits. Andererseits lautet die Bezeichnung: Diakon im Zivilberuf. Was schon andeutet, dass sich auch im Beruf das eine oder andere ändern wird.

Vor einigen Tagen, am 12. Dezember, hat Papst Benedikt (@Pontifex) zu twittern begonnen. Einer seiner ersten Tweets lautete:

Das ist, in aller Einfachheit, ein diakonisches Programm. Zuerst kommt das Gebet und damit die persönliche Beziehung zu Jesus Christus. Dann folgt das Evangelium, die Heilige Schrift, in der Gott uns anredet. Und schließlich als Antwort darauf die Zuwendung zu den Notleidenden, in denen wir Christus sehen können.

All das steht in enger Beziehung zueinander. Die Sorge um die Armen und Leidenden bleibt an der materiellen Oberfläche, wenn sie nicht aus der frohen Botschaft heraus geschieht. Und das Hören auf das Evangelium bleibt folgenlos, wenn es nicht in Gebet und Gottesbeziehung gründet. In einer Beziehung, die sich am Nächsten konkretisiert. Wer sich so dem Nächsten zuwendet, wendet sich Christus zu.

Nun feiern wir seine Geburt. Jesus ist selbst als Notleidender geboren worden, nicht im Palast, sondern im Stall. In der Herberge war kein Platz. Joseph Ratzinger schreibt im Prolog, seinem jüngsten Band über Jesus von Nazareth:

Von Geburt an gehört er nicht dem Bereich dessen zu, was weltlich wichtig und mächtig ist. Aber gerade dieser Unwichtige und Ohnmächtige erweist sich als der wahrhaft Mächtige, als der, auf den letztlich alles ankommt. So gehört zur Christwerdung das Hinausgehen aus dem, was alle denken und wollen, aus den herrschenden Maßstäben, um ins Licht der Wahrheit unseres Seins zu finden und mit ihm auf den rechten Weg zu kommen.

Christ sein heißt, mit den herrschenden Maßstäben nicht einverstanden zu sein, wenn sie nicht an Christus Maß nehmen. Weihnachten ist also alles andere als ein harmloses Fest, das allenfalls zu Übergewicht führen kann. Weihnachten ist radikal.

Frohe, gesegnete Weihnachten und ein glückliches Jahr 2013!

Der Sinn des Lebens in 140 Zeichen

Folllowerpower bitte — aus aktuellem Anlass: Was ist der Sinn des Lebens und wenn ja, welcher?

@bosch

bosch

@bosch The meaning of life is to love and be loved. Because God is love (1 Jn 4,16). Or, as Augustine puts it, „Ama, et fac quod vis.“

@mr94

Martin Recke

Die Bibel lesen (und twittern)

Was hat es eigentlich mit diesem Twitter auf sich? Und was haben die Bibelstellen zu bedeuten?

Es war seinerzeit im Paulusjahr, als ich mir vornahm, die Paulusbriefe zu lesen. Ich begann auch damit, kam aber nicht so recht voran. Bald war das Paulusjahr vorbei, doch es dauerte noch einige Monate, bis ich mit den Paulusbriefen fertig war. Es folgten die Katholischen Briefe, danach die Offenbarung des Johannes, anschließend das Lukasevangelium und die Apostelgeschichte, schließlich die übrigen Evangelien.

Als ich bei der Bergpredigt (bei Lukas ist es die Feldrede) war, begann ich spontan damit, meine Bibellektüre zu twittern. Nach kurzer Zeit hatte ich das richtige Format gefunden, hier erläutert am jüngsten Beispiel:

Gerade Jes 13 gelesen: Dann bestrafe ich den Erdkreis für seine Verbrechen und die Bösen für ihre Vergehen. http://bit.ly/a8GDhm

  1. Einleitung: das gerade gelesene Kapitel bzw. die Stelle
  2. Hauptteil: ein wichtiger Vers oder ein Teil davon, je nach Platz
  3. Schluss: Link zum jeweiligen Kapitel auf bibleserver.com

Manchmal ist es schwierig, einen Vers inkl. Einleitung und Link in 140 Zeichen unterzubringen. Dann wähle ich notfalls einen anderen aus oder kürze ihn.

Nachdem das Neue Testament abgeschlossen ist, habe ich nun mit Jesaja begonnen. Die übrigen Propheten werden folgen. Danach sehen wir weiter.