in Liturgia

Ein ästhetischer Gottesbeweis

Zwei aufregende Texte binnen weniger Tage. Zuerst Armin Schwibach furios im KOMMA-Magazin: Absurdes Theater oder teuflisches Spiel? Apostasie und die Kirche

Jahrzehnte lang wurde jeder auch noch so extremen Form von Missbräuchen der Liturgie schweigend stattgegeben. Die Missbräuche sind heute aber nicht mehr zu verbergen. Im Zeitalter des „World Wide Web“ wimmelt es nur so von bildlichen Belegen dessen, was bisher einfach unter den Tisch gekehrt werden oder als „Übertreibung“ bezeichnet werden konnte. Entsakralisierte Mätzchen einer verlorenen Kirchengemeinde sind nun sichtbar für alle Welt. Das „Messopfer“ wurde zu einer „Gemeindefeier des Mahles“, die Sakralität des Geschehens, die Sakralität des wirklich und wahrhaft gegenwärtigen Christus geriet ins Hintertreffen.

Dann Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz in ihrer [via Scipio] Festrede zum 60-jährigen Bestehen der Tagespost: Die Postmoderne ist offen für die Religion

Die Behauptung von Strauß, dass „die Mitternacht der Abwesenheit überschritten ist“(13), provoziert eine unglaubliche Hoffnung für die gegenwärtig, zum Sinnlosen nivellierte, im Leeren triumphierende Kultur. Eucharistie ist die Sprengung des Geschwätzes, ist Erweis von Wirklichkeit durch das Wort – trotzend der „reinen Selbstreferenz der Diskurse, dem nihilistischen Vertexten von Texten“(14). Es ist „nur“ ein ästhetischer Gottesbeweis – aber vielleicht der heute nötige?

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Kommentar

  1. wir lesen scheinbar ziemlich ähnliche Sachen…habe diesew WE haargenau die selben Artikel gelesen; ehrlich gesagt der von Gerl-Falkovitz liegt mir mehr als ersterer; dieser ist mir stellenweise doch zu martialisch…