Damit kein Mißverständnis aufkommt, ich bin im “Neuen Ritus” aufgewachsen und heimisch und bin daher sicher kein blinder Verehrer der Tridentinischen Messe. Ich verstehe aber den gedanklichen Sprung oben nicht.
* Alfred sagt, die alte Messe, wie sie “vor dem Konzil” praktiziert wurde, wird glorifiziert (das Problem ist wenn man Theorie mit – immer auch fehlerhafter – Praxis vergleicht).
* Johannes sagt, daß bestimmte Änderungen einen Verlust darstellen.
* Alfred sagt, eine Zulassung der alten Messe gefährde die Einheit.
Nun, ich kann allen drei Aussagen, cum grano salis, zustimmen.
* Ja, die Praxis vor dem Konzil war auch oft nicht in Ordnung. Darauf hat ja die liturgische Bewegung schon seit der Jahrhundertwende reagiert.
* Ja, oft gingen Änderungen zu weit bzw. waren unnötig brüsk. Viel Wertvolles ging, zumindest weitestgehend, verloren.
* Ja, durch eine globale Zulassung der alten Messe besteht eine gewisse Gefahr, das die Einheit verloren geht (es ist ja kein lokaler Sonderritus sondern ein beinahe weltweiter).
Zu letztem Punkt wäre jedoch einzuwenden:
* um die Einheit ist es ja jetzt schon schlecht bestellt, wenn individuelle Priester machen was sie wollen (von theologischen Dingen mal ganz zu schweigen.
* fiele der Ruf nach Einheit doch auf die Liturgiereform zurück, da man sagen könnte, diese habe doch die Einheit gestört.
Fingos Ausführungen kann ich nur voll und ganz zustimmen.
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