Krasser Übergang
In aller Kürze sei notiert, wie krass mir auch in diesem Jahr wieder das verfrühte Ende der Weihnachtszeit und der Übergang zur liturgisch gesichtslosen Zeit im Jahreskreis erschien. Da wünsche ich mir dringend die Sonntage nach der Erscheinung des Herrn und die der Vorfastenzeit zurück.
Im Vergleich zum heutigen Zustand ist das ein sanftes Gleiten von Weihnachten zur Fastenzeit – und im größeren Maßstab sehe ich einen einzigen, großen Jahresfestkreis, der mit dem Vorgebirge Advent und Weihnachten beginnt, durch die Ebenen von Vorfasten- und Fastenzeit zum Gipfel des Triduums aufsteigt, an den sich eine 50-tägige Höhenwanderung zum zweiten, kleineren Gipfel Pfingsten anschließt, von wo aus schließlich der Abstieg über Dreifaltigkeitssonntag, Fronleichnam und Herz-Jesu-Fest in die lange Ebene der Zeit nach Pfingsten folgt.
Ich sehe das auch so.
Der 6. Januar ist für mich das Ende des Weihnachtsfestes, nicht der Weihnachtszeit. Die dauert bis 2. Februar. Bis dahin bleibt die Krippe stehen.
Auch wenn es natürlich etwas chronologisch verwirrend ist.
Weihnachten, am achten Tag pünktlich die Beschneidung des Herrn, dann Epiphanie (eigentlich ein Sprung von 2 Jahren), dann gleich Taufe des Herrn (also Anfang Dreißig), und plötzlich dann wieder Lichtmeß (wieder 4O Tage nach der Geburt des Herrn).
Ich glaube, die Reformer wollten halt die Taufe des Herrn herausstellen und ließen daher hier die Weihnachtszeit enden.