in Catholica

Politische Ökonomie

Auch ein Konklave, in dem per definitionem der Heilige Geist weht, ist nicht frei von den Zwängen der (kirchen-)politischen Ökonomie. Die elf afrikanischen und zehn asiatischen Kardinäle bringen zusammen knapp 20 Prozent der 115 Papstwähler aus. Die italienische Zeitung La Repubblica merkt dazu an:

„Die Afrikaner und die Asiaten machen keine Lobbyarbeit. Sie achten eher auf die Hinweise der Kurie und der europäischen Würdenträger. Denn es zählen natürlich auch die Bindungen und Beziehungen, die zu den Kirchen der Ersten Welt hergestellt wurden, die ihrerseits Entwicklungsprojekte in den Ländern Afrikas und Asiens unterstützen. Deutschland und Italien sind Geldgeber ersten Ranges. An den Urnen zur Papstwahl wird auch dies von Bedeutung sein.“ [via Deutschlandfunk/Presseschau]

Skeptiker könnten meinen, solche trivialen Erwägungen widersprächen dem Wirken des Heiligen Geistes. Aber weit gefehlt: Er bedient sich bei seinem Wirken selbstverständlich der Menschen und deren Weltklugheit. Vom Geist geleitet zu sein, ist ja gerade nicht esoterisch und weltabgewandt, sondern das genaue Gegenteil davon. Außerdem könnte ich jetzt, wenn ich wollte, einen passenden Vers aus dem Evangelium zitieren.

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