Eine gewisse Borniertheit
Der Kaplan konstatiert in einem höchst lesenswerten Beitrag
eine gewisse Borniertheit im gemütlichen deutschen Gewohnheitskatholizismus, was neue geistliche Gemeinschaften betrifft. Ob Opus Dei, Legionäre Christi oder Neokatechumenat: die zu Feindbildern erklärten Gemeinschaften stören den faulen Frieden der Gemeinden, die sich selbst genügen und sich jeder Neuerung argwöhnisch verweigern.
Dieser Weg wird aber recht bald in der Selbstisolation enden, denn die Verhältnisse in der Kirche weltweit sind in einem weitreichenden Umbruch begriffen. Die traditionellen Kirchen Europas verlieren aufs ganze gesehen drastisch an Bedeutung. Schon heute leben mehr Katholiken auf dem amerikanischen Kontinent als in der ganzen restlichen Welt. Die europäischen Katholiken stellen nur 26% der katholischen Weltbevölkerung.
Viele der neuen geistlichen Bewegungen kommen entweder aus der Neuen Welt oder aber sind dort besonders erfolgreich. Oft vereinen sie jugendliches Charisma mit überzeugender Lebendigkeit im persönlich gelebten Glauben, während die europäischen Wohlstandskatholiken ihre Probleme mit den christlichen Basics haben.
Die traditionellen deutschen Wohlfühlgemeinden haben alle ihre Kräfte in Strukturdebatten und Selbstbespaßung verpulvert, so daß sie nicht nur finanziell am Ende sind, sondern auch die Weitergabe des Glaubens an die jüngere Generation verpaßt haben. Sie werden wohl nicht vermißt werden, denn alle die das Evangelium leben und verkünden wollen, werden wichtigeres zu tun haben, als Organisationsstrukturen von gestern nachzutrauern.
Dem ist nichts hinzuzufügen.


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