Mein lieber Denker, was nicht ist kann noch werden.
Zuerst kommt das Denken und erst dann wird es durchgesetzt.
Naja, nicht so leicht. Sicherlich ist “anything goes” für jemanden, für den eben nicht “anything goes”, manchmal schwer zu ertragen. Ich kenne das Gefühl nur zu gut, alter Konservativer, der ich bin (zur Info: konservativ fängt bei mir nicht bei Edmund Stoiber, sondern eher bei Joseph de Maistre oder Ernst Jünger an …)
Nur: “anything goes” heißt eben auch, daß ich meinen Weg gehe. Da ich kein besonders missionarischer Mensch bin, macht es mir wenig aus, wenn andere anderes wollen. Wogegen ich mich allerdings entschieder verwehre sind Gedanken- und SPrechverbote. Eine political correctness, die mir einen “Neger” zwangsweise auf “Schwarzafrikaner” umbessert (als ob er dann kein Neger mehr wäre!), finde ich einfach zum Kotzen. Ich will Mohammed-Karikaturen veröffentlichen dürfen (die von Dänemark fand ich teilweise ech gelungen), und das Tamtam, das von wehleidigen Mullahs jetzt über die neuesten Papst-Worte gemacht wird, finde ich einfach lächerlich (ich fürchte nur, die Herrn im Vatikan werden eilfertig in jede Hose machen, die man ihnen hinhält …).
Ich habe nichts dagegen, wenn mich ein Mullah als “Ungläubiger” tituliert (der ich eben aus seiner Sicht bin — okay, kann damit leben), bestehe aber darauf, im Gegenzug seinen Propheten als vermutlich epileptischen Kinderschänder bezeichnen zu dürfen (was er nach den wenigen Quellen, die wir über ihn haben, wohl gewesen sein wird) und die iranischen Groß-Ayatollahs als Gruppe ebenso größenwahnsinniger wie verkalkter Großinquisitoren …
Auch wenn es mich stört, welche “Scherze” im “Leben des Brian” manchmal gemacht werden (manche sind allerdings echt gelungen!), so bin ich doch der Meinung, daß es zulässig sein muß, so einen Film zu produzieren — ebenso wie andererseits auch die “Passio” von Mel Gibson (für die ich eine Menge Postings verfaßt habe).
Wenn das “Relativismus” ist, dann vertrete und verteidige ich ihn mit Zähnen und Klauen. Das, was der Papst freilich meinte, ist vieleicht das Zerrbild davon — die Attitüde à la: “Alle Schwulen / Lesben / Feministinnen / Neger / Asylanten / Drogenjunkies / Bettnässer sind so verfolgt, nur weil sie anders sind, und müssen daher gegen jegliche Kritik geschützt werden. Und wer sie dennoch kritisiert, ist ein Nazi.” Dagegen werde ich kämpfen, solange ich kann (ich hoffe, ich kann noch lange!)
Nur genau diese Wehleidigkeit findet man leider auch bei den Katholiken (und bei den heutigen Protestanten sowieso), die dann mit Betulichkeit auf Verständnisvoll und Caritas mimen und mir genauso den Nerv ziehen, wie irgendwelche linke Sozialarbeiter und Berufsantifaschisten. So! låss’ ma’s! ‘s bringt eh nix … (wie wir in Wien sagen würden (Übersetzung für Piefkes: “Also, lassen wir’s mal gut sein. Es hat ohnedies keinen Sinn!”)
5 Comments