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	<title>Commentarium Catholicum &#187; Politica</title>
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	<description>Et unam, sanctam, catholicam et apostolicam Ecclesiam.</description>
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		<title>Warum es 2013 keinen Kanzlerwechsel geben wird (und was Joachim Gauck damit zu tun hat)</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Feb 2012 16:15:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politica]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn es noch eines Indizes bedurft daf&#252;r h&#228;tte, dass die Bundestagswahl 2013 praktisch gelaufen ist, dann haben es die Ereignisse rund um die Kandidatur Joachim Gaucks f&#252;r das Amt des Bundespr&#228;sidenten geliefert. Doch der Reihe nach. Mich beschlich schon 2005, als Angela Merkel Kanzlerin einer Gro&#223;en Koalition wurde, die Erwartung, sie werde wie Helmut Kohl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn es noch eines Indizes bedurft daf&#252;r h&#228;tte, dass die Bundestagswahl 2013 praktisch gelaufen ist, dann haben es die Ereignisse rund um die Kandidatur Joachim Gaucks f&#252;r das Amt des Bundespr&#228;sidenten geliefert. Doch der Reihe nach.</p>
<p>Mich beschlich schon 2005, als Angela Merkel Kanzlerin einer Gro&#223;en Koalition wurde, die Erwartung, sie werde wie Helmut Kohl vier volle Legislaturperioden im Kanzleramt verbringen. Daf&#252;r sprach zun&#228;chst ihr Lebensalter: Damals war sie gerade einmal 51 Jahre alt. Am Ende ihrer vierten Kanzlerschaft w&#228;re sie demnach 67.</p>
<p>Schwerer aber als das biologische Argument wiegen politische Erw&#228;gungen. Denn welche Mehrheiten sollte es auf absehbare Zeit gegen die CDU/CSU geben? Es gibt in Deutschland keine linke Mehrheit. Sie hat es seit Gr&#252;ndung der Bundesrepublik nicht gegeben. Wenn doch einmal die SPD den Kanzler stellte, dann nur mit Hilfe von Anleihen aus dem b&#252;rgerlichen Lager.</p>
<p>So war es 1969 die FDP, die Willy Brandt zur Kanzlerschaft verhalf. Helmut Schmidt wurde im b&#252;rgerlichen Lager immer sehr gesch&#228;tzt, und letztlich verlor er die Kanzlerschaft, weil er die Unterst&#252;tzung aus dem linken Lager einb&#252;&#223;te. Gerhard Schr&#246;der konnte 1998 die von ihm erfundene Neue Mitte und damit Stimmen aus dem Reservoir von CDU/CSU und FDP f&#252;r sich gewinnen.</p>
<p>Welche Szenarien sind nun f&#252;r die Bundestagswahl 2013 m&#246;glich? Die Fortsetzung der gegenw&#228;rtigen Koalition erscheint unwahrscheinlich, wenn auch nicht ausgeschlossen. Die SPD hat offensichtlich keinen schlagkr&#228;ftigen Kanzlerkandidaten: Steinmeier ist schon 2009 gegen Merkel gescheitert, Gabriel als Kanzler ist kaum vorstellbar, Steinbr&#252;ck vermutlich in seiner eigenen Partei nicht mehrheitsf&#228;hig.</p>
<p>Eine rot-gr&#252;ne Mehrheit ist ebenso unwahrscheinlich, sofern die Linke erneut in den Bundestag einzieht. In jedem Fall w&#252;rde sie voraussetzen, dass entweder die Gr&#252;nen oder die SPD (oder beide) im b&#252;rgerlichen Lager wildern, um eine Mehrheit zu erringen. Den Gr&#252;nen fiele das nicht schwer, da sie <a href="http://commentarium.de/2011/10/19/die-okologische-halbierung-der-grunen/">durch und durch b&#252;rgerlich, konservativ und spie&#223;ig</a> geworden sind. Doch ob sie mit ihrem gegenw&#228;rtigen F&#252;hrungspersonal in der Lage sind, diese Tatsache in eine erfolgreiche Wahlkampfstrategie umzusetzen?</p>
<p>In jedem Fall sind die Gr&#252;nen eine Machtoption f&#252;r Angela Merkel, und wenn nicht schon 2013, dann sp&#228;testens 2017. Da eine Dreiparteienkoalition im Bundestag praktisch ausgeschlossen ist, bleibt die Gro&#223;e Koalition mit Angela Merkel als Kanzlerin und wom&#246;glich erneut Frank-Walter Steinmeier als Vizekanzler. Er ist zwei Jahre j&#252;nger als Merkel und noch lange nicht am Ende seiner politischen Karriere.</p>
<p>Unter Umst&#228;nden wird 2013 sogar ein Sechsparteienparlament gew&#228;hlt, wenn FDP, Linke und Piraten in den Bundestag einziehen w&#252;rden. In diesem Fall ist die Gro&#223;e Koalition &#228;u&#223;erst wahrscheinlich und eine rot-gr&#252;ne Mehrheit praktisch ausgeschlossen. Angela Merkel k&#246;nnte mit SPD und Gr&#252;nen Sondierungsgespr&#228;che f&#252;hren, um sich den passenden Koalitionspartner auszusuchen.</p>
<p>Die Personalie Joachim Gauck hat gezeigt, dass der CDU/CSU drei m&#246;gliche Koalitionspartner zur Verf&#252;gung stehen: SPD, Gr&#252;ne und FDP. In einer solch komfortablen Situation sollte sich doch eine dritte Regierung Merkel bilden lassen. Eine Mehrheit gegen die Kanzlerin ist hingegen nicht in Sicht.</p>
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		<title>Konfessioneller Proporz</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Feb 2012 21:52:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
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		<description><![CDATA[Proporz ist wichtig, wenn es um die Besetzung von Staats&#228;mtern geht. So ist bei der Besetzung des Bundeskabinetts auch darauf zu achten, dass die regionale Zusammensetzung stimmt: Ost und West, Nord und S&#252;d m&#252;ssen angemessen vertreten sein. &#196;hnlich war es zumindest in den ersten Jahrzehnten der Bonner Republik auch im Hinblick auf die Konfessionen. Zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Proporz ist wichtig, wenn es um die Besetzung von Staats&#228;mtern geht. So ist bei der Besetzung des Bundeskabinetts auch darauf zu achten, dass die regionale Zusammensetzung stimmt: Ost und West, Nord und S&#252;d m&#252;ssen angemessen vertreten sein. &#196;hnlich war es zumindest in den ersten Jahrzehnten der Bonner Republik auch im Hinblick auf die Konfessionen. Zur Zeit Adenauers war es undenkbar, dass ein Katholik Bundespr&#228;sident werden konnte. Theodor Heuss war Protestant.</p>
<p>Auch zur Regierungszeit des Katholiken Helmut Kohl waren die Bundespr&#228;sidenten allesamt Protestanten: Karl Carstens, Richard von Weizs&#228;cker, der bis 1984 der Synode und dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland angeh&#246;rte, und Roman Herzog. Als Gerhard Schr&#246;der Kanzler wurde, &#228;nderte sich daran nichts: Auch Johannes Rau und Horst K&#246;hler waren Protestanten. Mit Christian Wulff zog der erste Katholik seit Heinrich L&#252;bke ins Schloss Bellevue ein.</p>
<p>Bis auf Weiteres werden sie die einzigen beiden Katholiken im Amt des Bundespr&#228;sidenten gewesen sein. Denn mit Joachim Gauck wird wiederum ein Protestant, und diesmal sogar ein evangelischer Pastor, zum Staatsoberhaupt gew&#228;hlt. Bei der Besetzung der vier h&#246;chsten Staats&#228;mter steht es damit bis auf Weiteres zwei zu zwei: Bundestagspr&#228;sident Norbert Lammert und der gegenw&#228;rtige Bundesratspr&#228;sident Horst Seehofer sind katholisch.</p>
<p>Erstaunlich auch, wie viele evangelische Pastoren und sonstige Kirchenfunktion&#228;re in den letzten Tagen f&#252;r pr&#228;sidiabel gehalten wurden: So wurden neben Gauck auch die beiden letzten Ratspr&#228;sidenten der EKD, Wolfgang Huber und Margot K&#228;&#223;mann, sowie Katrin G&#246;ring-Eckardt, Pr&#228;ses der EKD-Synode, ins Rennen geschickt. Dies zeigt, wie stark die F&#252;hrungsriege des deutschen Protestantismus inzwischen politisiert ist.</p>
<p>Katholische Priester in Staats&#228;mtern sind hingegen nicht zu erwarten. Ihnen ist es durch das Kirchenrecht untersagt, &#246;ffentliche &#196;mter anzunehmen.</p>
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		<title>Rick Santorum</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 13:28:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politica]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Rick Santorum]]></category>
		<category><![CDATA[US-Präsident]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Blogozesanen, es ist Zeit, sich mit Rick Santorum zu befassen. Denn er ist Katholik, und was f&#252;r einer! It is easy to discover from Wikipedia, for instance, that he usually attends a Latin Mass with his family (he has seven children, which ought to have given the game away even to the BBC) at [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Blogozesanen, es ist Zeit, sich mit Rick Santorum zu befassen. Denn er ist Katholik, und <a href="http://www.catholicherald.co.uk/commentandblogs/2012/01/05/who-is-rick-santorum-who-nearly-won-the-iowa-caucus-and-can-we-trust-the-bbc-to-inform-us-about-this-or-anything-else-in-the-us-elections/">was f&#252;r einer</a>!</p>
<blockquote><p>It is easy to discover from Wikipedia, for instance, that he usually attends a Latin Mass with his family (he has seven children, which ought to have given the game away even to the BBC) at St Catherine of Siena, Great Falls, Virginia, near Washington DC, a parish where it seems they take the sacraments seriously. They go in for regular adoration of the Blessed Sacrament; they announce on their website, under the heading “Sacrament of Holy Matrimony”, that “couples must contact a priest and begin preparation at least six months prior to the wedding” and that “living together before marriage is sinful and harmful to future marriage. Couples who are living together will be asked to live separately during the preparation time.”</p>
<p>This policy no doubt has the support of the parish’s best-known parishioner. Santorum is clearly well known as a committed Catholic who has made it clear that he is 100 per cent in support of the Magisterium. He is involved in the affairs of his Church. He and his wife are, inter alia, a Knight and Dame of Magistral Grace of the Knights of Malta.</p>
<p>I don’t know if he’s a member of Opus Dei, but he obviously supports it: in 2002 he spoke in Rome at a centenary celebration of the birth of St Josemaría Escrivá. In an interview with the National Catholic Reporter on that occasion, Santorum said (controversially it seems, though why I’m not sure) that the distinction between private religious conviction and public responsibility, espoused by President John F Kennedy, had caused “great harm in America”.</p>
<p>“All of us have heard people say [he declared] ‘I privately am against abortion, homosexual marriage, stem cell research, cloning. But who am I to decide that it’s not right for somebody else?’ It sounds good, but it is the corruption of freedom of conscience.” He had, specifically, been critical of Teddy Kennedy’s support for a “woman’s right to choose” abortion; and as a result was attacked by Kennedy himself, in the US Senate, for his bigotry. I have to say that he sounds to me like something of a good egg.</p></blockquote>
<p>Er w&#228;re <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Religious_affiliations_of_Presidents_of_the_United_States">der erste Katholik</a> seit Kennedy im Oval Office. Was es schon ziemlich unwahrscheinlich erscheinen l&#228;sst, dass er tats&#228;chlich Pr&#228;sident w&#252;rde.</p>
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		<title>Die &#246;kologische Halbierung der Gr&#252;nen</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 17:40:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideologia]]></category>
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		<description><![CDATA[2011 ist das Jahr, in dem die Gr&#252;nen endg&#252;ltig im Establishment angekommen sind. Die Wahl des Gr&#252;nen Winfried Kretschmann zum Ministerpr&#228;sidenten von Baden-W&#252;rttemberg hat diese Ankunft nur noch besiegelt. Gr&#252;ne Themen sind Mainstream, die alten Kernforderungen nach Umweltschutz und Atomausstieg sind politische Allgemeinpl&#228;tze geworden. Damit hat sich die Lage der Gr&#252;nen im politischen Spektrum deutlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>2011 ist das Jahr, in dem die Gr&#252;nen endg&#252;ltig im Establishment angekommen sind. Die Wahl des Gr&#252;nen Winfried Kretschmann zum Ministerpr&#228;sidenten von Baden-W&#252;rttemberg hat diese Ankunft nur noch besiegelt. Gr&#252;ne Themen sind Mainstream, die alten Kernforderungen nach Umweltschutz und Atomausstieg sind politische Allgemeinpl&#228;tze geworden.</p>
<p>Damit hat sich die Lage der Gr&#252;nen im politischen Spektrum deutlich ver&#228;ndert. Die Gr&#252;nen sind eine zutiefst b&#252;rgerliche Partei geworden, sie sind im Vergleich mit den anderen im Bundestag vertretenen Parteien nun die konservativste und spie&#223;igste. In dieser Hinsicht sind sie am ehesten mit der CDU der Adenauer-&#196;ra zu vergleichen, allerdings ohne deren gro&#223;e Erfolge und politische Mehrheitsf&#228;higkeit.</p>
<p>&#196;hnlich spie&#223;ig und konservativ ist nur noch die Linke, die sich im Wesentlichen aus der Sehnsucht nach dem Sozialstaat der siebziger Jahre (West) und dem vormundschaftlichen Staat (Ost) speist. F&#252;r beide Geschmacksrichtungen schrumpft das W&#228;hlerpotential langsam, aber kontinuierlich. Der Machtverlust in Berlin spricht B&#228;nde.</p>
<p>Das alte Rechts-Links-Schema passt nicht mehr. Mindestens zwei eigentlich linke Parteien sind jetzt konservativer als die klassischen b&#252;rgerlichen Parteien. Bei der SPD wei&#223; man das nicht so genau, aber an der Spitze des Fortschritts stehen die Genossen auch schon l&#228;nger nicht mehr.</p>
<p>Die Gr&#252;nen werden immer &#228;lter, und sie machen sich, siehe Stuttgart 21, die Themen spie&#223;iger, fortschrittsfeindlicher Rentner zu eigen. Kein Wunder, kommt ihre Gr&#252;ndergeneration doch inzwischen selbst ins Rentenalter.</p>
<p>Das gr&#252;ne Projekt war immer von einem Grundwiderspruch gepr&#228;gt, den zuletzt Papst Benedikt bei seiner Rede im Bundestag auf den Punkt gebracht hat. Sie haben sich der &#214;kologie der menschlichen Umwelt verschrieben, den Menschen selbst aber ausgeklammert. Dass auch der Mensch eine Natur hat, die nicht zerst&#246;rt werden darf, blieb den Gr&#252;nen immer fremd.</p>
<p>Das hatte seine Gr&#252;nde darin, dass in den Gr&#252;nen zwei v&#246;llig unterschiedliche und eigentlich unvereinbare politische Str&#246;mungen verschmolzen waren, die Umwelt- und Friedensbewegung mit den Erben der 68er. Denen waren Umwelt und Frieden eigentlich herzlich egal, ihr Programm waren der gesellschaftliche Umsturz und die Zerst&#246;rung der Familie. Und letzteres ist auch weitgehend gelungen.</p>
<p>Die Fusion der beiden Str&#246;mungen war damals n&#246;tig, um die F&#252;nf-Prozent-H&#252;rde zu &#252;berspringen. Weil es diese H&#252;rde gibt, brauchen Parteien in Deutschland so gut wie immer zwei Themen, um politisch handlungsf&#228;hig zu werden. F&#252;r die Linken waren es Ostalgie und Hartz-IV-Verdrossenheit, f&#252;r die Gr&#252;nen Umwelt- und Friedensbewegung und die Konkursmasse von 1968ff.</p>
<p>Dieser urgr&#252;ne Grundkonflikt ist bis heute nicht gel&#246;st, sondern immer nur verdr&#228;ngt worden. Der Streit zwischen Fundis und Realos hat ihn lange Zeit &#252;berdeckt, und sp&#228;testens mit dem Aufstieg zur Regierungspartei waren die Pragmatiker der Macht in der Mehrheit, sodass die Ungereimtheiten der gr&#252;nen Ideologie an Bedeutung verloren. Mit der SPD lie&#223; sich das Erbe von 68 kommod verwalten, die Zerst&#246;rung der Familie fortsetzen und zugleich Umweltthemen umsetzen, die seinerzeit schon weit &#252;ber das linke Lager hinaus mehrheitsf&#228;hig waren.</p>
<p>Die Ironie der Geschichte ist, dass inzwischen auch die Ladenh&#252;ter von 68 mehrheitsf&#228;hig sind. Deshalb k&#246;nnen sich heute Rentner, die objektiv nur ihre ureigenen, egoistischen Partikularinteressen vertreten, als Speerspitze des Fortschritts f&#252;hlen. Es ist genial und absurd zugleich, dass zutiefst b&#252;rgerliche &#214;ko-Spie&#223;er &#252;ber den Protest gegen ein Bauprojekt der doch so gr&#252;nen Bahn einen Gr&#252;nen zum Ministerpr&#228;sidenten machen.</p>
<p>Weil sie durch und durch b&#252;rgerlich, konservativ und spie&#223;ig geworden sind, k&#246;nnen die Gr&#252;nen heute praktisch mit jeder anderen Partei in den Parlamenten Koalitionen bilden. Es finden sich im Grunde immer gen&#252;gend Gemeinsamkeiten, da ihre Themen l&#228;ngst in alle anderen Parteien eingewandert und damit mehrheitsf&#228;hig sind.</p>
<p>Die Frage ist nur, wof&#252;r die Gr&#252;nen dann noch gebraucht werden. Ihr Scheitern in Berlin ist vor allem eine Folge des eigenen Gr&#246;&#223;enwahns. Besoffen von der Aussicht, den Regierenden B&#252;rgermeister stellen zu k&#246;nnen, haben die Berliner Gr&#252;nen die Bodenhaftung verloren.</p>
<p>Die Feuerprobe kommt mit der Bundestagswahl 2013. Bis dahin k&#246;nnten sich die Gr&#252;nen als Juniorpartner der CDU von Angela Merkel positionieren &#8211; oder weitere vier Jahre in der Opposition gegen eine Gro&#223;e Koalition verbringen.</p>
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		<title>German Angst</title>
		<link>http://commentarium.de/2011/03/27/german-angst/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Mar 2011 15:39:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mein Nachbar arbeitet in einem Atomkraftwerk. Als Elektriker. Wahrscheinlich gibt es daf&#252;r noch einen elaborierteren Namen, so etwas wie Elektroingenieur. Aber mein Nachbar macht nicht viel Gewese um solche Dinge. Seit ich in der Nachbarschaft eines Atomkraftwerkes lebe und einen Mitarbeiter jenes Kraftwerkes als Nachbarn habe, hat sich mein Verh&#228;ltnis zur Atomkraft deutlich entspannt. Selbstverst&#228;ndlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Nachbar arbeitet in einem Atomkraftwerk. Als Elektriker. Wahrscheinlich gibt es daf&#252;r noch einen elaborierteren Namen, so etwas wie Elektroingenieur. Aber mein Nachbar macht nicht viel Gewese um solche Dinge.</p>
<p>Seit ich in der Nachbarschaft eines Atomkraftwerkes lebe und einen Mitarbeiter jenes Kraftwerkes als Nachbarn habe, hat sich mein Verh&#228;ltnis zur Atomkraft deutlich entspannt. Selbstverst&#228;ndlich war ich fr&#252;her dagegen. Und auch heute bin ich nicht etwa ein gro&#223;er Freund der Atomkraft.</p>
<p>Doch ich pl&#228;diere f&#252;r einen rationalen Umgang mit der Frage der Energieversorgung. Und davon sind wir in Deutschland momentan Lichtjahre entfernt. <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,751683,00.html">Die spinnen, die Deutschen!</a> So m&#246;chte ich mit Spiegel-Autorin Cécile Calla ausrufen.</p>
<p>Die sensationalistische Medienberichterstattung und die &#246;ffentliche Meinung haben sich in den letzten zwei Wochen so hochgeschaukelt, dass s&#228;mtliche Ma&#223;st&#228;be verrutscht sind. Roland Tichy bringt es <a href="http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/tabellen-1/japan-trauer-um-die-opfer.html">auf den Punkt</a>:</p>
<blockquote><p>Hunderttausende Menschen in Japan haben kein Dach &#252;ber dem Kopf, sie trauern in Schnee und K&#228;lte um ihre noch nicht gez&#228;hlten Toten, Abermillionen leben in Angst vor dem Strahlentod.</p>
<p>Und Deutschland? Die Regierung ruft den Notstand aus! Wo ist unser Notstand, au&#223;er in unseren Hirnen?  Menschen kaufen Jodtabletten und Geigerz&#228;hler; im &#246;ffentlichen Fernsehen wird mit geradezu wohligem Schauer die Apokalypse beschworen. Das alles klingt wie Hohn und Spott vor dem Hintergrund der tats&#228;chlichen Katastrophe. Deutsche Politiker schlagen ihre kleinlichen parteilichen Vorteile aus der drohenden Atomkatastrophe.</p></blockquote>
<p>Tagelang jagte eine Sensationsmeldung die andere, bis sich nicht etwa die Lage in Fukushima besserte &#8211; sondern mit Libyen ein neues Thema die drohende, aber letztlich trotz aller Beschw&#246;rungen bis jetzt nicht eingetretene Maximalkatastrophe aus den Schlagzeilen verdr&#228;ngte.</p>
<p>In den deutschen Medien und der hiesigen &#214;ffentlichkeit fehlt bis heute eine n&#252;chterne Einordnung der Ereignisse. Die leisten noch am ehesten (ehemalige) Bef&#252;rworter der Atomkraft wie Gero von Randow, <a href="http://www.zeit.de/2011/13/Neudenken">wenn er schreibt</a>:</p>
<blockquote><p>Also Ausstieg. Allerdings gibt es einen beunruhigenden Umstand: Seit dem Ungl&#252;ck steigen die Aktien des Gesch&#228;fts mit Kohle, &#214;l und Gas. Dieses Gesch&#228;ft fordert mehr Unfallopfer pro Gigawattjahr als die Atomenergie, trotz Tschernobyl. Sogar wohl dann, wenn es in Fukushima zum Schlimmsten kommen sollte. Rechnen wir die verlorenen Lebensjahre durch Luftverschmutzung hinzu, dann f&#228;llt die Behauptung in sich zusammen, Atomkraft sei die gef&#228;hrlichste Energietechnik. Und das, obwohl vom Klimarisiko noch nicht die Rede war. Das Atomrisiko realisiert sich jedoch in anderer Weise als das Geschehen in Gruben und Kohlerevieren, auf Gasfeldern und &#214;lplattformen. Unsichtbar, unentrinnbar, ruft die Radioaktivit&#228;t einen Archetypus wach: den Fluch. N&#252;chterne Berechnungen sind gegen die Macht dieses Angstmotivs hilflos. Es ist so stark, dass es abenteuerlichste Behauptungen deckt; in der deutschen Presse war zum Beispiel zu lesen, in Fukushima st&#252;nde »die nackte Existenz von Millionen« auf dem Spiel. [<a href="http://intelligam.blogspot.com/2011/03/gefuhlswelten.html">via</a>]</p></blockquote>
<p>Gemessen an der Gr&#246;&#223;e der Flutkatastrophe, die dem Atomkraftwerk in Fukushima das Lebenslicht ausblies, sind die bis jetzt bekannten Unfallfolgen noch relativ &#252;berschaubar. Von einer dauerhaften Verstrahlung ganzer Landstriche wie nach Tschernobyl ist bis jetzt nicht die Rede.</p>
<p>Das Kraftwerk war nicht auf eine Flutwelle von jener H&#246;he ausgelegt, wie sie am 11. M&#228;rz hereinschwappte. Demzufolge war der Tsunami kein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Auslegungsst%C3%B6rfall">Auslegungsst&#246;rfall</a>, sondern ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Auslegungsst%C3%B6rfall#Auslegungs.C3.BCberschreitende_St.C3.B6rfalle">auslegungs&#252;berschreitender St&#246;rfall</a>. Gero von Randow vertritt die Auffassung, dass katastrophensichere Atomkraftwerke physikalisch m&#246;glich w&#228;ren, aber praktisch, also technisch, wirtschaftlich und politisch nicht.</p>
<p>Was hilft&#8217;s? Wir haben in Deutschland seit Jahrzehnten vers&#228;umt, eine rationale Debatte &#252;ber die Zukunft unserer Energieversorgung zu f&#252;hren. Die Stromwirtschaft denkt aber notwendigerweise in Dekaden, nicht in Jahren. Kraftwerke sind gro&#223;e Investitionen, die sich &#252;ber Jahrzehnte amortisieren m&#252;ssen. (Auch Windr&#228;der laufen typischerweise 20 Jahre.)</p>
<p>Die Laufzeitverl&#228;ngerung der schwarz-gelben Koalition war letztlich der Versuch, Zeit zu gewinnen. Schlie&#223;lich m&#252;ssen keine neuen Kraftwerke gebaut werden, solange die alten weiterlaufen k&#246;nnen. Doch damit ist jetzt vermutlich Schluss. Die Chancen f&#252;r neue Kohle-, &#214;l- und Gaskraftwerke in Deutschland d&#252;rften sich nach Fukushima dramatisch verbessert haben. Ob wir wollen oder nicht.</p>
<p>Hier bei uns im Landkreis haben wir den Atomausstieg schon hinter uns. Das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Stade">Kernkraftwerk Stade</a>, in dessen unmittelbarer N&#228;he wir seit 1998 leben, ist im November 2003 als erstes in Deutschland als Folge des Atomkonsenses abgeschaltet worden und wird seitdem demontiert. Am gleichen Standort sollen daf&#252;r neue Kraftwerke entstehen. Kohlekraftwerke.</p>
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		<title>Die Lebensl&#252;gen der Generation 68</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Feb 2011 21:30:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Theologenmemorandum, der kleine Volksaufstand gegen Stuttgart 21 und die Sarrazin-Debatte haben eines gemeinsam: Es sind Schlachten, die im Namen der politischen Korrektheit geschlagen werden. Dabei ist &#8220;politisch korrekt&#8221; im Kern eine contradictio in adiecto. Denn Korrektheit setzt voraus, dass es richtig und falsch gibt und dass dies objektiv erkennbar ist. Politisch hingegen ist gerade [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Theologenmemorandum, der kleine Volksaufstand gegen Stuttgart 21 und die Sarrazin-Debatte haben eines gemeinsam: Es sind Schlachten, die im Namen der politischen Korrektheit geschlagen werden. Dabei ist &#8220;politisch korrekt&#8221; im Kern eine contradictio in adiecto.</p>
<p>Denn Korrektheit setzt voraus, dass es richtig und falsch gibt und dass dies objektiv erkennbar ist. Politisch hingegen ist gerade das, was nicht eindeutig richtig oder falsch ist. Politisch muss entschieden werden, wo es kein objektives richtig oder falsch gibt, wo sich die Empfehlungen der Fachleute widersprechen, wo ein Kompromiss zwischen sich widersprechenden Positionen gefunden werden muss.</p>
<p>So sieht die Arbeitsteilung zwischen Politik und Verwaltung aus. Wenn die Verwaltung mit ihrem Latein am Ende ist, wenn der Umweltdezernent und das Bauamt mit jeweils guten Gr&#252;nden f&#252;r das genaue Gegenteil votieren, dann muss die Politik entscheiden, was getan oder auch unterlassen werden soll.</p>
<p>&#8220;Politisch korrekt&#8221; w&#228;re also das eindeutig Richtige, zu dem es keine Alternative gibt. Alternativlos, wie zuletzt in der deutschen Politik des &#246;fteren zu h&#246;ren. Was aber alternativlos ist, das ist nicht politisch. Es sei denn, wir h&#228;tten es mit einer Diktatur zu tun.</p>
<p>Die memorierenden Theologen, die schw&#228;bischen Wutb&#252;rger und die Gegner Thilo Sarrazins w&#228;hnen sich auf der richtigen, der politisch korrekten Seite. Sie stemmen sich mit aller Kraft gegen unerw&#252;nschte und f&#252;r sie unerfreuliche Realit&#228;ten.</p>
<p>Ihre Gegner sind klar: eine Kirche, die sich dem Diktat der politischen Korrektheit nicht beugen will und kann, ein Infrastrukturgro&#223;projekt, das sich nicht mit dem Idyll verb&#252;rgerlichter Altrebellen vertr&#228;gt, ein Analytiker, der verdr&#228;ngte und ignorierte Probleme ans Tageslicht holt.</p>
<p>In Stuttgart waren vor allem die ergrauten Gr&#252;nen die Tr&#228;ger des Aufstands, mit Unterst&#252;tzung bis weit ins b&#252;rgerliche Lager hinein. Das Memorandum ist <a href="http://www.die-tagespost.de/Der-Etikettenschwindel;art456,122223">ebenfalls</a> das Projekt jener Generation, die im Gefolge von 68 sozialisiert wurde. Und im Fall Sarrazin sind es die Lebensl&#252;gen der Multikulti-Ideologen, die als solche entlarvt wurden.</p>
<p>Wir sollten uns in den kommenden Jahren auf weitere Schlachten nach diesem Muster einstellen. In einer alternden Gesellschaft, in der Rentner, Pension&#228;re und Sozialleistungsempf&#228;nger den Ton angeben, ist sehr viel Raum f&#252;r Schattenboxen dieser Art. Und einige Anl&#228;sse lassen sich auch leicht vorhersehen.</p>
<p>So j&#228;hrt sich 2012 der Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils zum f&#252;nfzigsten Mal. F&#252;r die Jahre bis 2015 gibt es jede Menge Gelegenheit, &#252;ber die Themen des Konzils zu streiten. Man kann sich &#252;brigens auf diese Debatten vorbereiten und schon jetzt mit der Rezeption der Konzilsdokumente beginnen. Vielleicht werden auch die Lehrgespr&#228;che der Piusbruderschaft mit Rom rechtzeitig bemerkenswerte Ergebnisse liefern.</p>
<p>2017 steht der f&#252;nfhundertste Jahrestag der Reformation an. Zu diesem Termin wird es jede Menge Streit um den &#214;kumenismus geben. Zur Vorbereitung k&#246;nnte es sich lohnen, zum Beispiel <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mortalium_animos">Mortalium animos</a> zu lesen. (Mit <a href="http://wdtprs.com/blog/2011/02/podcazt-166-toward-a-true-ecumenism/">Dank an Father Z.</a>)</p>
<p>Und schlie&#223;lich folgt 2018 der f&#252;nfzigste Jahrestag der Revolte von 1968. Bis dahin stehen die Chancen nicht schlecht, dass sich die 68er s&#228;mtlich im Ruhestand befinden und ihre Meinungsmacht endg&#252;ltig gebrochen ist. Damit w&#228;re der Weg frei f&#252;r eine erste echte Schadensbilanz.</p>
<p>Die Lebensl&#252;gen der Generation 68 gegen die harte Realit&#228;t zu verteidigen kostet jede Menge Energie. Energie, die jener Generation langsam, aber sicher abhanden kommt, nicht zuletzt aus biologischen Gr&#252;nden. Die Heftigkeit der Debatte um die Thesen Thilo Sarrazins, aber auch die Reaktionen auf das Theologenmemorandum haben gezeigt, dass die Deutungshoheit bereits kr&#228;ftig br&#246;ckelt. Was in sich widerspr&#252;chlich ist, wie die politische Korrektheit an sich, l&#228;sst sich auf Dauer nicht aufrechterhalten.</p>
<p>Doch auch 2011 stehen noch einige bemerkenswerte Ereignisse ins Haus. Die Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. im Mai d&#252;rfte ein Gro&#223;ereignis mit <a href="http://www.radiovaticana.org/en1/Articolo.asp?c=463750">bis zu 2,5 Millionen Pilgern</a> werden. Auch darauf k&#246;nnen wir uns vorbereiten.</p>
<p>Und schlie&#223;lich folgt im September der Staatsbesuch von Papst Benedikt XVI. in Deutschland. Wir haben es in der Hand, daraus einen Erfolg zu machen. Denn ein Erfolg w&#228;re es bereits, wenn sichtbar w&#252;rde, wie gro&#223; die Unterst&#252;tzung f&#252;r den Heiligen Vater in Deutschland ist &#8211; und wie klein die Zahl seiner Gegner.</p>
<p>Mit der <a href="http://petitionproecclesia.wordpress.com/">Petition</a> ist zum ersten Mal seit langer Zeit die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schweigespirale">Schweigespirale</a> durchbrochen. Das ist ein gewaltiger Fortschritt. Weitere Schritte sollten folgen.</p>
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		<title>Was ich an der Missbrauchsdebatte gut finde</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 10:14:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Immerhin darf jetzt wieder pervers genannt werden, was pervers ist. Auch wenn das Adjektiv gelegentlich unangebracht verwendet wird. Bis jetzt war es doch so, dass nicht der Perverse pervers war (und auch so genannt werden durfte), sondern die Situation, in der er lebt. Immerhin P&#228;dophile d&#252;rfen jetzt wieder pervers genannt werden. Das ist doch schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Immerhin darf jetzt wieder pervers genannt werden, was pervers ist. Auch wenn das Adjektiv <a href="http://politischunpolitisches.blogspot.com/2010/07/bemerkenswertes-bekenntnis.html">gelegentlich</a> <a href="http://blog.derherralipius.com/2010/07/die-lacher-der-woche-haufen-sich.html">unangebracht</a> <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1278663534265.shtml">verwendet</a> wird.</p>
<p>Bis jetzt war es doch so, dass nicht der Perverse pervers war (und auch so genannt werden durfte), <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nicht_der_Homosexuelle_ist_pervers,_sondern_die_Situation,_in_der_er_lebt">sondern die Situation, in der er lebt</a>. Immerhin P&#228;dophile d&#252;rfen jetzt wieder pervers genannt werden. Das ist doch schon einmal ein Fortschritt.</p>
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		<title>Christliche Berufung und &#214;ffentlichkeit</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Mar 2010 21:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Charles J. Chaput, der Erzbischof von Denver, hat am 1. M&#228;rz eine beachtenswerte Rede an der Houston Baptist University gehalten. Sein Thema: The Vocation of Christians in American Public Life. Zwar bezieht er sich auf die USA, doch sind die zentralen Aussagen durchaus auch auf die Situation in Europa und Deutschland anwendbar. The life of [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Charles J. Chaput, der Erzbischof von Denver, hat am 1. M&#228;rz eine beachtenswerte Rede an der Houston Baptist University gehalten. Sein Thema: <a href="http://www.archden.org/index.cfm/ID/3489">The Vocation of Christians in American Public Life</a>. Zwar bezieht er sich auf die USA, doch sind die zentralen Aussagen durchaus auch auf die Situation in Europa und Deutschland anwendbar.</p>
<blockquote><p>The life of our country is no more “Catholic” or “Christian” than it was 100 years ago.  In fact it&#8217;s arguably less so.  And at least one of the reasons for it is this:  Too many Catholics confuse their personal opinions with a real Christian conscience.  Too many live their faith as if it were a private idiosyncrasy – the kind that they’ll never allow to become a public nuisance.  And too many just don&#8217;t really believe. </p></blockquote>
<p>Wer die Rede lieber h&#246;ren m&#246;chte: Father Z hat sie zum <a href="http://wdtprs.com/blog/2010/03/podcazt-99-archbp-chaputs-houston-speech-on-the-vocation-of-christians-in-american-public-life/">einem Podcazt</a> verarbeitet.</p>
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		<title>Die Causa Westerwelle und das System Hartz IV</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 17:35:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Selbst auf dem H&#246;hepunkt der Wirtschaftskrise haben wir in Deutschland noch fast eine Rekordbesch&#228;ftigung. Jeder zweite B&#252;rger, vom Kleinkind bis zum Greis, geht einer Erwerbst&#228;tigkeit nach. Arbeitslosigkeit existiert nur, weil die Erwerbsneigung noch h&#246;her ist. Und die Erwerbsneigung ist h&#246;her, weil die fr&#252;her stabilen Familien als Lebens- und Erwerbsgemeinschaften mehr und mehr aufgel&#246;st werden. Diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Selbst auf dem H&#246;hepunkt der Wirtschaftskrise haben wir in Deutschland noch fast eine Rekordbesch&#228;ftigung. Jeder zweite B&#252;rger, vom Kleinkind bis zum Greis, geht einer Erwerbst&#228;tigkeit nach. Arbeitslosigkeit existiert nur, weil die Erwerbsneigung noch h&#246;her ist. Und die Erwerbsneigung ist h&#246;her, weil die fr&#252;her stabilen Familien als Lebens- und Erwerbsgemeinschaften mehr und mehr aufgel&#246;st werden. Diese Aufl&#246;sung ist &#252;berhaupt nur m&#246;glich, weil sie staatlich subventioniert wird. <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/idw_dlf/1125134/">Diese Subvention hei&#223;t Hartz IV</a>. Man kann das gut finden oder schlecht, aber der Zusammenhang ist offensichtlich.</p>
<p>Vor der Erfindung des modernen Sozialstaats gab es im Wesentlichen zwei M&#246;glichkeiten, den Lebensunterhalt zu bestreiten: Erwerbsarbeit oder Leben in einer Familie, deren Auskommen durch Erwerbsarbeit oder Besitz gesichert ist. Der moderne Sozialstaat ist als dritte M&#246;glichkeit hinzugekommen. Nun gibt es Menschen, und ihre Zahl w&#228;chst, die ohne Erwerbsarbeit und ohne Familie leben k&#246;nnen. Ob sie das wollen oder nicht, ist erst einmal unerheblich. Sie k&#246;nnen es, und sie tun es.</p>
<p>Laut einer <a href="http://www.einblick.dgb.de/2008/e22/08_e22_s3.htm/">Studie</a> des DGB aus dem Jahr 2008 bekommen 42 Prozent der Alleinerziehenden Hartz IV. Anders als die klassische Familie, unter denen der Anteil der Hartz-IV-Empf&#228;nger deutlich geringer ist, ist das Modell der Alleinerziehenden also offensichtlich auf die Finanzierung durch den Staat angewiesen. Nur diese Finanzierung macht es (in 42 Prozent aller F&#228;lle) &#252;berhaupt m&#246;glich. Wie ich oben schon schrieb, kann man das gut oder schlecht finden, aber der Zusammenhang l&#228;sst sich nicht leugnen.</p>
<p>Je kleiner die famili&#228;ren Einheiten, desto gr&#246;&#223;er die Erwerbsneigung in der Gesamtbev&#246;lkerung. Denn in jeder famili&#228;ren Einheit muss oder will tendenziell mindestens eine Person einer Erwerbsarbeit nachgehen. Deshalb haben wir trotz ann&#228;hernder Rekordbesch&#228;ftigung immer noch Arbeitslosigkeit. Das Angebot an Arbeitskr&#228;ften ist dauerhaft gr&#246;&#223;er als die Nachfrage.</p>
<p>In einer solchen Situation wird das Kapital strukturell knapper als die Arbeitskraft. Der Preis des Kapitals steigt, der Preis der Arbeitskraft f&#228;llt. Sinkende oder stagnierende Reall&#246;hne f&#252;hren am Arbeitsmarkt aber nur begrenzt zu sinkendem Arbeitskr&#228;fteangebot, da tendenziell nur die untersten Lohngruppen als Nachfrager ausfallen und zu Hartz IV wechseln. F&#252;r sie lohnt es sich nicht mehr zu arbeiten.</p>
<p>Der Arbeitsmarkt funktioniert also nicht wie ein G&#252;termarkt. Sinkende L&#246;hne verringern die Erwerbsneigung kaum, im Gegenteil: Sie f&#246;rdern den Trend zum Zusatzeinkommen. Familien sind auf ein zweites Einkommen angewiesen, wollen sie ihren Lebensstandard halten. So erh&#246;hen sinkende L&#246;hne sogar noch das Arbeitskr&#228;fteangebot. Das Ergebnis ist strukturelle Arbeitslosigkeit mit einem Sockel aus Hartz-IV-Empf&#228;ngern.</p>
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		<title>Wie die Finanzkrise entstanden ist</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 20:09:41 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Demographia]]></category>
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		<description><![CDATA[Ettore Gotti Tedeschi, der Pr&#228;sident der Vatikanbank, hat in einem Interview mit dem Vatikanfernsehen erkl&#228;rt, wie die internationale Finanzkrise entstanden ist. Der wahre Ursprung der Krise – da habe ich pers&#246;nlich keinen Zweifel – ist der Einbruch der Geburtenrate in den L&#228;ndern des Westens. In den siebziger Jahren sagten die so genannten Neo-Malthusianer einmal voraus: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ettore Gotti Tedeschi, der Pr&#228;sident der Vatikanbank, hat in einem <a href="http://www.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=355314">Interview</a> mit dem Vatikanfernsehen erkl&#228;rt, wie die internationale Finanzkrise entstanden ist.</p>
<blockquote><p>Der wahre Ursprung der Krise – da habe ich pers&#246;nlich keinen Zweifel – ist der Einbruch der Geburtenrate in den L&#228;ndern des Westens. In den siebziger Jahren sagten die so genannten <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Neo-Malthusianism">Neo-Malthusianer</a> einmal voraus: Wenn die Bev&#246;lkerung so weiterw&#228;chst wie bisher, n&#228;mlich zwischen vier und 4,5 Prozent, dann werden vor dem Jahr 2000 Millionen von Menschen, vor allem in Asien und in Indien, an Hunger sterben&#8230; Das sagt doch alles &#252;ber die Prognosef&#228;higkeit vieler Wirtschaftssoziologen. In der Dritten, Vierten Welt konnte niemand die B&#252;cher &#252;ber die demographische Bombe lesen, und darum haben sie weiter in aller Ruhe Kinder bekommen – und haben ihre Lebensbedingungen sogar verbessert, dank der Fortschritte im Gesundheits- und Ern&#228;hrungswesen.</p></blockquote>
<p>Im Westen hingegen haben der Stillstand des Bev&#246;lkerungswachstums die Notwendigkeit zu Strukturreformen mit sich gebracht.</p>
<blockquote><p>Denn die Geburten gehen zur&#252;ck, das hei&#223;t: Weniger junge Leute treten produktiv in die Arbeitswelt ein, und daf&#252;r gibt es mehr &#228;ltere Leute, die aus dem Produktivsystem ausscheiden und ein Kostenfaktor f&#252;r die Gemeinschaft werden. Klar gesagt: Wenn die Bev&#246;lkerung nicht w&#228;chst, dann steigen die Fixkosten dieser wirtschaftlichen und sozialen Struktur oft dramatisch, je nachdem, wie sehr die Bev&#246;lkerungsstruktur ungleichgewichtig wird. Die Gesundheits- und Sozialkosten steigen, Steuern k&#246;nnen nicht mehr gesenkt werden, die Ersparnisse gehen zur&#252;ck&#8230; Der Westen hat versucht, diesen Einbruch in seiner Entwicklung durch Finanzaktivit&#228;ten und Auslagerung der Produktion aufzufangen, und eine Weile ist das auch gutgegangen: Das System w&#228;chst dadurch, dass die Familien sich verschulden. Letztlich hat man an den Finanzm&#228;rkten versucht, das nachlassende Wachstum der Wirtschaft zu kompensieren – welches wiederum mit der Tatsache zusammenh&#228;ngt, dass keine Kinder mehr geboren wurden&#8230;</p></blockquote>
<p>US-Pr&#228;sident Obama will nun die Banken f&#252;r die Kosten der Finanzkrise in die Pflicht nehmen. Der Vatikan-Banker dazu:</p>
<blockquote><p>Ich glaube vor allem, dass es &#252;bertrieben ist, den Bankern und Finanzmanagern den Ursprung der Krise in die Schuhe zu schieben. Die Krise kommt nicht von den Banken und der Finanz: Sie haben die Krise zwar versch&#228;rft, wurden aber auch durch einige Regierungen darin ermutigt, obwohl allen die ganze Zeit &#252;ber klar war, dass die Wachstumsrate, die der Kreditexpansion zugrunde lag, fiktiv war. Jetzt m&#252;&#223;te es eher darum gehen, die Schuldenlast der Regierungen, der Familien, der Finanz- und Industrieinstitutionen zu verringern. Zur&#252;ck zu akzeptablen Kriterien! Es gibt nur einen Weg, das wirtschaftlich-finanzielle Gleichgewicht wiederherzustellen – er hei&#223;t „austerità“, N&#252;chternheit, Einschr&#228;nkung.</p></blockquote>
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