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	<title>Commentarium Catholicum &#187; Liturgia</title>
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	<description>Et unam, sanctam, catholicam et apostolicam Ecclesiam.</description>
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		<title>Der Papst setzt Ma&#223;st&#228;be</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Sep 2011 20:22:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
				<category><![CDATA[Catholica]]></category>
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		<description><![CDATA[Den Stereotypen der in Deutschland ver&#246;ffentlichten Meinung gilt Papst Benedikt XVI. als Konservativer. Doch sp&#228;testens mit seinen Reden beim j&#252;ngsten Deutschlandbesuch hat er sich eher als Reformer zu erkennen gegeben. Allerdings nicht in einem vordergr&#252;ndig-aktionistischen Sinn, wie er der platten Reformrhetorik vorschwebt, die trotz ihres langandauernden Niedergangs gerade ein weiteres Mal ihr h&#228;ssliches Haupt erhob. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Stereotypen der in Deutschland ver&#246;ffentlichten Meinung gilt Papst Benedikt XVI. als Konservativer. Doch sp&#228;testens mit seinen Reden beim j&#252;ngsten Deutschlandbesuch hat er sich eher als Reformer zu erkennen gegeben. Allerdings nicht in einem vordergr&#252;ndig-aktionistischen Sinn, wie er der platten Reformrhetorik vorschwebt, die trotz ihres langandauernden Niedergangs gerade ein weiteres Mal ihr h&#228;ssliches Haupt erhob.</p>
<p>Nein, dieser Papst reformiert, indem er Ma&#223;st&#228;be setzt, an denen sich das konkrete Handeln messen lassen muss. So hat er mit seinen Freiburger Reden Pfl&#246;cke eingehauen, an denen der deutsche Dialogprozess nur noch um den Preis seiner eigenen Bedeutungslosigkeit vorbeikommen kann. Dem spie&#223;igen Strukturkonservatismus, der sich hinter der Reformagenda verschanzt, hat er eine an Deutlichkeit kaum zu &#252;berbietende Absage erteilt.</p>
<p>Ganz &#228;hnlich verf&#228;hrt er in Sachen Liturgie, indem er mit seinen p&#228;pstlichen Messfeiern ein Beispiel f&#252;r die w&#252;rdige und sinnerf&#252;llte Feier in der ordentlichen Form gibt &#8211; und ihr zugleich die alte Messe als &#252;berkommenen Ma&#223;stab an die Seite stellt. Beides sind keine kurzfristigen, aktionistischen Reformen, sondern einfache Ma&#223;nahmen mit langfristiger Wirkung. Dem verbreiteten liturgischen Missbrauch hilft diese p&#228;pstliche Praxis nicht kurzfristig ab, doch entzieht er ihm Schritt f&#252;r Schritt die vermeintliche Legitimation.</p>
<p>Ma&#223;st&#228;be hat Papst Benedikt auch l&#228;ngst f&#252;r die &#214;kumene gesetzt, und zwar am Beispiel der Anglikaner. W&#228;hrend f&#252;r die Orthodoxie mit den katholischen Ostkirchen l&#228;ngst eine Blaupause vorlag, gibt es nun auch eine f&#252;r die R&#252;ckkehr der westlichen Schismatiker, die es zur Einheit mit Rom dr&#228;ngt. Nach dem Vorbild der anglikanischen Ordinate lassen sich in Zukunft auch Strukturen f&#252;r Lutheraner denken, die ihrer &#246;kumenischen Rhetorik endlich Taten folgen lassen wollen.</p>
<p>Auch dies sind keine hastigen Reformen, sondern Weichenstellungen mit Langzeitwirkung, die weit &#252;ber das aktuelle Pontifikat hinausreichen werden. Dieser Papst hat es nicht n&#246;tig, irgendetwas zu &#252;berst&#252;rzen. Die Zeit arbeitet f&#252;r ihn, trotz oder gerade wegen seiner 84 Jahre. Auch dies ist eine wunderbare Ironie unserer Gegenwart.</p>
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		<title>Seminarkirche in Hildesheim</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jul 2011 20:05:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
				<category><![CDATA[Catholica]]></category>
		<category><![CDATA[Liturgia]]></category>
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		<category><![CDATA[Kirchenbau]]></category>
		<category><![CDATA[Seminarkirche]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer als an katholische Kirchen gew&#246;hnter Mensch die Hildesheimer Seminarkirche betritt, der w&#228;hnt sich zun&#228;chst in einer evangelischen Kirche. Denn auf den ersten Blick fehlen der Tabernakel und das ewige Licht. Und am Seiteneingang, durch den ich die Kirche zuerst betrat, gibt es auch kein Weihwasserbecken. Der Raum ist schlicht, die W&#228;nde wei&#223;, der Boden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.images.bistum-hildesheim.de/1/10/6/86374050599069735378.jpg"><img src="http://commentarium.de/wp-content/uploads/2011/07/seminarkirche.jpg" alt="" title="seminarkirche" width="500" height="750" class="alignleft size-full wp-image-2624" /></a></p>
<p>Wer als an katholische Kirchen gew&#246;hnter Mensch die Hildesheimer Seminarkirche betritt, der w&#228;hnt sich zun&#228;chst in einer evangelischen Kirche. Denn auf den ersten Blick fehlen der Tabernakel und das ewige Licht. Und am Seiteneingang, durch den ich die Kirche zuerst betrat, gibt es auch kein Weihwasserbecken.</p>
<p>Der Raum ist schlicht, die W&#228;nde wei&#223;, der Boden schwarz, die M&#246;blierung minimalistisch und gr&#246;&#223;tenteils beweglich. Der Altarquader wirkt zun&#228;chst wie ein massiver Steinblock, stellt sich aber bei n&#228;herer Betrachtung als aus mehreren Elementen montiertes Werkst&#252;ck heraus.</p>
<p>Wer die Seminarkirche von au&#223;en betrachtet, sieht eine barocke Fassade und vermutet dahinter eine ebensolche Innenausstattung. Doch eine Bombe zerst&#246;rte im Zweiten Weltkrieg den Innenraum vollst&#228;ndig, von der Ausstattung blieben nur wenige Schnitzfiguren erhalten.</p>
<p>Dazu geh&#246;rt eine kleine Pieta, die nun in einer Nische hinten rechts einen merkw&#252;rdigen Kontrast zum ansonsten schmucklosen Raum bietet. Eine weitere erhaltene Figurengruppe ist heute auf dem Gang des Priesterseminars an einer Wand zu sehen.</p>
<p>Der Wiederaufbau nach dem Krieg hatte zu keiner wirklich &#252;berzeugenden Raumgestaltung gef&#252;hrt. Wer die Kirche vor ihrer j&#252;ngsten Renovierung kannte, wird den Nachkriegszustand kaum vermissen. Ich habe den Raum als etwas d&#252;ster und wenig erhebend in Erinnerung.</p>
<p>Durch den barocken Grundriss hat das Gotteshaus eine klare Achse. Auf dieser Mittelachse sind, ausgehend vom Haupteingang, zun&#228;chst das Weihwasserbecken, sodann der Priestersitz und das Ambo angeordnet. In der Mitte des Raumes steht die Osterkerze auf einem Leuchter, und der Altar befindet sich am Ostende des Raumes.</p>
<p>Vor der Ostwand, die rechts und links mit zwei wei&#223;en Glast&#252;ren ausgestattet ist, steht ein schlichtes Metallkreuz, das indes mobil ist wie der gr&#246;&#223;te Teil des Mobiliars. Die schlichten schwarzen Holzst&#252;hle stehen f&#252;r gew&#246;hnlich rechts und links des Priestersitzes bis hin zum Ambo, k&#246;nnen aber auch anderswo positioniert werden.</p>
<p>Die Seminarkirche wird heute vor allem von Gruppen aus dem dortigen Tagungshaus und von Schulklassen genutzt. Im Grunde kann (und muss) die M&#246;blierung an die jeweilige Gruppe angepasst werden. Fest installiert ist kein M&#246;bel au&#223;er dem Altar und der Orgel. </p>
<p>Das kleine Instrument aus der Nachkriegszeit steht neben dem Haupteingang auf der linken Seite. Damit ist die Ausstattung vollst&#228;ndig beschrieben, von den vier Kerzenleuchtern neben Ambo und Altar einmal abgesehen. Die einzigen Farbtupfer im ansonsten streng monochromen Raum bilden die bunten, abstrakt gehaltenen Fenster und die rote Sitzfl&#228;che des Priestersitzes.</p>
<p>Durch die beiden Milchglast&#252;ren am Ostende gelangt der Besucher in die Sakramentskapelle. Dort ist der Tabernakel an der R&#252;ckseite der Ostwand &#252;ber einem schwarzen Marmoraltar im Stil der 50er Jahre eingelassen, auf dem das ewige Licht brennt. Dar&#252;ber an der Wand ist ein gro&#223;es Kruzifix angebracht.</p>
<p>Der gro&#223;e Kirchenraum wirkt beim Betreten wie tot. Das d&#252;rfte am fehlenden ewigen Licht liegen, das sonst die Gegenwart des Herrn anzeigt. Dieses Manko soll demn&#228;chst behoben werden, ein zweites ewiges Licht f&#252;r die Ostwand der Kirche ist bereits in Auftrag gegeben.</p>
<p>Des Weiteren fehlen Apostelleuchter. Daf&#252;r sind die zw&#246;lf schlichten schwarzen Apostelkreuze auf der wei&#223;en Wand zu sehen. Unter diesen Kreuzen sollen bei entsprechendem liturgischen Bedarf Kerzen aufgestellt werden.</p>
<p>Der Besucher vermisst zudem einen Kreuzweg. Der sei in dieser Kirche seit mindestens 30 Jahren nicht mehr gebetet worden und daher verzichtbar, lautete die Auskunft. Dies stimmt bedenklich, handelt es sich doch um die Kirche des Bisch&#246;flichen Priesterseminars. Die Seminaristen indes studieren meistenteils in <a href="http://www.sankt-georgen.de/">St. Georgen</a> und halten sich nur selten im Haus auf.</p>
<p>Die Kirche ist in der Summe praktisch schmucklos, sie wirkt streng, kalt, kahl und etwas trostlos. Die grauen Steine, die am Rande des schwarzen Fu&#223;bodens den &#220;bergang zu den wei&#223;en W&#228;nden bilden, passen in dieses Bild. An den Seitenw&#228;nden gibt es neben der einen Nische, in der die Pieta aufgestellt ist, weitere leere Nischen. Es k&#246;nne sein, dass sich diese Nischen in Zukunft noch f&#252;llen werden, hei&#223;t es.</p>
<p>Der bisch&#246;fliche Auftrag f&#252;r die Neugestaltung sei gewesen, einen Raum zu gestalten, der dem entspricht, wie wir heute Liturgie feiern. Daher r&#252;hren die Positionen von Ambo und Altar als “Tisch des Wortes” und “Tisch des Brotes” in den beiden Brennpunkten des Raumes, daher fehlen B&#228;nke und Knieb&#228;nke.</p>
<p>Und deshalb ist das Sanctuarium ein rechteckiges Feld in der Raummitte, das vom Priestersitz bis hinter den Altar reicht und sich nur in einer farblichen Nuance und anderen Oberfl&#228;chenstruktur vom &#252;brigen Boden abhebt, der nicht mehr als eine Umrandung bildet. Hier gibt es au&#223;er der Sakramentskapelle keinen heiligen Raum, der vom &#252;brigen Kirchenraum abgesondert w&#228;re.</p>
<p>Das Konzept dieses Kirchenbaus kann ich intellektuell durchaus verstehen, bei allen Schw&#228;chen und fehlenden Ausstattungsgegenst&#228;nden. Die lassen sich schlie&#223;lich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten nach und nach erg&#228;nzen. Doch ob sich damit das grundlegende Manko beheben l&#228;sst?</p>
<p>Die Seminarkirche ist einfach, aber nicht sch&#246;n. Es fehlt der g&#246;ttliche Glanz, die Schlichtheit ist einfach nur schlicht, nicht mehr. Es gibt Beispiele schlichter Kirchen, die in sich durchaus &#252;berzeugen und nicht so trostlos erscheinen wie die Seminarkirche.</p>
<p>Zudem setzt die Bestuhlung, wie auch immer sie angeordnet wird, den Besucher auf den Pr&#228;sentierteller. F&#252;r das Zwiegespr&#228;ch mit dem Herrn, das pers&#246;nliche Gebet bleibt da wenig Raum.</p>
<p>Obwohl die Kirche eine klare Ostung hat, der Altar und die Sakramentskapelle im Osten liegen, erlebt der gl&#228;ubige Gottesdienstbesucher sie haupts&#228;chlich in Nord-S&#252;d-Richtung. Dominant ist so immer der Kreis der Versammlung selbst, der sich nicht zum Herrn hin &#246;ffnet.</p>
<p>Dieses Problem teilen allerdings viele Kirchenneu- und Umbauten seit der zweiten H&#228;lfte des 20. Jahrhunderts. Es ist kein Spezifikum der Seminarkirche, sondern ein grundlegendes Problem, das im Verlust der liturgischen Orientierung besteht.</p>
<p><em>Foto: <a href="http://www.images.bistum-hildesheim.de/1/10/6/86374050599069735378.jpg">Bistum Hildesheim</a></em></p>
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		<title>Gesetz, Glauben und Werke</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Mar 2011 16:41:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Liturgie des 9. Sonntags im Jahreskreis stellt uns heute in den beiden Lesungen und dem Evangelium den Zusammenhang zwischen dem Gesetz, dem Glauben und den Werken vor Augen. In der ersten Lesung aus dem Buch Deutorononium (Dtn 11, 18.26-28.32) f&#252;hrt Mose das Gesetz des ersten Bundes ein. Zugleich gibt er bereits einen Ausblick auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Liturgie des 9. Sonntags im Jahreskreis stellt uns <a href="http://erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz.php?datum=2011-3-6">heute</a> in den beiden Lesungen und dem Evangelium den Zusammenhang zwischen dem Gesetz, dem Glauben und den Werken vor Augen.</p>
<p>In der ersten Lesung aus dem Buch Deutorononium (Dtn 11, 18.26-28.32) f&#252;hrt Mose das Gesetz des ersten Bundes ein. Zugleich gibt er bereits einen Ausblick auf den Abfall des Volkes Israel vom Gesetz und damit vom Bund. Dieser Abfall ist von Anfang an als M&#246;glichkeit pr&#228;sent.</p>
<p>In der zweiten Lesung (R&#246;m 3, 21-25a.28) steht jener <a href="http://commentarium.de/2010/10/31/roemer-328/">ber&#252;hmte</a> Satz aus dem R&#246;merbrief des Apostels Paulus, den Luther als Beleg f&#252;r seine Theologie nahm:</p>
<blockquote><p>Denn wir sind der &#220;berzeugung, dass der Mensch gerecht wird durch Glauben, unabh&#228;ngig von Werken des Gesetzes.</p></blockquote>
<p>Es ist <a href="http://commentarium.de/2010/02/10/paulus-und-das-gesetz/">das gleiche Gesetz</a>, von dem hier die Rede ist, das Gesetz des Mose. Dieses Gesetz erkl&#228;rt Paulus keineswegs f&#252;r obsolet, im Gegenteil:</p>
<blockquote><p>Jetzt ist unabh&#228;ngig vom Gesetz die Gerechtigkeit Gottes offenbar geworden, <strong>bezeugt vom Gesetz</strong> und von den Propheten: die Gerechtigkeit Gottes aus dem Glauben an Jesus Christus, offenbart f&#252;r alle, die glauben.</p></blockquote>
<p>Das Gesetz und die Propheten bezeugen die Gerechtigkeit Gottes, die aus dem Glauben an Jesus Christus offenbar geworden ist. Durch Glauben wird der Mensch gerecht, das war Luthers Anliegen, nicht durch die Werke des Gesetzes. Doch das hei&#223;t keinesfalls, dass es nicht auf die Werke, auf das Handeln gem&#228;&#223; dem Gesetz ank&#228;me. So lesen wir im heutigen Evangelium (Mt 7, 21-27):</p>
<blockquote><p>Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, <strong>sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erf&#252;llt</strong>. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, und haben wir nicht mit deinem Namen D&#228;monen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht. Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. <strong>Weg von mir, ihr &#220;bertreter des Gesetzes! Wer diese meine Worte h&#246;rt und danach handelt</strong>, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.</p></blockquote>
<p>Nur wer den Willen des Vaters im Himmel erf&#252;llt, wird in das Himmelreich kommen. Wer das Gesetz &#252;bertritt, den weist Jesus zur&#252;ck. In seinen Grundz&#252;gen, wie sie zum Beispiel in den zehn Geboten zum Ausdruck kommen, gilt das Gesetz des ersten Bundes auch f&#252;r uns Heidenchristen.</p>
<p>Doch es gen&#252;gt nicht, nur das Gesetz zu befolgen. Der Glaube ist es, der gerecht macht, der uns den Willen des Vaters erf&#252;llen l&#228;sst und der die Werke hervorbringt, auf die es letztlich ankommt.</p>
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		<title>Ab jetzt geht der Blick in Richtung Ostern</title>
		<link>http://commentarium.de/2011/02/19/ab-jetzt-geht-der-blick-in-richtung-ostern/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Feb 2011 16:22:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liturgia]]></category>
		<category><![CDATA[Septuagesima]]></category>

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		<description><![CDATA[Die sechste Woche nach Erscheinung des Herrn geht zuende. Der vergangene Sonntag war der sechste und letzte nach Erscheinung. Mehr gibt es nicht und mehr kann es nicht geben, da Ostern fast nicht mehr sp&#228;ter sein kann als in diesem Jahr. Liturgisch wenden wir nun den Blick und schauen nicht mehr zur&#252;ck auf Weihnachten, sondern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die sechste Woche nach Erscheinung des Herrn geht zuende. Der vergangene Sonntag war der sechste und letzte nach Erscheinung. Mehr gibt es nicht und mehr kann es nicht geben, da Ostern fast nicht mehr sp&#228;ter sein kann als in diesem Jahr.</p>
<p>Liturgisch wenden wir nun den Blick und schauen nicht mehr zur&#252;ck auf Weihnachten, sondern voraus auf Ostern. Den kommenden Sonntag nennt die Kirche Septuagesima, nach dem siebzigsten Tag vor dem Triduum. Das stimmt zwar rechnerisch nicht, aber symbolisch. Denn es folgen Sexagesima und Quinquagesima, die beiden weiteren Sonntage der Vorfastenzeit, und dann die Quadragesima, die heiligen vierzig Tage der Fastenzeit.</p>
<p>In den Ostkirchen hat die <a href="http://gfsch.blogspot.com/2011/02/vorfastenzeit.html">Vorfastenzeit</a> bereits am vergangenen Sonntag begonnen. Georg hat sehr sch&#246;n den geistlichen Sinn dieser Vorbereitungszeit <a href="http://gfsch.blogspot.com/2011/02/vorfastenzeit.html">beschrieben</a>:</p>
<blockquote><p>Wir Menschen sind in der Regel nicht so gebaut, dass wir so ohneweiteres von einem Tag auf den anderen unseren Lebensstil &#228;ndern; alles, was gut gedeihen soll braucht seine Vorbereitung und die richtige Disposition. In diesen Wochen der Vorfastenzeit, will ich mich langsam geistlich und k&#246;rperlich auf diese Reinigung einstellen besonders auch in Hinsicht darauf, wie ich fasten werde und und wo ich besonders ansetzen werde. </p>
<p>Ich werde mir ganz sicher nicht einfach irgend welche &#228;u&#223;eren Regeln &#252;berst&#252;lpen sondern vielmehr versuchen, mir diese Regeln von innen her und unter der F&#252;hrung eines erfahrenen Leiters vertraut zu machen, sodass sie wirklich mein ganz pers&#246;nlicher Ausdruck der Vorbereitung auf das zentrale Geheimnis des Glaubens- das gro&#223;e Pascha des Herrn werden.</p>
<p>Nur von diesem Geheimnis her hat ja alle christliche Askese ihren Sinn. Ohne Ostern und ohne die Heilstat Gottes w&#228;re alle Askese nichts anderes als geistliche Selbstsucht.</p></blockquote>
<p>In diesem Sinne w&#252;nsche ich allen Lesern eine frohe und gesegnete Vorfastenzeit, inklusive Karneval &#252;brigens. Der geh&#246;rt, richtig verstanden und begangen, auch zum katholischen Leben.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Commemoratio Baptismi Domini</title>
		<link>http://commentarium.de/2011/01/13/commemoratio-baptismi-domini/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Jan 2011 21:15:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liturgia]]></category>
		<category><![CDATA[Erscheinung des Herrn]]></category>
		<category><![CDATA[Taufe des Herrn]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtszeit]]></category>

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		<description><![CDATA[In der heutigen Vesper kam noch einmal die Antiphon zum Magnificat von Erscheinung des Herrn zum Einsatz: Tribus miráculis ornátum diem sanctum cólimus: hódie stella magos duxit ad præsépium, hódie vinum ex aqua factum est ad núptias, hódie in Iordáne a Ioánne Christus baptizári voluit, ut salváret nos, allelúia. Drei Wunder heiligen diesen Tag: Heute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der heutigen Vesper kam noch einmal die Antiphon zum Magnificat von Erscheinung des Herrn zum Einsatz:</p>
<blockquote><p>Tribus miráculis ornátum<br />
diem sanctum cólimus:<br />
hódie stella magos duxit ad præsépium,<br />
hódie vinum ex aqua factum est ad núptias,<br />
hódie in Iordáne a Ioánne Christus baptizári voluit,<br />
ut salváret nos,<br />
allelúia.</p>
<p>Drei Wunder<br />
heiligen diesen Tag:<br />
Heute f&#252;hrte der Stern die Weisen zum Kind in der Krippe.<br />
Heute wurde Wasser zu Wein bei der Hochzeit.<br />
Heute wurde Christus im Jordan getauft,<br />
uns zum Heil.<br />
Halleluja.</p></blockquote>
<p>Es sind die drei Aspekte der Erscheinung des Herrn vor den V&#246;lkern: die Weisen an der Krippe, die Hochzeit zu Kana und die Taufe im Jordan. Letzterer wurde heute gedacht, am Oktavtag von Erscheinung des Herrn, oder nach dem Kalender von 1970 bereits am vergangenen Sonntag.</p>
<p>Die Hochzeit zu Kana folgt am kommenden Sonntag, dem zweiten nach Erscheinung des Herrn. Das Hochfest klingt damit noch einmal nach. Die neue Leseordnung bietet diese Perikope (Joh 2, 1-11) nur im Lesejahr C am zweiten Sonntag im Jahreskreis.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Weihnachtszeit dauert vierzig Tage</title>
		<link>http://commentarium.de/2011/01/10/die-weihnachtszeit-dauert-vierzig-tage/</link>
		<comments>http://commentarium.de/2011/01/10/die-weihnachtszeit-dauert-vierzig-tage/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 10 Jan 2011 20:38:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
				<category><![CDATA[Catholica]]></category>
		<category><![CDATA[Liturgia]]></category>
		<category><![CDATA[Papa]]></category>
		<category><![CDATA[Benedikt XVI.]]></category>
		<category><![CDATA[Radio Vatikan]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtszeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Und endet nicht etwa mit dem Fest Taufe des Herrn, das wir nach dem neuen Kalender gestern begangen haben und nach dem alten Kalender am Donnerstag, dem 13. Januar, feiern werden, dem Oktavtag der Erscheinung des Herrn. Darauf hat Papst Benedikt XVI. erfreulicherweise am vergangenen Mittwoch in seiner Generalaudienz hingewiesen: Benedikt XVI. ruft dazu auf, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und endet nicht etwa mit dem Fest Taufe des Herrn, das wir nach dem neuen Kalender gestern begangen haben und nach dem alten Kalender am Donnerstag, dem 13. Januar, feiern werden, dem Oktavtag der Erscheinung des Herrn. Darauf hat Papst Benedikt XVI. erfreulicherweise am vergangenen Mittwoch in seiner Generalaudienz <a href="http://www.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=451836">hingewiesen</a>:</p>
<blockquote><p>Benedikt XVI. ruft dazu auf, die Weihnachtszeit „von allzuviel Moralismus und Kitsch zu befreien“. Das sagte er an diesem Mittwoch bei seiner Generalaudienz im Vatikan. Er bat die 7.000 Besucher in seiner Audienzhalle, die Weihnachtszeit „intensiv so zu leben, wie die Kirche sie durchf&#252;hrt“. Er erinnerte daran, dass Weihnachten keineswegs vor&#252;ber sei: „Die Weihnachtszeit erstreckt sich &#252;ber vierzig Tage, vom 25. Dezember bis zum 2. Februar – also vom Heiligen Abend bis zur Darstellung Jesu im Tempel.“</p>
<p>„In der Liturgie haben wir den Eintritt des Sohnes Gottes in die Welt geheimnisvoll und zugleich wirklich erfahren. Die Menschwerdung Gottes zu feiern ist nicht blo&#223;es Erinnern an vergangene Ereignisse, sondern macht die Geheimnisse unseres Heils gegenw&#228;rtig. In der Liturgie, in der Feier der Sakramente sind sie f&#252;r uns heute wirksam. „Und das Wort ist Fleisch geworden“, hei&#223;t es im Prolog des Johannesevangeliums. Mit der Menschwerdung des g&#246;ttlichen Wortes geschieht etwas ganz Neues in der Beziehung zwischen Gott und Mensch. Gott wohnt unter den Menschen. Die Menschheit des Sohnes Gottes, sein Fleisch ist Werkzeug des Heils: „Das Fleisch ist der Angelpunkt des Heils“, wie Tertullian sagt.“</p>
<p>Mit Weihnachten breche schon „das Geheimnis unseres Heils an“, so der Papst – ein Geheimnis, das dann „im Leiden, im Tod und in der Auferstehung Jesu Christi gipfelt“. </p>
<p>„Die Krippe ist der Beginn der Hingabe Christi und weist bereits auf das Kreuz hin. So sind Weihnachten und Ostern die zwei untrennbaren Punkte des Glaubens an Jesus Christus, den menschgewordenen Erl&#246;ser. In ihm ist Gott im Fleisch erschienen und hat seine Wahrheit in der Geschichte offenbart. Auch heute offenbart sich Gott im Fleisch, d. h. im lebendigen Leib der Kirche und in den Sakramenten als wirksame Zeichen des Heils. Er kommt zu uns und l&#228;dt uns ein, uns umwandeln zu lassen, damit wir an seinem g&#246;ttlichen Leben teilhaben. Hier liegt das Geheimnis von Weihnachten, das auch in uns Wirklichkeit werden soll.“</p></blockquote>
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		<title>Der neuen Messe fehlt es an Koh&#228;renz</title>
		<link>http://commentarium.de/2010/08/25/der-neuen-messe-fehlt-es-an-kohaerenz/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 20:31:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liturgia]]></category>
		<category><![CDATA[Kohärenz]]></category>
		<category><![CDATA[Kohäsionskraft]]></category>
		<category><![CDATA[usus antiquior]]></category>

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		<description><![CDATA[Oder ist es eher Koh&#228;sionskraft? Jedenfalls meine ich jene Kraft, die die Liturgie im Innersten zusammenh&#228;lt. Die scheint mir bei der ordentlichen Form des r&#246;mischen Ritus nicht (mehr) ausreichend zu sein, um den Zentrifugalkr&#228;ften Einhalt zu gebieten. Und deshalb bin ich langfristig pessimistisch, was die Zukunft der neuen Messe betrifft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oder ist es eher Koh&#228;sionskraft? Jedenfalls meine ich jene Kraft, die die Liturgie im Innersten zusammenh&#228;lt. Die scheint mir bei der ordentlichen Form des r&#246;mischen Ritus nicht (mehr) ausreichend zu sein, um den Zentrifugalkr&#228;ften Einhalt zu gebieten. Und deshalb bin ich <a href="http://commentarium.de/2008/07/06/wird-die-neue-messe-ueberleben/">langfristig pessimistisch</a>, was die Zukunft der neuen Messe betrifft.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>ostendit populo</title>
		<link>http://commentarium.de/2010/08/18/ostendit-populo/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 20:31:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liturgia]]></category>
		<category><![CDATA[Abtei Mariawald]]></category>
		<category><![CDATA[Adoro te devote]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas von Aquin]]></category>
		<category><![CDATA[usus antiquior]]></category>
		<category><![CDATA[Wandlung]]></category>

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		<description><![CDATA[Iesu, quem velatum nunc aspicio, Oro fiat illud quod tam sitio; Ut te revelata cernens facie Visu sim beatus tuae gloriae. O Jesu, den verh&#252;llt jetzt nur mein Auge sieht; Wann stillst das Sehnen du, das in der Brust mir gl&#252;ht: Da&#223; ich enth&#252;llet dich anschau&#8217; von Angesicht Und ewig selig sei in deiner Glorie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Iesu, quem velatum nunc aspicio,<br />
Oro fiat illud quod tam sitio;<br />
Ut te revelata cernens facie<br />
Visu sim beatus tuae gloriae.</p>
<p>O Jesu, den verh&#252;llt jetzt nur mein Auge sieht;<br />
Wann stillst das Sehnen du, das in der Brust mir gl&#252;ht:<br />
Da&#223; ich enth&#252;llet dich anschau&#8217; von Angesicht<br />
Und ewig selig sei in deiner Glorie Licht?</p>
<p>(Thomas von Aquin, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adoro_te_devote">Adoro te devote</a>)</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://www.flickr.com/photos/mr94/4904957121/"><img alt="" src="http://farm5.static.flickr.com/4099/4904957121_0db949b956_d.jpg" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Elevation</p></div>
<p>Analoge Fotos brauchen ja immer etwas l&#228;nger. Ein paar neue <a href="http://www.flickr.com/photos/mr94/sets/72157624658420794/">Bilder aus Mariawald</a> jetzt bei flickr.</p>
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		<title>Vom Bedeutungsgehalt liturgischer Formen</title>
		<link>http://commentarium.de/2010/08/12/vom-bedeutungsgehalt-liturgischer-formen/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 19:49:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liturgia]]></category>
		<category><![CDATA[Liturgiereform]]></category>
		<category><![CDATA[usus antiquior]]></category>

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		<description><![CDATA[Verlieh das Durchschimmern der alten Form nach der Liturgiereform der sechziger Jahre den neuen Formen einen Bedeutungsgehalt, den sie aus sich heraus nicht haben? Diese These hat Widerspruch hervorgerufen: Ich bin zweieinhalb Jahrzehnte ohne auch nur geringste Kenntnis des “alten Ritus” aufgewachsen und habe, zumindest ab dem Zeitpunkt, da ich mich bewu&#223;t damit befasste, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Verlieh das Durchschimmern der alten Form nach der Liturgiereform der sechziger Jahre den neuen Formen einen Bedeutungsgehalt, den sie aus sich heraus nicht haben? Diese <a href="http://commentarium.de/2010/08/06/was-war-noch-gleich-der-grund-fuer-die-liturgiereform/">These</a> hat Widerspruch hervorgerufen:</p>
<blockquote><p>Ich bin zweieinhalb Jahrzehnte ohne auch nur geringste Kenntnis des “alten Ritus” aufgewachsen und habe, zumindest ab dem Zeitpunkt, da ich mich bewu&#223;t damit befasste, die Formen des “neuen Ritus” durchaus als bedeutungsvoll erlebt und Schritt f&#252;r Schritt Bedeutung in der Messe entdeckt (damals ohne irgendwie liturgisch etwas mir anzulesen).</p>
<p>Ich will meinerseits nicht polemisieren, aber eine Messeform, in der weitgehend Schweigen herrscht, da w&#228;re das nicht m&#246;glich gewesen, abgesehen davon, da&#223; viele der (sicherlich organisch gewachsenen) Formen des “alten Ritus” gar keine Bedeutung haben, etwa das Wiederholen des Agnus Dei oder das Hin- und hertragen von B&#252;chern.</p></blockquote>
<p>In diesem Absatz stecken mindestens zwei starke Thesen:</p>
<ol>
<li>In der alten Messe herrscht weitgehend Schweigen.</li>
<li>Viele ihrer Formen haben gar keine Bedeutung.</li>
</ol>
<p>Ich bin kein Liturgiker, aber beide Thesen halte ich f&#252;r eindeutig falsch. Schweigen herrscht im Usus antiquior vor allem im Hauptteil der Messe, und zwar bei der Opferung, beim Hochgebet und bei der Kommunion. Hier ist die alte Messe durchaus anders gestrickt als der meistens nach dem Motto &#8220;The show must go on&#8221; zelebrierte Novus ordo. Das Schweigen hat seinen Sinn und seine tiefe Bedeutung.</p>
<blockquote><p>Die Kanonstille hat die Funktion eines verh&#252;llenden Schleiers zum Schutz des Heiligen. Sie dr&#252;ckt Ehrfurcht und Demut aus, denn vor dem, was hier geschieht, muss jedes menschliche Wort verstummen. [...] Durch den stillen Vollzug des Kanons wird der eigentliche eucharistische Konsekrations- und Opferakt als ausschlie&#223;lich priesterliche Handlung gekennzeichnet, denn die sakramentale Gegenw&#228;rtigsetzung des Kreuzesopfers vollzieht Christus selbst durch den geweihten Priester. [...] Die Gl&#228;ubigen l&#228;dt die Kanonstille zu Einkehr und innerem Mitvollzug, denn kraft ihres in der Taufe erworbenen allgemeinen Priestertums sind sie bef&#228;higt, sich auf ihre Weise als Mitopfernde innigst mit dem Priester am Altar zu vereinen. [...] Obwohl der r&#246;mische Kanon weitgehend in Stille vollzogen wird, wirkt er doch durch zahlreiche begleitende Gesten sehr lebendig. Besonders bedeutsam sind dabei die vielen Kreuzzeichen.<br />
<em>P. Martin Ramm FSSP: Zum Altare Gottes will ich treten. Die Messe in ihren Riten erkl&#228;rt</em></p></blockquote>
<p>Womit wir auch schon bei der zweiten These w&#228;ren. Hier ist das genaue Gegenteil wahr: Jedes einzelne Element der au&#223;erordentlichen Form hat seine Bedeutung. Nicht alle werden immer auf Anhieb verstanden, aber das gilt f&#252;r Liturgie grunds&#228;tzlich, daran wird keine Reform etwas &#228;ndern.</p>
<blockquote><p>Die dreimalige Wiederholung [des Domine non sum dignus, das wahrscheinlich oben gemeint ist] dr&#252;ckt gem&#228;&#223; einer besonderen Eigenart der hebr&#228;ischen Sprache Steigerung und Ernsthaftigkeit aus.</p></blockquote>
<p>Und auch der Wechsel von der Epistel- zur Evangelienseite hat selbstverst&#228;ndlich eine Bedeutung:</p>
<blockquote><p>Die tiefere Symbolik der Evangelienseite kommt aus den Himmelsrichtungen, denn wo der Altar nach Osten hin ausgerichtet ist, weist sie in Richtung Norden. Da in unseren Breiten im Norden niemals die Sonne steht, gilt er als Symbol der Finsternis. Das nach Norden hin verk&#252;ndete Evangelium ist wie ein Licht, das leuchtet in der Finsternis [vgl. Joh 1,5].</p></blockquote>
<p>Mit der Einsch&#228;tzung, dass der Vergleich beider Formen in ihren Texten eine &#252;bergro&#223;e &#196;hnlichkeit zeige, bin ich hingegen einverstanden. Allerdings sehe ich mich auch nicht in der Lage, den Einwand zu entkr&#228;ften, dass sich in den Unterschieden der Form auch und gerade die Unterschiede der zugrundeliegenden Theologie zeigen.</p>
<p>Und ganz unter uns: Irgendeinen <a href="http://commentarium.de/2010/08/06/was-war-noch-gleich-der-grund-fuer-die-liturgiereform/">Sinn und Zweck</a> muss ja die Liturgiereform gehabt haben, oder?</p>
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		<title>Abtei Mariawald und Muck Abbey</title>
		<link>http://commentarium.de/2010/08/08/abtei-mariawald-und-muck-abbey/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 19:17:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mr94</dc:creator>
				<category><![CDATA[Catholica]]></category>
		<category><![CDATA[Liturgia]]></category>
		<category><![CDATA[Monastica]]></category>
		<category><![CDATA[Brian Moore]]></category>
		<category><![CDATA[Trappisten]]></category>
		<category><![CDATA[usus antiquior]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein kleines Fazit am Tag nach meiner R&#252;ckkehr. In gewisser Weise ist Mariawald das passgenaue Gegenst&#252;ck zu Muck Abbey, jener Abtei im fernen Irland, von der die hier schon erw&#228;hnte Erz&#228;hlung von Brian Moore handelt. Die irischen M&#246;nche halten als letzte an der alten, lateinischen Messe fest, bis sie schlie&#223;lich ein Verbot aus Rom bekommen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein kleines Fazit am Tag nach meiner R&#252;ckkehr.</p>
<p>In gewisser Weise ist Mariawald das passgenaue Gegenst&#252;ck zu Muck Abbey, jener Abtei im fernen Irland, von der die hier schon <a href="http://commentarium.de/2010/08/02/katholiken-das-buch/">erw&#228;hnte</a> Erz&#228;hlung von Brian Moore handelt. Die irischen M&#246;nche halten als letzte an der alten, lateinischen Messe fest, bis sie schlie&#223;lich ein Verbot aus Rom bekommen. Die Trappisten hingegen sind die ersten im deutschen Sprachraum, die wieder zur alten Messe zur&#252;ckkehren, weil sie die entsprechende Erlaubnis aus Rom bekommen haben.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/mr94/4866791888/in/set-72157624658420794/"><img alt="Abtei Mariawald" src="http://farm5.static.flickr.com/4117/4866791888_2fb028f4e0_d.jpg" class="alignnone" width="500" height="375" /></a></p>
<p>Die Realit&#228;t dieser Abtei in der Eifel ist zum Gl&#252;ck erfreulicher als die Fiktion jener Abtei auf der irischen Insel. Dennoch ist die mutige Reform alles andere als ein Selbstl&#228;ufer. Die M&#246;nche von Mariawald brauchen <a href="http://kloster-mariawald.de/view.php?nid=242">unsere Unterst&#252;tzung</a> durch Gebet, durch Einkauf im <a href="http://www.shop-mariawald.de/">Onlineshop</a> oder auch durch direkte Spenden. Die Arbeit der Mitbr&#252;der und die Einnahmen aus den klostereigenen Betrieben reichen nicht aus, um den Erhalt der Abtei zu sichern.</p>
<p>Wenn ich nach bis jetzt drei Klosteraufenthalten meine pers&#246;nlichen Favoriten nennen sollte, dann w&#228;re die Reihenfolge klar:</p>
<ol>
<li>Mariawald</li>
<li>Gerleve</li>
<li>Meschede</li>
</ol>
<p>Nun ist die Reihe an Euch, liebe Leser. Welches Kloster sollte ich als n&#228;chstes besuchen? Vorschl&#228;ge bitte in die Kommentare.</p>
<p>Ich harre der Vorschl&#228;ge, die da kommen, und nehme jetzt noch einen kleinen Original Trappisten-Abtei-Tropfen (sehr zu empfehlen und <a href="http://www.shop-mariawald.de/likoerfabrik/abteitropfen-ges.html">hier zu erwerben</a>!).</p>
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