@str:
Auf Mixa und seine (österreichisch gesagt) patscherte Verteidigungslinie bin ichm.W. mit keinem Wort eingegangen. Wenn Sie sich den THread ansehen, erkennen Sie, daß ich mich ausschließlich gegen den im Artikel geäußerten Optimismus
Bis jetzt war es doch so, dass nicht der Perverse pervers war (und auch so genannt werden durfte), sondern die Situation, in der er lebt. Immerhin Pädophile dürfen jetzt wieder pervers genannt werden. Das ist doch schon einmal ein Fortschritt.
wandte, indem ich z.B. darauf verwies, daß die Benennung als “Perverser” wohl nur in eine Richtung erfolgen darf und erfolgt (und zwar weitgehend unabhängig davon, ob sich nun die Beschuldigungen erhärten), hingegen in die andere, die links-gutmenschliche Richtung diese Benennung weiterhin tabu ist, medial nicht mitgetragen würde und einen vermutlich einen Ehrenbeleidigungsprozeß eintragen würde. FEstgemacht habe ich das an dem besonders provokanten Beispiel eines langjährigen Fraktionsvorsitzenden der EU-Grünen, der in einem Buch (ohne daß irgendein Medium nennenswert ein Ohrwaschl gerührt hätte!) seine Erfahrungen mit Kindergartenkindern, die ihm in den Hosenlatz griffen, schilderte. Erst, als der Fall irgendwann dann doch nicht mehr durch Totschweigen auszusitzen war, ließ sich besagter Herr Grünenfunktionär zu einer mehr als lahmen Distanzierung herbei, die man circa so zusammenfassen kann: “Ja, ich weiß, das war irgendwie nicht richtig, aber damals hatten wir halt solche Ansichten und Vorstellungen, und da war das dann ja alles ganz anders gemeint …”
Wenn Sie in dem Zusammenhang der “NS-Vergleich” dazu veranlaßt, bei mir eine “Fixierung” zu vermuten, dann ersetzen Sie den KZ-Wärter und die Judenvergasungen durch einen GULAG-Wächter und “auf der Flucht etrschossene Konterrevolutionäre”. Funktioniert genauso. Sollte Ihnen auch das zu abgelutscht erscheinen, bitte, dann bedienen Sie sich an Pol-Pot und dessen Vernichtungslager, an Kim-il-Sung, Mao-Tse-Tung und wie sie alle heißen. Das 20. Jahrhundert hat uns ja reichlich Auswahl an Greueltaten gelassen, es sollte für jeden Geschmack was dabeisei …
Zurück zu Cohn-Bendit: wer sich von Kindergartenkindern — selbstmurmelnd nur in der besten Absicht, das repressive Familienmodell der patriarchalisch-kapitalistischen Gesellschaft endlich zu überwinden! — in die Hose hat greifen lassen, der sollte in Zeiten wie heute (und eigentlich zu keiner Zeit) Franktionsvorsitzender einer Partei sein. Und er dürfte erst recht nicht dazu sogar wiedergewählt werden!
Und wenn (u.a.) genau die Gruppierung, die einen Cohn-Bendit trotzdem wiederwählt, jetzt die dicke Lippe riskiert, weil ein Bischof vor Zeiten Schulkindern Watschen gegeben hat, dann finde ich es nur eins: heuchlerisch und widerwärtig.
8 Comments