Im Gegenteil. Jeder, der vorurteilsfrei lesen kann, nimmt diese Insinuationen und Unterstellungen wahr. Und nur der, denn sie sind von Küng schließlich geschickt getarnt worden (s. obige Beispiele).
Grundsätzliche Aversion gegen Küng? Jein, würde ich sagen. In vielem, was der theoretisch äußert, gebe ich ihm durchaus recht (und gehe noch darüber hinaus). Nur begebe ich mich nicht die Position des angeblich “besseren Katholiken”, in die sich Küng mit Vorzug kleidet.
Was ich Küng immer schon angekreidet habe, ist die für mich schwer erträgliche Verbindung aus Besserwisserei (damals wie heute) und Feigheit (damals, als er noch auf die Erhaltung bzw. Wiedererlagung seiner missio canonica hoffte). Wäre Küng ein Mann von Charakter, und nicht bloß einer von vielen staatsalimentierten Theologieprofessoren gewesen, hätte er bei seinen Ansichten die Konsequenz gezogen, wäre von seinem Posten abgetreten und hätte erklärt: “Ich vertrete nicht mehr die Ansichten, die ein römisch-katholischer Dogmatiker aufgrund seiner missio canonica vertreten muß. Daher betrachte ich mich nicht mehr als römisch-katholischer Theologe.”
Das wäre eine achtbare Handlung gewesen. Aber so, wie es Küng tat, ist es einfach feige: warten, bis die missio canonica entzogen ist, und dann auf Staatskosten eine Professoren-Sinekure zu genießen. Und dann immer noch den “besseren Katholiken” mimen, und dem Papst billige Ratschläge erteilen.
Auch ich selbst betrachte mich (auch wenn ich ihr kirchenbeitragszahlend noch pro forma angehöre) schon seit geraumer Zeit nicht mehr als Katholik. Aber ich habe auch nicht das Bedürfnis, dem Papst Ratschläge zu erteilen. Und ich verabscheue es, meiner ehemaigen Glaubensgemeinschaft, die sich mit einer offensichtlich gezielten Medienkampagne voller Desinformationen und Unterstellungen herumschlagen muß, auchnoch in den Rücken zu fallen, und ganz besonders, diese Meuchelaktion noch in der Maske des besorgten Warners zu veranstalten.
Insofern haben Sie recht: ich habe mittlerweile eine Aversion gegen Küng. Aber nicht wegen seiner weltanschaulichen Ansichten, sondern wegen der Niedrigkeit, die aus der Art seines Auftretens spricht.
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