Es ist zwar korrekt, dass Johannes der Täufer im Jordan getauft hat und in der alten Kirche die Ganzkörpertaufe üblich war. Letztere fand jedoch in eigens dafür gebauten Baptisterien und damit in Kirchen statt – und nicht in öffentlichen Freibädern.
In Freibädern sicher nicht, denn die gab’s damals einfach nicht. In den öffentlichen Thermen — naja, die waren doch eher “heidnisch” von den Sitten her, fielen also auch weg (war allerdings auch gegen Freibäder heutzutage spricht!).
Nur das mit den Baptisterien war bereits eine spätere Entwicklung. Die Didache (so irgendwann Mitte des 2. Jh.) schreibt über die Taufe im 7. Kapitel:
Betreffs der Taufe aber: Tauft so: Nachdem ihr dies alles zuvor gesagt habt, tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes mit lebendigem (= fließendem) Wasser.
Wenn du aber kein lebendiges Wasser hast, taufe in anderem Wasser. Wenn du aber nicht in kaltem Wasser (taufen) kannst, (dann) in warmem.
enn du aber beides nicht hast, dann gieße auf den Kopf dreimal Wasser auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Das spricht schon sehr dafür, daß die Taufen ursprünglich an Flüssen bzw. Teichen stattfanden — was sich übrigens auch mit der Schilderung der Taufe des äthiopischen Kämmerers (Apg 8,36) deckt:
Als sie nun weiterzogen, kamen sie zu einer Wasserstelle. Da sagte der Kämmerer: Hier ist Wasser. Was steht meiner Taufe noch im Weg?
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