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	<title>Kommentare zu: Ich habe die Wahl</title>
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	<description>Et unam, sanctam, catholicam et apostolicam Ecclesiam.</description>
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		<title>Von: LePenseur</title>
		<link>http://commentarium.de/2008/01/25/ich-habe-die-wahl/comment-page-1/#comment-47280</link>
		<dc:creator>LePenseur</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Feb 2008 18:23:10 +0000</pubDate>
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		<description>@&lt;b&gt;Str1977:&lt;/b&gt;

&lt;i&gt;Ja, das ist mir auch unklar, was Sie antreibt hier zu schreiben.&lt;/i&gt;

Wenn ich mir Ihre Reaktionen so ansehe, frage ich mich das gelegentlich auch mal. Na, vielleicht hilft ein Blick in meinen Blog-Header — nicht, da&#223; ich mich der aufgehenden Sonne vergleichen wollte ;-) (bin ja nicht gr&#246;&#223;enwahnsinnig!), aber das Bestreben des &quot;Illuminare his qui in tenebris et in umbra mortis sedent&quot; trifft&#039;s schon irgendwie (na, hoffentlich f&#252;hlen sie sich jetzt nicht gleich wieder auf den Schlips getreten ...)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@<b>Str1977:</b></p>
<p><i>Ja, das ist mir auch unklar, was Sie antreibt hier zu schreiben.</i></p>
<p>Wenn ich mir Ihre Reaktionen so ansehe, frage ich mich das gelegentlich auch mal. Na, vielleicht hilft ein Blick in meinen Blog-Header — nicht, da&#223; ich mich der aufgehenden Sonne vergleichen wollte <img src='http://commentarium.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  (bin ja nicht gr&#246;&#223;enwahnsinnig!), aber das Bestreben des &#8220;Illuminare his qui in tenebris et in umbra mortis sedent&#8221; trifft&#8217;s schon irgendwie (na, hoffentlich f&#252;hlen sie sich jetzt nicht gleich wieder auf den Schlips getreten &#8230;)</p>
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		<title>Von: str1977</title>
		<link>http://commentarium.de/2008/01/25/ich-habe-die-wahl/comment-page-1/#comment-47165</link>
		<dc:creator>str1977</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Feb 2008 01:58:58 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Den Vorwurf fehlender Argumente trage ich durchaus mit Gelassenheit, denn auch ich hatte umgekehrt nicht den Eindruck, da&#223; Ihre Gegenargumente besonders stark waren.&quot;

Nur habe ich auch nicht zu &quot;Kraftausdr&#252;cken&quot; gegriffen. Wenn Sie &quot;Hardcore&quot; und das F-wort als neutrale Begriffe betrachte, dann mache ich mir wirklich sorgen um Sie.

&quot;Seltsam — die Kirche verhandelte aber seit Jahrhunderten&quot;

&#214;hm, eigentlich nicht, denn das Kriegst&#246;ten und die Todesstrafe sind schon mal grunds&#228;tzlich nicht Mord (was nicht hei&#223;t, das es im Einzelfall dann doch wieder Mord sein kann). Lesen Sie mal nicht nur die Zehn Gebote. Au&#223;erdem ist es hier ja wohl eindeutig der Fall, da&#223; Unschuldige absichtsvoll get&#246;tet werden.

&quot;Jesuitenmoral&quot; und &quot;Kasuistik&quot; sind schon wieder rein polemische Begriffe aus der tiefsten Mottenkiste. Die &quot;liberale Pseudomoral&quot; (zugegeben auch polemisch) dagegen ist allenthalben Realit&#228;t. Pseudo (das haben Sie wohl nicht verstanden) deshalb, weil es derselben ja eben nicht um Eingrenzung von Handlungsm&#246;glichkeiten geht sondern darum das eigene Tun zu rechtfertiten. Und bevor Sie nun kommen: nat&#252;rlich haben auch Katholiken und auch Jesuiten bisweilen &#228;hnlich (falsch) gehandelt, aber diese Pauschaulisierung pa&#223;t nur zu jenen, die hassen und vernichten wollen.

Zu ihrem Beispiel: das Zinsverbot ist tats&#228;chlich ein Wucherverbot ... ja man hat lange einen Eiertanz gemacht, um das herk&#246;mmliche strenge Verbot des Zinsnehmens im allgemeinen zu erhalten im Anbetracht praktischer Undurchf&#252;hrbarkeit. Hier geht es aber 1. nicht darum, den eigentlich Kern zu entsorgen, und 2. sollte es selbst ihnen einleuchten, da&#223; Geld weniger wichtig ist als Menschenleben, 3. Schon gar nicht ist das Umdeuten hier aus egoistischen Motiven geschehen. Die Vatikanbank war ja kein Vorreiter des Kapitalismus.

&quot;Wenn ich sie nicht l&#228;se, w&#252;rde ich dann Postings schreiben?&quot;

Ja, warum wiederholen Sie sich denn mit Ihrem st&#228;ndigen &quot;Abtreibung darf nicht das einzige Thema sein.&quot; Erstens hat das niemand behauptet, zweitens wurde das seit Ihrem ersten Posting sogar von mehreren Leuten in Abrede gestellt. Dennoch kommen Sie erneut damit, als ob nichts geschehen w&#228;re. Daher geht es definitiv nicht um &quot;zustimmen&quot;. 

&quot;... dann frage ich mich freilich, wozu wir hier diskutieren …&quot;

Ja, das ist mir auch unklar, was Sie antreibt hier zu schreiben. Ihre Anw&#252;rfe in ihrem ersten Posting haben mich allerdings gezwungen, Widerspruch zu erheben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Den Vorwurf fehlender Argumente trage ich durchaus mit Gelassenheit, denn auch ich hatte umgekehrt nicht den Eindruck, da&#223; Ihre Gegenargumente besonders stark waren.&#8221;</p>
<p>Nur habe ich auch nicht zu &#8220;Kraftausdr&#252;cken&#8221; gegriffen. Wenn Sie &#8220;Hardcore&#8221; und das F-wort als neutrale Begriffe betrachte, dann mache ich mir wirklich sorgen um Sie.</p>
<p>&#8220;Seltsam — die Kirche verhandelte aber seit Jahrhunderten&#8221;</p>
<p>&#214;hm, eigentlich nicht, denn das Kriegst&#246;ten und die Todesstrafe sind schon mal grunds&#228;tzlich nicht Mord (was nicht hei&#223;t, das es im Einzelfall dann doch wieder Mord sein kann). Lesen Sie mal nicht nur die Zehn Gebote. Au&#223;erdem ist es hier ja wohl eindeutig der Fall, da&#223; Unschuldige absichtsvoll get&#246;tet werden.</p>
<p>&#8220;Jesuitenmoral&#8221; und &#8220;Kasuistik&#8221; sind schon wieder rein polemische Begriffe aus der tiefsten Mottenkiste. Die &#8220;liberale Pseudomoral&#8221; (zugegeben auch polemisch) dagegen ist allenthalben Realit&#228;t. Pseudo (das haben Sie wohl nicht verstanden) deshalb, weil es derselben ja eben nicht um Eingrenzung von Handlungsm&#246;glichkeiten geht sondern darum das eigene Tun zu rechtfertiten. Und bevor Sie nun kommen: nat&#252;rlich haben auch Katholiken und auch Jesuiten bisweilen &#228;hnlich (falsch) gehandelt, aber diese Pauschaulisierung pa&#223;t nur zu jenen, die hassen und vernichten wollen.</p>
<p>Zu ihrem Beispiel: das Zinsverbot ist tats&#228;chlich ein Wucherverbot &#8230; ja man hat lange einen Eiertanz gemacht, um das herk&#246;mmliche strenge Verbot des Zinsnehmens im allgemeinen zu erhalten im Anbetracht praktischer Undurchf&#252;hrbarkeit. Hier geht es aber 1. nicht darum, den eigentlich Kern zu entsorgen, und 2. sollte es selbst ihnen einleuchten, da&#223; Geld weniger wichtig ist als Menschenleben, 3. Schon gar nicht ist das Umdeuten hier aus egoistischen Motiven geschehen. Die Vatikanbank war ja kein Vorreiter des Kapitalismus.</p>
<p>&#8220;Wenn ich sie nicht l&#228;se, w&#252;rde ich dann Postings schreiben?&#8221;</p>
<p>Ja, warum wiederholen Sie sich denn mit Ihrem st&#228;ndigen &#8220;Abtreibung darf nicht das einzige Thema sein.&#8221; Erstens hat das niemand behauptet, zweitens wurde das seit Ihrem ersten Posting sogar von mehreren Leuten in Abrede gestellt. Dennoch kommen Sie erneut damit, als ob nichts geschehen w&#228;re. Daher geht es definitiv nicht um &#8220;zustimmen&#8221;. </p>
<p>&#8220;&#8230; dann frage ich mich freilich, wozu wir hier diskutieren …&#8221;</p>
<p>Ja, das ist mir auch unklar, was Sie antreibt hier zu schreiben. Ihre Anw&#252;rfe in ihrem ersten Posting haben mich allerdings gezwungen, Widerspruch zu erheben.</p>
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	<item>
		<title>Von: LePenseur</title>
		<link>http://commentarium.de/2008/01/25/ich-habe-die-wahl/comment-page-1/#comment-47092</link>
		<dc:creator>LePenseur</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Feb 2008 09:17:20 +0000</pubDate>
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		<description>@Str1977:
&lt;i&gt;Fehlende Argumente k&#246;nnen Sie auch nicht durch Beschimpfungen wie “Hardcorekatholiken” oder “fundamentalistisch” ersetzen.&lt;i&gt;
Den Vorwurf fehlender Argumente trage ich durchaus mit Gelassenheit, denn auch ich hatte umgekehrt nicht den Eindruck, da&#223; Ihre Gegenargumente besonders stark waren. In stark kontroversen Diskussionen ist es aber meistens so, da&#223; die Gegner sich nicht einmal &#252;ber die Validit&#228;t von Argumenten einigen k&#246;nnen.

Inwieweit jedoch &quot;Hard-Core-Katholiken&quot; und &quot;fundamentalistisch&quot; Beschimpfungen sein sollen, ist mir nicht nachvollziehbar.

&lt;i&gt;Ich will ehrlich gesagt gar nicht dar&#252;ber verhandeln, wann denn das Morden erlaubt sei.&lt;/i&gt;
Seltsam — die Kirche verhandelte aber seit Jahrhunderten beim Thema des &quot;gerechten&quot; Krieges oder des notwendigen &quot;Sterbens f&#252;r das Gemeinwohl&quot; (denken Sie z.B. an die &quot;B&#252;rger von Calais&quot;) genau dar&#252;ber, wann das Ermorden unbeteiligter/unschuldiger Dritter eben kein Ermorden, sondern blo&#223; die zwar unerw&#252;nschte, doch unvermeidliche T&#246;tung derselben darstellt. Ihr Standpunkt mag Sie ehren, aber konsistent mit der &#252;berlieferten katholischen Lehre ist er nicht.

&lt;i&gt;Sie brauchen sich auch nicht &#252;ber die “katholische Morallehre” lustig machen. Es kann nie darum gehen, l&#228;stige Moralprinzipien umzudeuten. Wo das gesehen ist, ist es abzulehnen, Es ist aber vielmehr eine Eigenschaften liberaler Pseudomoral.&lt;/i&gt;
&#220;ber die katholische Morallehre mache ich mich keineswegs lustig — dazu sind ihre Auswirkungen durch die Jahrhunderte einserseits viel zu erfreulich, andererseits viel zu bedauerlich. Ihr Verdikt &#252;ber die angeblich &quot;liberale Pseudomoral&quot; finde ich hingegen durchaus erheiternd. Es ist durchaus charakteristisch, da&#223; Angeh&#246;rige eines Beziehungssystems die von ihnen erkannten, aber nicht eingestehbaren Fehler dieses Systems &quot;denen da drau&#223;en&quot; zuschreiben. Nur um den historischen Kontext klarzumachen: &quot;Jesuitenmoral&quot; und &quot;Kasuistik&quot; waren bereits eindeutige Begriffe zu Zeiten, als von &quot;liberaler Pseudomoral&quot; noch jahrhundertelang keine Rede sein konnte.

Und zur Frage des &quot;Umdeutens l&#228;stiger Moralprinzipien&quot;: denken Sie hier nur an das kanonische Zinsverbot (vgl. Lateranense II http://www.legionofmarytidewater.com/faith/ECUM10.HTM dessen can. 13 die Zinsnahme mit lebensl&#228;nglicher Infamie und Verweigerung des krichlichen Begr&#228;bnisses bestrafte) und den Eiertanz, den die katholische Morallehre seit der Neuzeit deshalb auff&#252;hrt. &quot;Non sunt inquietandi&quot; hei&#223;t es glei&#223;nerisch in einem Kompendium der Moraltheologie vom ende des 19. Jhs. — die Zinsnahme bleibt nat&#252;rlich verboten, aber die unwissenden Gl&#228;ubigen sind &quot;nicht zu beunruhigen&quot; ...

Wenn ich mir dann z.B. die Gesch&#228;fte der Vatikanbank ansehe, komme ich schwerlich darum herum, hier ein Umdeuten l&#228;stiger Moralprinzipien zu erkennen.

&lt;i&gt;Ihr letzter Satz belegt nur, da&#223; sie andere Postings hier entweder nicht lesen oder nicht zur Kenntnis nehmen wollen.&lt;/i&gt;
Wenn ich sie nicht l&#228;se, w&#252;rde ich dann Postings schreiben? Und au&#223;erdem verwechseln Sie &quot;zur Kenntnis nehmen&quot; mit &quot;zustimmen&quot;. Wenn Sie allerdings nur Meinungen, die der Ihren konform sind, lesen wollen, dann frage ich mich freilich, wozu wir hier diskutieren ...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Str1977:<br />
<i>Fehlende Argumente k&#246;nnen Sie auch nicht durch Beschimpfungen wie “Hardcorekatholiken” oder “fundamentalistisch” ersetzen.</i><i><br />
Den Vorwurf fehlender Argumente trage ich durchaus mit Gelassenheit, denn auch ich hatte umgekehrt nicht den Eindruck, da&#223; Ihre Gegenargumente besonders stark waren. In stark kontroversen Diskussionen ist es aber meistens so, da&#223; die Gegner sich nicht einmal &#252;ber die Validit&#228;t von Argumenten einigen k&#246;nnen.</p>
<p>Inwieweit jedoch &#8220;Hard-Core-Katholiken&#8221; und &#8220;fundamentalistisch&#8221; Beschimpfungen sein sollen, ist mir nicht nachvollziehbar.</p>
<p></i><i>Ich will ehrlich gesagt gar nicht dar&#252;ber verhandeln, wann denn das Morden erlaubt sei.</i><br />
Seltsam — die Kirche verhandelte aber seit Jahrhunderten beim Thema des &#8220;gerechten&#8221; Krieges oder des notwendigen &#8220;Sterbens f&#252;r das Gemeinwohl&#8221; (denken Sie z.B. an die &#8220;B&#252;rger von Calais&#8221;) genau dar&#252;ber, wann das Ermorden unbeteiligter/unschuldiger Dritter eben kein Ermorden, sondern blo&#223; die zwar unerw&#252;nschte, doch unvermeidliche T&#246;tung derselben darstellt. Ihr Standpunkt mag Sie ehren, aber konsistent mit der &#252;berlieferten katholischen Lehre ist er nicht.</p>
<p><i>Sie brauchen sich auch nicht &#252;ber die “katholische Morallehre” lustig machen. Es kann nie darum gehen, l&#228;stige Moralprinzipien umzudeuten. Wo das gesehen ist, ist es abzulehnen, Es ist aber vielmehr eine Eigenschaften liberaler Pseudomoral.</i><br />
&#220;ber die katholische Morallehre mache ich mich keineswegs lustig — dazu sind ihre Auswirkungen durch die Jahrhunderte einserseits viel zu erfreulich, andererseits viel zu bedauerlich. Ihr Verdikt &#252;ber die angeblich &#8220;liberale Pseudomoral&#8221; finde ich hingegen durchaus erheiternd. Es ist durchaus charakteristisch, da&#223; Angeh&#246;rige eines Beziehungssystems die von ihnen erkannten, aber nicht eingestehbaren Fehler dieses Systems &#8220;denen da drau&#223;en&#8221; zuschreiben. Nur um den historischen Kontext klarzumachen: &#8220;Jesuitenmoral&#8221; und &#8220;Kasuistik&#8221; waren bereits eindeutige Begriffe zu Zeiten, als von &#8220;liberaler Pseudomoral&#8221; noch jahrhundertelang keine Rede sein konnte.</p>
<p>Und zur Frage des &#8220;Umdeutens l&#228;stiger Moralprinzipien&#8221;: denken Sie hier nur an das kanonische Zinsverbot (vgl. Lateranense II <a href="http://www.legionofmarytidewater.com/faith/ECUM10.HTM" rel="nofollow">http://www.legionofmarytidewater.com/faith/ECUM10.HTM</a> dessen can. 13 die Zinsnahme mit lebensl&#228;nglicher Infamie und Verweigerung des krichlichen Begr&#228;bnisses bestrafte) und den Eiertanz, den die katholische Morallehre seit der Neuzeit deshalb auff&#252;hrt. &#8220;Non sunt inquietandi&#8221; hei&#223;t es glei&#223;nerisch in einem Kompendium der Moraltheologie vom ende des 19. Jhs. — die Zinsnahme bleibt nat&#252;rlich verboten, aber die unwissenden Gl&#228;ubigen sind &#8220;nicht zu beunruhigen&#8221; &#8230;</p>
<p>Wenn ich mir dann z.B. die Gesch&#228;fte der Vatikanbank ansehe, komme ich schwerlich darum herum, hier ein Umdeuten l&#228;stiger Moralprinzipien zu erkennen.</p>
<p><i>Ihr letzter Satz belegt nur, da&#223; sie andere Postings hier entweder nicht lesen oder nicht zur Kenntnis nehmen wollen.</i><br />
Wenn ich sie nicht l&#228;se, w&#252;rde ich dann Postings schreiben? Und au&#223;erdem verwechseln Sie &#8220;zur Kenntnis nehmen&#8221; mit &#8220;zustimmen&#8221;. Wenn Sie allerdings nur Meinungen, die der Ihren konform sind, lesen wollen, dann frage ich mich freilich, wozu wir hier diskutieren &#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: str1977</title>
		<link>http://commentarium.de/2008/01/25/ich-habe-die-wahl/comment-page-1/#comment-47071</link>
		<dc:creator>str1977</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Feb 2008 01:05:44 +0000</pubDate>
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		<description>Tja, seufzen kann ich auch nur bei Ihrem/n Posting/s.

1. Das Humanae Vitae (die au&#223;erdem keineswegs irgendetwas neues gesagt h&#228;tte) einen Einflu&#223; auf Abtreibungsbef&#252;rworter h&#228;tte, halte ich f&#252;r ein Ger&#252;cht. Gestreut &#252;brigens von interessierten Kreisen, die ja gerne  die Katholische Kirche als Werkzeug benutzen um die Gegnerschaft gegen vorgeburtliche T&#246;tung als einen religi&#246;sen Standpunkt hinstellen wollen.

2. Ich will ehrlich gesagt gar nicht dar&#252;ber verhandeln, wann denn das Morden erlaubt sei. 

Fehlende Argumente k&#246;nnen Sie auch nicht durch Beschimpfungen wie &quot;Hardcorekatholiken&quot; oder &quot;fundamentalistisch&quot; ersetzen. 

Sie brauchen sich auch nicht &#252;ber die &quot;katholische Morallehre&quot; lustig machen. Es kann nie darum gehen, l&#228;stige Moralprinzipien umzudeuten. Wo das gesehen ist, ist es abzulehnen, Es ist aber vielmehr eine Eigenschaften liberaler Pseudomoral.

&quot;Nein, ich denke, wir werden keinen Konsens dar&#252;ber finden.&quot;

Das war auch weder meine Erwartung noch meine Absicht. Sie haben Ihren Standpunkt oben zur Gen&#252;ge klar gemacht. 

Ihr letzter Satz belegt nur, da&#223; sie andere Postings hier entweder nicht lesen oder nicht zur Kenntnis nehmen wollen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Tja, seufzen kann ich auch nur bei Ihrem/n Posting/s.</p>
<p>1. Das Humanae Vitae (die au&#223;erdem keineswegs irgendetwas neues gesagt h&#228;tte) einen Einflu&#223; auf Abtreibungsbef&#252;rworter h&#228;tte, halte ich f&#252;r ein Ger&#252;cht. Gestreut &#252;brigens von interessierten Kreisen, die ja gerne  die Katholische Kirche als Werkzeug benutzen um die Gegnerschaft gegen vorgeburtliche T&#246;tung als einen religi&#246;sen Standpunkt hinstellen wollen.</p>
<p>2. Ich will ehrlich gesagt gar nicht dar&#252;ber verhandeln, wann denn das Morden erlaubt sei. </p>
<p>Fehlende Argumente k&#246;nnen Sie auch nicht durch Beschimpfungen wie &#8220;Hardcorekatholiken&#8221; oder &#8220;fundamentalistisch&#8221; ersetzen. </p>
<p>Sie brauchen sich auch nicht &#252;ber die &#8220;katholische Morallehre&#8221; lustig machen. Es kann nie darum gehen, l&#228;stige Moralprinzipien umzudeuten. Wo das gesehen ist, ist es abzulehnen, Es ist aber vielmehr eine Eigenschaften liberaler Pseudomoral.</p>
<p>&#8220;Nein, ich denke, wir werden keinen Konsens dar&#252;ber finden.&#8221;</p>
<p>Das war auch weder meine Erwartung noch meine Absicht. Sie haben Ihren Standpunkt oben zur Gen&#252;ge klar gemacht. </p>
<p>Ihr letzter Satz belegt nur, da&#223; sie andere Postings hier entweder nicht lesen oder nicht zur Kenntnis nehmen wollen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: LePenseur</title>
		<link>http://commentarium.de/2008/01/25/ich-habe-die-wahl/comment-page-1/#comment-47065</link>
		<dc:creator>LePenseur</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Feb 2008 23:18:18 +0000</pubDate>
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		<description>@Str1977:
Seufz! Viel mehr f&#228;llt mir zu Ihrem Posting nicht ein — leider. Trotzdem versuche ich eine kurze Replik:

1.) H&#228;tte Paul VI. in den 60er-Jahren nicht durch seine intransigente Pillen-Enzyklika nicht jeglichen Kredit bei allen anderen als den &quot;Hard-Core-Katholiken&quot; verspielt, so w&#228;re er vielleicht mit gr&#246;&#223;erem Gewicht in der Abtreibungs-Debatte dagestanden. So jedoch war der Eindruck der &#214;ffentlichkeit: &quot;Den kann man ja eh nicht ernst nehmen&quot;. Taktischer Fehler.

2.) Durch das Einbetonieren auf den Standpunkt &quot;Abtreibung ist immer und unter allen Umst&#228;nden moralisch unannehmbar&quot; begibt man sich jeglicher Verhandlungsm&#246;glichkeit. Da&#223; die 68er-Bewegung genau das nicht akzeptieren w&#252;rde, war abzusehen. Und da&#223; es nicht einmal bei katholischne Kreisen wirklich kommunizierbar sein w&#252;rde, wohl ebenso. Es redet ja keiner davon, da&#223; sich Paul VI. zum Motor der Fristenl&#246;sung h&#228;tte machen sollen! Aber zwischen einer undifferenzierten Fristenl&#246;sung unter dem Motte &quot;Was vor dem 90. Tag passiert, ist schnurzegal!&quot; und einer ebenso unf´differenzierten Abtreibungsgegnerschaft unter dem Motto &quot;Werdendes Leben darf unter keinen Umst&#228;nden abgetrieben werden!&quot; liegen viele falsche und manche richtige Zwischenl&#246;sungen. Ich kann weder der Linken den Vorwurf ersparen, mit der Fristenl&#246;sung fundamentale Unmenschlichkeit legalisiert zu haben, noch aber andererseits der Kirche, sich auch unter Inkaufnahme unmenschlicher Einzelf&#228;lle auf ein Totalverbot zu versteifen.

Nat&#252;rlich - mir ist schon klar, da&#223; die differenzierte Betrachtung des Problems die Gefahr birgt, quasi die &quot;B&#252;chse der Pandora&quot; zu &#246;ffnen. Nur: hat das Einbetonieren der RKK dagegen etwas bewirkt? Ich denke: leider nein!

Die katholische Morallehre, die doch sonst in Schulkasus mit beachtlicher (und teilweise geradezu unheimlicher) Kreativit&#228;t in der LAge war, &quot;l&#228;stige&quot; Moralprinzipien solange umzudeuten, bis das Ergebnis &quot;pa&#223;te&quot; — sollte sie auf einmal diese F&#228;higkeit verloren haben? Auf einmal ganz im Gegensatz zu bew&#228;hrter katholischer Tradition des Differenzierens und subtilen Unterscheidens in schwarz/wei&#223; verfallen ...?

Nein, ich denke, wir werden keinen Konsens dar&#252;ber finden. Aber nochmals: wer Wahlentscheidungen zwischen Parteien nur unter dem Aspekt &quot;Die sind gegen Abtreibung&quot; trifft, geht m.E. an der Realit&#228;t und Komplexit&#228;t des LEbens vorbei.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Str1977:<br />
Seufz! Viel mehr f&#228;llt mir zu Ihrem Posting nicht ein — leider. Trotzdem versuche ich eine kurze Replik:</p>
<p>1.) H&#228;tte Paul VI. in den 60er-Jahren nicht durch seine intransigente Pillen-Enzyklika nicht jeglichen Kredit bei allen anderen als den &#8220;Hard-Core-Katholiken&#8221; verspielt, so w&#228;re er vielleicht mit gr&#246;&#223;erem Gewicht in der Abtreibungs-Debatte dagestanden. So jedoch war der Eindruck der &#214;ffentlichkeit: &#8220;Den kann man ja eh nicht ernst nehmen&#8221;. Taktischer Fehler.</p>
<p>2.) Durch das Einbetonieren auf den Standpunkt &#8220;Abtreibung ist immer und unter allen Umst&#228;nden moralisch unannehmbar&#8221; begibt man sich jeglicher Verhandlungsm&#246;glichkeit. Da&#223; die 68er-Bewegung genau das nicht akzeptieren w&#252;rde, war abzusehen. Und da&#223; es nicht einmal bei katholischne Kreisen wirklich kommunizierbar sein w&#252;rde, wohl ebenso. Es redet ja keiner davon, da&#223; sich Paul VI. zum Motor der Fristenl&#246;sung h&#228;tte machen sollen! Aber zwischen einer undifferenzierten Fristenl&#246;sung unter dem Motte &#8220;Was vor dem 90. Tag passiert, ist schnurzegal!&#8221; und einer ebenso unf´differenzierten Abtreibungsgegnerschaft unter dem Motto &#8220;Werdendes Leben darf unter keinen Umst&#228;nden abgetrieben werden!&#8221; liegen viele falsche und manche richtige Zwischenl&#246;sungen. Ich kann weder der Linken den Vorwurf ersparen, mit der Fristenl&#246;sung fundamentale Unmenschlichkeit legalisiert zu haben, noch aber andererseits der Kirche, sich auch unter Inkaufnahme unmenschlicher Einzelf&#228;lle auf ein Totalverbot zu versteifen.</p>
<p>Nat&#252;rlich &#8211; mir ist schon klar, da&#223; die differenzierte Betrachtung des Problems die Gefahr birgt, quasi die &#8220;B&#252;chse der Pandora&#8221; zu &#246;ffnen. Nur: hat das Einbetonieren der RKK dagegen etwas bewirkt? Ich denke: leider nein!</p>
<p>Die katholische Morallehre, die doch sonst in Schulkasus mit beachtlicher (und teilweise geradezu unheimlicher) Kreativit&#228;t in der LAge war, &#8220;l&#228;stige&#8221; Moralprinzipien solange umzudeuten, bis das Ergebnis &#8220;pa&#223;te&#8221; — sollte sie auf einmal diese F&#228;higkeit verloren haben? Auf einmal ganz im Gegensatz zu bew&#228;hrter katholischer Tradition des Differenzierens und subtilen Unterscheidens in schwarz/wei&#223; verfallen &#8230;?</p>
<p>Nein, ich denke, wir werden keinen Konsens dar&#252;ber finden. Aber nochmals: wer Wahlentscheidungen zwischen Parteien nur unter dem Aspekt &#8220;Die sind gegen Abtreibung&#8221; trifft, geht m.E. an der Realit&#228;t und Komplexit&#228;t des LEbens vorbei.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: str1977</title>
		<link>http://commentarium.de/2008/01/25/ich-habe-die-wahl/comment-page-1/#comment-47056</link>
		<dc:creator>str1977</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Feb 2008 20:44:41 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Dennnoch stehe ich der Fixierung vieler Katholiken auf das Thema Abtreibung mit gemischten Gef&#252;hlen gegen&#252;ber.&quot;

Ich kann keine Fixierung erkennen, es sei denn in der Apathie anderer Gruppen, die sich sonst so menschenrechtsbewu&#223;t geben.

&quot;Hier sehe ich (ganz profan gesprochen) v.a. ein Scheitern der damaligen Kirchenobrigkeiten der 60er-Jahre, als das Thema (gemeinsam mit der Verh&#252;tungsfrage) hochkochte und von Paul VI. nicht gerade, milde ausgedr&#252;ckt, gl&#252;cklich gehandhabt wurde.&quot;

Das ist Unfug. Egal wie gl&#252;cklich oder ungl&#252;cklich er die Verh&#252;tungsfrage behandelt hat (obwohl es kaum Alternativen gab), auf die Abtreibungsfrage hat das keine Auswirkung. Die Millionen Tote hat sich die Abtreibungsindustrie und der sie tragende Zeitgeist schon selbst zuzuschreiben.

&quot;Ein Beispiel aus &#214;sterreich: ... Das scheiterte am Widerstand der &#246;sterreichischen Bisch&#246;fe (mit denen sich ein “schwarzer” Justizminister nat&#252;rlich nicht anlegen wollte). Einige Jahre sp&#228;ter kam unter der SP&#214;-Alleinregierung Kreisky dann die Fristenl&#246;sung mit Freifahrt f&#252;r alle Abtreibungen bis zum 3. Monat.&quot;

Aber Sie k&#246;nnen doch nicht in einer Situation eine Verschlimmerung* bef&#252;rworten nur weil dadurch m&#246;glicherweise eventuell eine noch schlimmere Verschlimmerung verhindert w&#252;rde. Wobei auch das Spekulation w&#228;re. (*Wenn Sie die Teilliberalisierung bef&#252;rworten, dann sollte dies aus inhaltlichen Gr&#252;nden geschehen, nicht aus solchen &#220;berlegungen.)

&quot;Das Recht differenziert auch sonst bei Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgr&#252;nden, warum also nicht auch hier?&quot;

Das Recht tut das, aber es legt grunds&#228;tzlich fest ob etwas eine Straftat ist (wie bei der Abtreibung, nach deutschem Recht zumindest theoretisch) und was nicht (wie beim Selbstmord).

&quot;Und, wie schon gesagt: ich bin f&#252;rwahr kein Apologet des “Mein-Bauch-geh&#246;rt-mir” —&quot;

Nun, im Endeffekt sind sie es eben doch.

&quot;nur: das Gegenteil ist (fast) ebenso falsch. Wer z.B. Vergewaltigungsopfer unter Strafsanktion zum Austragen des Kindes zwingen will, handelt unmenschlich. Keine Frage, da&#223; die Frau, die auch als Vergewaltigungsopfer keine Abtreibung will, unseren allerh&#246;chsten Respekt verdient — nur: verlangen kann man es nicht!&quot;

Warum sollte ich f&#252;r ein Verbrechen einen dritten bestrafen? Tut mir leid, eine Legalisierung bei Vergewaltigung halte ich zwar f&#252;r tolerierbar, aber moralisch rechtfertigbar ist sie nicht. Eine solche Rechtfertigung ist in sich selbst unmenschlich.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Dennnoch stehe ich der Fixierung vieler Katholiken auf das Thema Abtreibung mit gemischten Gef&#252;hlen gegen&#252;ber.&#8221;</p>
<p>Ich kann keine Fixierung erkennen, es sei denn in der Apathie anderer Gruppen, die sich sonst so menschenrechtsbewu&#223;t geben.</p>
<p>&#8220;Hier sehe ich (ganz profan gesprochen) v.a. ein Scheitern der damaligen Kirchenobrigkeiten der 60er-Jahre, als das Thema (gemeinsam mit der Verh&#252;tungsfrage) hochkochte und von Paul VI. nicht gerade, milde ausgedr&#252;ckt, gl&#252;cklich gehandhabt wurde.&#8221;</p>
<p>Das ist Unfug. Egal wie gl&#252;cklich oder ungl&#252;cklich er die Verh&#252;tungsfrage behandelt hat (obwohl es kaum Alternativen gab), auf die Abtreibungsfrage hat das keine Auswirkung. Die Millionen Tote hat sich die Abtreibungsindustrie und der sie tragende Zeitgeist schon selbst zuzuschreiben.</p>
<p>&#8220;Ein Beispiel aus &#214;sterreich: &#8230; Das scheiterte am Widerstand der &#246;sterreichischen Bisch&#246;fe (mit denen sich ein “schwarzer” Justizminister nat&#252;rlich nicht anlegen wollte). Einige Jahre sp&#228;ter kam unter der SP&#214;-Alleinregierung Kreisky dann die Fristenl&#246;sung mit Freifahrt f&#252;r alle Abtreibungen bis zum 3. Monat.&#8221;</p>
<p>Aber Sie k&#246;nnen doch nicht in einer Situation eine Verschlimmerung* bef&#252;rworten nur weil dadurch m&#246;glicherweise eventuell eine noch schlimmere Verschlimmerung verhindert w&#252;rde. Wobei auch das Spekulation w&#228;re. (*Wenn Sie die Teilliberalisierung bef&#252;rworten, dann sollte dies aus inhaltlichen Gr&#252;nden geschehen, nicht aus solchen &#220;berlegungen.)</p>
<p>&#8220;Das Recht differenziert auch sonst bei Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgr&#252;nden, warum also nicht auch hier?&#8221;</p>
<p>Das Recht tut das, aber es legt grunds&#228;tzlich fest ob etwas eine Straftat ist (wie bei der Abtreibung, nach deutschem Recht zumindest theoretisch) und was nicht (wie beim Selbstmord).</p>
<p>&#8220;Und, wie schon gesagt: ich bin f&#252;rwahr kein Apologet des “Mein-Bauch-geh&#246;rt-mir” —&#8221;</p>
<p>Nun, im Endeffekt sind sie es eben doch.</p>
<p>&#8220;nur: das Gegenteil ist (fast) ebenso falsch. Wer z.B. Vergewaltigungsopfer unter Strafsanktion zum Austragen des Kindes zwingen will, handelt unmenschlich. Keine Frage, da&#223; die Frau, die auch als Vergewaltigungsopfer keine Abtreibung will, unseren allerh&#246;chsten Respekt verdient — nur: verlangen kann man es nicht!&#8221;</p>
<p>Warum sollte ich f&#252;r ein Verbrechen einen dritten bestrafen? Tut mir leid, eine Legalisierung bei Vergewaltigung halte ich zwar f&#252;r tolerierbar, aber moralisch rechtfertigbar ist sie nicht. Eine solche Rechtfertigung ist in sich selbst unmenschlich.</p>
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		<title>Von: LePenseur</title>
		<link>http://commentarium.de/2008/01/25/ich-habe-die-wahl/comment-page-1/#comment-47044</link>
		<dc:creator>LePenseur</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Feb 2008 14:32:14 +0000</pubDate>
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		<description>@&lt;b&gt;str1977:&lt;/b&gt;
Klar, Selbstmord ist was anderes als Abtreibung. Dennnoch stehe ich der Fixierung vieler Katholiken auf das Thema Abtreibung mit gemischten Gef&#252;hlen gegen&#252;ber. Hier sehe ich (ganz profan gesprochen) v.a. ein Scheitern der damaligen Kirchenobrigkeiten der 60er-Jahre, als das Thema (gemeinsam mit der Verh&#252;tungsfrage) hochkochte und von Paul VI. nicht gerade, milde ausgedr&#252;ckt, gl&#252;cklich gehandhabt wurde. Ein Beispiel aus &#214;sterreich: Ende der 60er-Jahre, also zu Zeiten einer &#214;VP-Alleinregierung gab es Pl&#228;ne des Justizministers, bei der Abtreibung, die damals in &#214;sterreich au&#223;er in F&#228;llen der LEbensgefahr f&#252;r die Mutter immer strafbar war, zu einem sehr eng gefa&#223;ten Indikationenmodell &#252;berzugehen. Das scheiterte am Widerstand der &#246;sterreichischen Bisch&#246;fe (mit denen sich ein &quot;schwarzer&quot; Justizminister nat&#252;rlich nicht anlegen wollte). Einige Jahre sp&#228;ter kam unter der SP&#214;-Alleinregierung Kreisky dann die Fristenl&#246;sung mit Freifahrt f&#252;r alle Abtreibungen bis zum 3. Monat. Ich bin mir nicht sicher, ob nicht eine gewisse Flexibilit&#228;t bei den erstgenannten &#220;berlegungen diese Entwicklung anders verlaufen h&#228;tte lassen. Sicherlich: der Indikationenkatalog w&#228;re erweitert worden — aber auch das w&#228;re immer noch lebenssch&#252;tzender gewesen, als die vollst&#228;ndige Freigabe.

Zu Ihrem Punkt 3. noch eine Anmerkung: ich denke nicht, da&#223; &quot;auf der rechtlichen Ebene alles grunds&#228;tzlich gleich zu behandeln&quot; ist. Das Recht differenziert auch sonst bei Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgr&#252;nden, warum also nicht auch hier? Und, wie schon gesagt: ich bin f&#252;rwahr kein Apologet des &quot;Mein-Bauch-geh&#246;rt-mir&quot; — nur: das Gegenteil ist (fast) ebenso falsch. Wer z.B. Vergewaltigungsopfer unter Strafsanktion zum Austragen des Kindes zwingen will, handelt unmenschlich. Keine Frage, da&#223; die Frau, die auch als Vergewaltigungsopfer keine Abtreibung will, unseren allerh&#246;chsten Respekt verdient — nur: &lt;b&gt;verlangen&lt;/b&gt; kann man es nicht!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@<b>str1977:</b><br />
Klar, Selbstmord ist was anderes als Abtreibung. Dennnoch stehe ich der Fixierung vieler Katholiken auf das Thema Abtreibung mit gemischten Gef&#252;hlen gegen&#252;ber. Hier sehe ich (ganz profan gesprochen) v.a. ein Scheitern der damaligen Kirchenobrigkeiten der 60er-Jahre, als das Thema (gemeinsam mit der Verh&#252;tungsfrage) hochkochte und von Paul VI. nicht gerade, milde ausgedr&#252;ckt, gl&#252;cklich gehandhabt wurde. Ein Beispiel aus &#214;sterreich: Ende der 60er-Jahre, also zu Zeiten einer &#214;VP-Alleinregierung gab es Pl&#228;ne des Justizministers, bei der Abtreibung, die damals in &#214;sterreich au&#223;er in F&#228;llen der LEbensgefahr f&#252;r die Mutter immer strafbar war, zu einem sehr eng gefa&#223;ten Indikationenmodell &#252;berzugehen. Das scheiterte am Widerstand der &#246;sterreichischen Bisch&#246;fe (mit denen sich ein &#8220;schwarzer&#8221; Justizminister nat&#252;rlich nicht anlegen wollte). Einige Jahre sp&#228;ter kam unter der SP&#214;-Alleinregierung Kreisky dann die Fristenl&#246;sung mit Freifahrt f&#252;r alle Abtreibungen bis zum 3. Monat. Ich bin mir nicht sicher, ob nicht eine gewisse Flexibilit&#228;t bei den erstgenannten &#220;berlegungen diese Entwicklung anders verlaufen h&#228;tte lassen. Sicherlich: der Indikationenkatalog w&#228;re erweitert worden — aber auch das w&#228;re immer noch lebenssch&#252;tzender gewesen, als die vollst&#228;ndige Freigabe.</p>
<p>Zu Ihrem Punkt 3. noch eine Anmerkung: ich denke nicht, da&#223; &#8220;auf der rechtlichen Ebene alles grunds&#228;tzlich gleich zu behandeln&#8221; ist. Das Recht differenziert auch sonst bei Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgr&#252;nden, warum also nicht auch hier? Und, wie schon gesagt: ich bin f&#252;rwahr kein Apologet des &#8220;Mein-Bauch-geh&#246;rt-mir&#8221; — nur: das Gegenteil ist (fast) ebenso falsch. Wer z.B. Vergewaltigungsopfer unter Strafsanktion zum Austragen des Kindes zwingen will, handelt unmenschlich. Keine Frage, da&#223; die Frau, die auch als Vergewaltigungsopfer keine Abtreibung will, unseren allerh&#246;chsten Respekt verdient — nur: <b>verlangen</b> kann man es nicht!</p>
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		<title>Von: str1977</title>
		<link>http://commentarium.de/2008/01/25/ich-habe-die-wahl/comment-page-1/#comment-47039</link>
		<dc:creator>str1977</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Feb 2008 13:22:33 +0000</pubDate>
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		<description>Eines noch:

&quot;Das Problem der Abtreibung ist m.E. fast so schwierig wie das des Selbstmordes. Wiewohl ich eindeutig dagegen bin, Selbstmord zu begehen, scheue ich doch davor zur&#252;ck, den, der ihn ver&#252;bte, verurteilen zu wollen. Und der Gedanken, ihn strafbar zu sehen (was fr&#252;her fast &#252;berall der Fall war, und selbst heute noch in manchen Rechtsordnungen), ist mir vollends unertr&#228;glich.&quot;

Nun, die Dinge liegen hier doch etwas anders:

1. Beim Selbstmord sind T&#228;ter und Opfer identisch. Beim vorgeburtlichen Kindermord eben nicht. Das Recht hat die Aufgabe das Leben zu sch&#252;tzen, vor allem das der Schw&#228;cheren.

2. Beim Selbstmord &quot;gelingt&quot; die Tat entweder - dann er&#252;berigt sich eine Strafverfolgung - oder sie scheitert - dann ist es aber viel wichtiger dem Opfer wieder auf die Beine zu helfen.

3. Die moralische Beurteilung beider Taten h&#228;ngt sehr von den Umst&#228;nden und Motiven ab. Jemanden der sich aus Verzweiflung &#252;ber Pers&#246;nliches umbringt beurteile ich anders als jemanden, der eine Familie mit einem Schuldenberg zur&#252;ckl&#228;&#223;t. Wieder anders jemanden, der durch Selbstmord verhindern will, durch Verrat z.B. unter Folter andere zu verraten (man denke hier an totalit&#228;re System oder Kriegssituationen). &#196;hnliches wird man bei Abtreibungen sich &#252;berlegen k&#246;nnen. Aber auf der rechtlichen Ebene ist dies jedoch alles grunds&#228;tzlich gleich zu behandeln.

4. Dennoch ist es nicht ganz ohne, da&#223; Selbstmord keine Straftat ist, denn dadurch kann man Selbstmordorganisationen wie Indignitas nicht wegen Beihilfe beikommen, denn wo keine Straftat da keine Beihilfe.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Eines noch:</p>
<p>&#8220;Das Problem der Abtreibung ist m.E. fast so schwierig wie das des Selbstmordes. Wiewohl ich eindeutig dagegen bin, Selbstmord zu begehen, scheue ich doch davor zur&#252;ck, den, der ihn ver&#252;bte, verurteilen zu wollen. Und der Gedanken, ihn strafbar zu sehen (was fr&#252;her fast &#252;berall der Fall war, und selbst heute noch in manchen Rechtsordnungen), ist mir vollends unertr&#228;glich.&#8221;</p>
<p>Nun, die Dinge liegen hier doch etwas anders:</p>
<p>1. Beim Selbstmord sind T&#228;ter und Opfer identisch. Beim vorgeburtlichen Kindermord eben nicht. Das Recht hat die Aufgabe das Leben zu sch&#252;tzen, vor allem das der Schw&#228;cheren.</p>
<p>2. Beim Selbstmord &#8220;gelingt&#8221; die Tat entweder &#8211; dann er&#252;berigt sich eine Strafverfolgung &#8211; oder sie scheitert &#8211; dann ist es aber viel wichtiger dem Opfer wieder auf die Beine zu helfen.</p>
<p>3. Die moralische Beurteilung beider Taten h&#228;ngt sehr von den Umst&#228;nden und Motiven ab. Jemanden der sich aus Verzweiflung &#252;ber Pers&#246;nliches umbringt beurteile ich anders als jemanden, der eine Familie mit einem Schuldenberg zur&#252;ckl&#228;&#223;t. Wieder anders jemanden, der durch Selbstmord verhindern will, durch Verrat z.B. unter Folter andere zu verraten (man denke hier an totalit&#228;re System oder Kriegssituationen). &#196;hnliches wird man bei Abtreibungen sich &#252;berlegen k&#246;nnen. Aber auf der rechtlichen Ebene ist dies jedoch alles grunds&#228;tzlich gleich zu behandeln.</p>
<p>4. Dennoch ist es nicht ganz ohne, da&#223; Selbstmord keine Straftat ist, denn dadurch kann man Selbstmordorganisationen wie Indignitas nicht wegen Beihilfe beikommen, denn wo keine Straftat da keine Beihilfe.</p>
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		<title>Von: str1977</title>
		<link>http://commentarium.de/2008/01/25/ich-habe-die-wahl/comment-page-1/#comment-47038</link>
		<dc:creator>str1977</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Feb 2008 13:12:48 +0000</pubDate>
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		<description>Also, Herr LP, niemand hat hier gesagt, was Sie unterstellen, da&#223; &quot;jede Wahlentscheidung ... nur noch von der Frage der Abtreibung und der Embryonenforschung abh&#228;ngig gemacht wird.&quot;

1. sind dies ja keiner spezifisch christlichen Werte sondern Werte unserer Verfassung. 

2. sind sie aber eben doch auch f&#252;r Christen wichtig.

Das hei&#223;t ja nicht, das anderes nicht auch wichtig w&#228;re. Es ist auch immer zu betrachten, inwiefern das Thema denn &#252;berhaupt bei der jeweiligen Wahlentscheidung relevant ist. In ca. einem Monat hat es bei uns hier Kommunalwahlen. Soll ich nun die Oberb&#252;rgermeisterin wiederw&#228;hlen weil ihre &quot;bioethische Korrektheit&quot; &#252;ber jeden Zweifel erhaben ist? Oder sollte ich aufh Baus&#252;nden und andere kommunale Dinge schauen? Das hei&#223;t nicht, da&#223; Baus&#252;nden wichtiger w&#228;ren als organisierter Menschenmord aber innerhalb dieser Wahlentscheidung sind sie nunmal relevanter.

F&#252;r Christen/Katholiken ist hier nat&#252;rlich eine Abwegung n&#246;tig - das entsprechende Dokument wurde oben schon verlinkt.

Es schmeckt schon sehr nach Relativismus was Sie, LP, hier schreiben. Sie machen es sich dabei sehr einfach und fl&#252;chten sich dann in die Probleme der Praxis - ganz als ob die anderen zu doof w&#228;ren, dies schon zu wissen. Es geht aber eben darum, sich nicht mit der schlechten Realit&#228;t abzufinden. Und abschlie&#223;end rechtfertigen Sie dann noch die T&#246;tung unwerten Lebens.

Si tacuisses ...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Also, Herr LP, niemand hat hier gesagt, was Sie unterstellen, da&#223; &#8220;jede Wahlentscheidung &#8230; nur noch von der Frage der Abtreibung und der Embryonenforschung abh&#228;ngig gemacht wird.&#8221;</p>
<p>1. sind dies ja keiner spezifisch christlichen Werte sondern Werte unserer Verfassung. </p>
<p>2. sind sie aber eben doch auch f&#252;r Christen wichtig.</p>
<p>Das hei&#223;t ja nicht, das anderes nicht auch wichtig w&#228;re. Es ist auch immer zu betrachten, inwiefern das Thema denn &#252;berhaupt bei der jeweiligen Wahlentscheidung relevant ist. In ca. einem Monat hat es bei uns hier Kommunalwahlen. Soll ich nun die Oberb&#252;rgermeisterin wiederw&#228;hlen weil ihre &#8220;bioethische Korrektheit&#8221; &#252;ber jeden Zweifel erhaben ist? Oder sollte ich aufh Baus&#252;nden und andere kommunale Dinge schauen? Das hei&#223;t nicht, da&#223; Baus&#252;nden wichtiger w&#228;ren als organisierter Menschenmord aber innerhalb dieser Wahlentscheidung sind sie nunmal relevanter.</p>
<p>F&#252;r Christen/Katholiken ist hier nat&#252;rlich eine Abwegung n&#246;tig &#8211; das entsprechende Dokument wurde oben schon verlinkt.</p>
<p>Es schmeckt schon sehr nach Relativismus was Sie, LP, hier schreiben. Sie machen es sich dabei sehr einfach und fl&#252;chten sich dann in die Probleme der Praxis &#8211; ganz als ob die anderen zu doof w&#228;ren, dies schon zu wissen. Es geht aber eben darum, sich nicht mit der schlechten Realit&#228;t abzufinden. Und abschlie&#223;end rechtfertigen Sie dann noch die T&#246;tung unwerten Lebens.</p>
<p>Si tacuisses &#8230;</p>
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		<title>Von: LePenseur</title>
		<link>http://commentarium.de/2008/01/25/ich-habe-die-wahl/comment-page-1/#comment-46742</link>
		<dc:creator>LePenseur</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Jan 2008 17:30:15 +0000</pubDate>
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		<description>@Beroninensis:
Keine Bange, ich fasse Ihr Posting nicht als &quot;pers&#246;nlichen Angriff&quot; auf. Aber lassen Sie es mich einmal folgenderma&#223;en beantworten:

1. Sie haben nat&#252;rlich recht — in der Theorie!

2. Das praktische Problem dabei ist allerdings, da&#223; Sie sich damit faktisch jeder Wahlm&#246;glichkeit berauben. Es gibt m.w. keine Partei, die gegen &lt;b&gt;jegliche&lt;/b&gt; Abtreibung (au&#223;er in den F&#228;llen, die auch von der RKK als zul&#228;ssig erachtet werden, z.B. Lebensgefahr f&#252;r Mutter) eintreten w&#252;rde. Damit k&#246;nnen Sie (bisher) &quot;in materieller Mitwirkung&quot; eigentlich nur CDU/CSU w&#228;hlen, und sollten diese ihre Meinung in der Embryonenforschung &#228;ndern, eigentlich nur mehr zu Hause bleiben oder eine Anti-Abtreibungspartei gr&#252;nden. Das halte ich f&#252;r vielleicht theoretisch wunderbar, aber praktisch sinnlos und kontraproduktiv.

3. Zu Ihrem J.P.II-Zitat m&#246;chte ich sagen, da&#223; umgekehrt ein Recht auf Leben ohne weitere Rechte ebenso ziemlich illusorisch ist. Wer z.B. jemandem blo&#223; &quot;koste es was es wolle&quot; zum Leben verhilft, ohne sich dar&#252;ber Gedanken zu machen, wie dessen Leben dann verlaufen wird, handelt zwar weniger verantwortungslos, als einer, der jemanden &quot;koste es was es wolle&quot; abtreiben m&#246;chte, aber deshalb noch lange nicht verantwortungsvoll.

4. Es ist weiters zu sagen, da&#223; die moralische Frage des Abtreibens sehr wohl von der strafrechtlichen zu trennen ist, indem es genug Handlungen gibt, die wohl moralisch  verwerflich, aber dennoch nicht strafrechtlich sanktioniert sind. Und das sind keineswegs nur &quot;Bagatellsachen&quot;, sondern oft Dinge, die einem die Haare zu Berge stehen lassen, von denen aber trotzdem klar ist, da&#223; eine strafrechtliche Sanktion wohl nichts besser, aber daf&#252;r vieles schlechter machen w&#252;rde. Und &quot;T&#228;ter&quot; in dem Sinne, da&#223; sie aktiv abtreibungen durchf&#252;hren w&#252;rden, werden wohl nur die wenigsten (wenn &#252;berhaupt welche!) Parteipolitiker sein.

5. Noch ein Wort zu Ihrem Vorhalt: &quot;„An sich nicht &#252;berlebensf&#228;hige behinderte Kinder“ mag es unter Tieren geben, in einer menschlichen Gesellschaft darf es sie nicht geben, denn es ist deren vornehmste Aufgabe, sich um die Schw&#228;chsten zu k&#252;mmern.&quot; Das ist sch&#246;n gesagt, aber f&#252;r die Betroffenen oft weniger sch&#246;n umzusetzen. Wer z.B. ein Baby mit Anencephalie gesehen hat, wird wissen, wovon ich spreche. Und hier ein Kind auf die Welt zu bringen, das aller Wahrscheinlichkeit nach binnen weniger Stunden bis Tage sterben wird, halte ich weniger f&#252;r die &quot;vornehmste Aufgabe&quot;, sondern eher f&#252;r eine unmenschliche Dogmenreiterei. wobei mir schon klar ist, da&#223; hier die Abgrenzungen schwierig sind und f&#252;r die unmittelbar Betroffenen fast immer einen casus perplexus darstellen (nur Nicht-Betroffene f&#252;hlen sich oft berufen, hier theoretische Probleml&#246;sungspfade durchzudenken — und danach sehen sie dann auch aus!).

Das Problem der Abtreibung ist m.E. fast so schwierig wie das des Selbstmordes. Wiewohl ich eindeutig dagegen bin, Selbstmord zu begehen, scheue ich doch davor zur&#252;ck, den, der ihn ver&#252;bte, verurteilen zu wollen. Und der Gedanken, ihn strafbar zu sehen (was fr&#252;her fast &#252;berall der Fall war, und selbst heute noch in manchen Rechtsordnungen), ist mir vollends unertr&#228;glich.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Beroninensis:<br />
Keine Bange, ich fasse Ihr Posting nicht als &#8220;pers&#246;nlichen Angriff&#8221; auf. Aber lassen Sie es mich einmal folgenderma&#223;en beantworten:</p>
<p>1. Sie haben nat&#252;rlich recht — in der Theorie!</p>
<p>2. Das praktische Problem dabei ist allerdings, da&#223; Sie sich damit faktisch jeder Wahlm&#246;glichkeit berauben. Es gibt m.w. keine Partei, die gegen <b>jegliche</b> Abtreibung (au&#223;er in den F&#228;llen, die auch von der RKK als zul&#228;ssig erachtet werden, z.B. Lebensgefahr f&#252;r Mutter) eintreten w&#252;rde. Damit k&#246;nnen Sie (bisher) &#8220;in materieller Mitwirkung&#8221; eigentlich nur CDU/CSU w&#228;hlen, und sollten diese ihre Meinung in der Embryonenforschung &#228;ndern, eigentlich nur mehr zu Hause bleiben oder eine Anti-Abtreibungspartei gr&#252;nden. Das halte ich f&#252;r vielleicht theoretisch wunderbar, aber praktisch sinnlos und kontraproduktiv.</p>
<p>3. Zu Ihrem J.P.II-Zitat m&#246;chte ich sagen, da&#223; umgekehrt ein Recht auf Leben ohne weitere Rechte ebenso ziemlich illusorisch ist. Wer z.B. jemandem blo&#223; &#8220;koste es was es wolle&#8221; zum Leben verhilft, ohne sich dar&#252;ber Gedanken zu machen, wie dessen Leben dann verlaufen wird, handelt zwar weniger verantwortungslos, als einer, der jemanden &#8220;koste es was es wolle&#8221; abtreiben m&#246;chte, aber deshalb noch lange nicht verantwortungsvoll.</p>
<p>4. Es ist weiters zu sagen, da&#223; die moralische Frage des Abtreibens sehr wohl von der strafrechtlichen zu trennen ist, indem es genug Handlungen gibt, die wohl moralisch  verwerflich, aber dennoch nicht strafrechtlich sanktioniert sind. Und das sind keineswegs nur &#8220;Bagatellsachen&#8221;, sondern oft Dinge, die einem die Haare zu Berge stehen lassen, von denen aber trotzdem klar ist, da&#223; eine strafrechtliche Sanktion wohl nichts besser, aber daf&#252;r vieles schlechter machen w&#252;rde. Und &#8220;T&#228;ter&#8221; in dem Sinne, da&#223; sie aktiv abtreibungen durchf&#252;hren w&#252;rden, werden wohl nur die wenigsten (wenn &#252;berhaupt welche!) Parteipolitiker sein.</p>
<p>5. Noch ein Wort zu Ihrem Vorhalt: &#8220;„An sich nicht &#252;berlebensf&#228;hige behinderte Kinder“ mag es unter Tieren geben, in einer menschlichen Gesellschaft darf es sie nicht geben, denn es ist deren vornehmste Aufgabe, sich um die Schw&#228;chsten zu k&#252;mmern.&#8221; Das ist sch&#246;n gesagt, aber f&#252;r die Betroffenen oft weniger sch&#246;n umzusetzen. Wer z.B. ein Baby mit Anencephalie gesehen hat, wird wissen, wovon ich spreche. Und hier ein Kind auf die Welt zu bringen, das aller Wahrscheinlichkeit nach binnen weniger Stunden bis Tage sterben wird, halte ich weniger f&#252;r die &#8220;vornehmste Aufgabe&#8221;, sondern eher f&#252;r eine unmenschliche Dogmenreiterei. wobei mir schon klar ist, da&#223; hier die Abgrenzungen schwierig sind und f&#252;r die unmittelbar Betroffenen fast immer einen casus perplexus darstellen (nur Nicht-Betroffene f&#252;hlen sich oft berufen, hier theoretische Probleml&#246;sungspfade durchzudenken — und danach sehen sie dann auch aus!).</p>
<p>Das Problem der Abtreibung ist m.E. fast so schwierig wie das des Selbstmordes. Wiewohl ich eindeutig dagegen bin, Selbstmord zu begehen, scheue ich doch davor zur&#252;ck, den, der ihn ver&#252;bte, verurteilen zu wollen. Und der Gedanken, ihn strafbar zu sehen (was fr&#252;her fast &#252;berall der Fall war, und selbst heute noch in manchen Rechtsordnungen), ist mir vollends unertr&#228;glich.</p>
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