Sprachlosigkeit und Redeüberfluss

Erich bezweifelt meine Diagnose. Oder vielmehr: Er rundet sie ab und rückt sie ins rechte Licht.

Sind seine zentralen Begriffe tatsächlich sprachlich so sperrig, inhaltlich so unsagbar schwierig, dass sie nahezu unvermittelbar sind?

Nein, sind sie nicht, da hat Erich völlig recht. Sie sind aber vielen heutigen Zeitgenossen nicht mehr bekannt, werden falsch oder gar nicht verstanden.

Am Beispiel des Begriffs Sünde: Sein Sinngehalt ist recht einfach. Aber warum weisen viele Menschen schon den doch völlig auf der Hand liegenden Gedanken zurück, dass sie nicht ihren (selbst gewählten) Maßstäben gerecht werden? Vermutlich, weil sie letztlich sich selbst an die Stelle Gottes gesetzt haben. Der Atheismus ist insofern nicht so neutral, wie er sich gerne gibt. Denn offensichtlich gelingt es nicht, die Stelle Gottes einfach leer zu lassen. Irgendwer oder irgendwas (und sei es die Vernunft) besetzt diese Position.